Beim Zocken lernen?

Gerne doch. Nichts leichter als das.

Bild Gerne doch. Nichts leichter als das.
Beim Zocken lernen?/Foto: Florian Olivo / Unsplash

Beim Zocken lernen?

Gerne doch. Nichts leichter als das.

Serious Games sollen Kindern und Jugendlichen Wissen vermitteln.
Das gelingt nur, wenn einiges beachtet wird.

Das Szenario klingt düster. Alle fossilen Brennstoffe der Erde sind aufgebraucht. Rund um den Globus geht so gut wie nichts mehr. Kein Strom, kein Licht, kein Internet. Die Menschheit ist gezwungen, in riesigen Raumschiffen in der Erdumlaufbahn zu leben, bis es im Jahr 2098 zur Kollision kommt. Durch einen Zusammenstoß mit einem unbekannten Flugobjekt muss ein Raumschiff auf der verwaisten Erde notlanden. Für die Passagiere ist das der sichere Tod, würde es Ludwig nicht geben.

Mit Ludwig in die Welt der Physik
Ludwig ist die Hauptfigur eines gleichnamigen Computerspiels, mit dem man in die Welt der Physik abtaucht. Denn in dem Spiel geht es um Themen wie Verbrennung Wasser, Wind und Solar. Kinder ab elf Jahren sollen so lernen, wie erneuerbare Energien entstehen und die Menschen auch ohne Kohle, Gas oder Öl auf der Erde leben können. Der Unterrichtsstoff der fünften bis achten Klasse als Abenteuer in 3-D.

Motivation zum Lernen
Lesen ist fad, Wissen will erobert werden – das könnte das Motto der sogenannten Serious Games sein, die für ernsthafte Zwecke wie Lernen entwickelt werden. Spieleforscher Florian Mehm von der TU Darmstadt sieht den wachsenden Markt positiv. Denn die heutigen Kinder und Jugendlichen, die im Internetzeitalter mit Computer, Tablet und Smartphone aufwachsen, lassen sich mit Spielen wie Ludwig leichter zum Lernen motivieren, sagt der Experte von der Fachabteilung Multimedia Kommunikation, die sich seit 2008 mit der spielerischen Wissensvermittlung beschäftigt.

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Beim Zocken lernen?/Foto: Jeshoots Com / Unsplash

Spielspaß und Didaktik müssen stimmen
Allerdings müssen digitale Spiele bestimmte Kriterien erfüllen, wenn die Wissensvermittlung gelingen soll. Wichtig sei, dass Spielspaß und Lernanwendung altersgerecht funktionieren und miteinander verwoben werden, sagt Florian Mehm. Ein komplexes Thema sollte zudem in sinnvolle Teilbereiche untergliedert werden, damit der lernende Spieler nicht überfordert werde und frustriert aussteige. Für das von der TU Darmstadt vergebene Gütesiegel für E-Learning-Produkte müssen zudem die Wirtschaftlichkeit und die technischen Rahmenbedingungen stimmen.

Ein Spiel, das Florian Mehm zum Lernen empfiehlt, ist der Mathekrimi „Der Wechsel“. Das wurde für Schüler der siebenten und achten Klasse entwickelt, um funktionale Zusammenhänge zu erklären.

Naturwissenschaften auf dem Bildschirm
Ebenfalls mit Mathe beschäftigt sich das Spiel 2weistein. Wer es zockt, auf den warten spannende Action und magische Rechenaufgaben. „Der Abenteurer rettet die Welt der Trillion vor den Magier Godron und beweist sich als echter Held“, heißt in einer Rezension. Bei SpaceChem dreht sich dagegen alles um Chemie. Genauso wie beim Spiel Chemicus. Das verdiene laut Herstellerangaben genauso den Begriff „Abenteuer“ wie die aus dem gleichen Haus stammenden Lernspiele Bioscopia und Physikus, die sich mit Biologie bzw. wie Ludwig mit Physik beschäftigen.

 
Weiterführende Links
Forschung zu Serious Games an der TU Darmstadt
Internationale Konferenz zum Thema Serious Games vom 1. bis 4. April 2014 in Darmstadt
Fachmesse „Learntec“ für Lernen mit IT

Serious Games für Physik:

 Serious Games für Mathematik:

Serious Games für Chemie:

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