Aufschrei im Netz

Über die Macht sozialer Medien im Netz

Aufschrei im Netz

Aufschrei im Netz

Über die Macht sozialer Medien im Netz
Wie ein Herrenwitz zum Netz-Skandal wurde.
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<p>Der Inhalt war brisant. Aber das Echo auf ihren Beitrag hätte Laura Himmelreich vermutlich für unmöglich gehalten, als die Illustrierte DER STERN am 24. Januar 2013 ihren Artikel druckte. Die Überschrift: „Der Herrenwitz“. bigKARRIERE beleuchtet den darauf folgenden #Aufschrei im Netz.<br><br>In dem Beitrag beschreibt die Journalistin eine Begegnung mit dem FDP-Politiker Rainer Brüderle. Beide stehen an der Bar des Maritim Hotel in der Nacht vor dem Dreikönigstreffen in Stuttgart. „Brüderles Blick wandert auf meinen Busen“, schreibt die 29-jährige Autorin. „Sie können einen Dirndl auch ausfüllen“, soll Brüderle dabei gesagt haben. Wenig später greift er nach ihrer Hand und küsst sie – gegen den Willen der Journalistin.<br><br><strong>Debatte über Sexismus bei Twitter</strong><br>Mit dem Artikel löste Laura Himmelreich eine Debatte über Sexismus aus, wie Deutschland sie bis dato kaum kannte. Beim Kurznachrichtendienst Twitter berichteten Tausende über ihre Erfahrungen – alle unter dem Hashtag #aufschrei, das die Netzfeministin Anne Wizorek mit anderen jungen Frauen eingerichtet hatte. Eine Lawine von Tweets rollte unter diesem Schlagwort durch das World Wide Web. Nahezu Jeder, der in dem Mikroblog über seine sexistischen Erfahrungen schrieb, kennzeichnete seinen Beitrag mit dem Begriff, so dass andere ihn leicht finden konnten.<br><br><strong>Grimme Online Award für Hashtag</strong><br>Im Sommer 2013 wurde #aufschrei mit dem Grimme Online Award in der Kategorie Spezial ausgezeichnet. In der Begründung hieß es: "In kurzer Zeit kamen Tausende Tweets zusammen. Aus dem Netz wanderte das Thema zurück in die etablierten Medien und in die Politik – eine Wirkung, die zuvor noch kein Hashtag in Deutschland hatte.“<br><br><strong>Mehr als 5000 Follower</strong> <br>#aufschrei sorgte mit Sicherheit für die meiste Furore. Aber auch andere Hashtags fanden viel Beachtung – zum Beispiel #btw für Bundestagswahl oder #stopwatchingus als Reaktion auf das Bekanntwerden des Abhörskandals durch die NSA. Aufmerksamkeit erreichte auch Angela Merkel, die beim TV-Duell vor der Bundestagswahl eine Kette in Schwarz, Rot, Gold trug und während der Live-Übertragung auf ihren Twitter-Kanal folgende Meldung verbreiten ließ: „Also ich häng hier so rum... und ihr?“ Noch während der Sendung war das Hashtag #schlandkette geboren – mit mehr als 5000 Follower.<br><br><strong><a href="mailto:[email protected]">Sebastian Martin</a>, 17.05.2014</strong><br> <br> <br><strong>Weiterführende Links</strong></p><ul>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Aufschrei" target="_blank"><strong>Wiki Eintrag über #aufschrei</strong></a></li>
<li><a href="https://twitter.com/aufschreien" target="_blank"><strong>Aufschrei bei Twitter</strong></a></li>
<li><a href="http://alltagssexismus.de/" target="_blank"><strong>Internetseite „Aufschreien gegen Sexismus“</strong></a></li>
<li><a href="http://kleinerdrei.org/2013/02/was-ihr-schon-immer-uber-aufschrei-wissen... target="_blank"><strong>Was ihr schon immer über #aufschrei wissen wolltet</strong></a></li>
<li><a href="http://www.frauenbeauftragte.de/bag-themen/sexistische-werbung-2/" target="_blank"><strong>Sexistische Werbung – hier gibt es Beschwerdebriefe zum Download</strong></a></li>
<li><a href="http://www.gedenkstaetten-bw.de/ft_homophobie.pdf" target="_blank"><strong>Fachtagung Homophobie und Sexismus von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg</strong></a></li>
</ul>