Für den Traumjob vor die Kamera

Licht aus, Spot an!

Bild Licht aus, Spot an!
Für den Traumjob vor der Kamera/Foto: Jakob Owens / Unsplash

Für den Traumjob vor die Kamera

Licht aus, Spot an!

Videobewerbungen sind eine gute Ergänzung zur klassischen Mappe mit Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen. Allerdings gilt es, einiges zu beachten.
 
Die Frisur sitzt, das Gesicht ist dezent geschminkt, nun kann es losgehen. „Hallo, mein Name ist Julia Schiele“, sagt die junge Frau in die laufende Kamera. Dann ein kurzer Schnitt, ehe es im Text weiter geht. Sie habe gerade ihr Statistikstudium erfolgreich abgeschlossen und will nun im Datenmanagement arbeiten, erzählt die Akademikerin.

Statistische Modellierungen, Auswertungen und Netzwerkanalysen könne sie sich beruflich vorstellen. Dafür bringt sie nach eigenen Angaben auch gute persönliche Voraussetzungen mit. „Ich arbeite organisiert, bin gewissenhaft sowie ein kommunikativer und engagierter Teamplayer, gehe aber ebenso zuverlässig selbständig meinen Aufgaben nach.“ Cut. Nach 54 Sekunden ist alles vorbei. Die Präsentation ist geglückt, der Mann hinter der Kamera zufrieden.  
 
Aus der Bewerbungsmasse herausstechen
Julia Schiele hofft mit dem Bewerbungsvideo den Berufseinstieg zu schaffen. Keine schlechte Idee. Denn um aus der breiten Masse herauszustechen, muss man sich etwas einfallen lassen. „Eine solche Bewerbung habe ich viel besser in Erinnerung als eine standardisierte“, sagt Elmar ein Personalverantwortlicher eines Handwerkbetriebs.
„Ich bekomme sofort einen Eindruck in Gestik, Ausstrahlung, Sprache und Optik des Bewerbers, so dass ich mir vorab einen sehr guten Eindruck verschaffen kann.“

Ähnlich äußert sich ein Geschäftsführer einer Firma, die sich auf Maschinen und Spezialgeräte in der Nahrungsmitteltechnik spezialisiert hat: „Ein Bewerbungsvideo sagt mehr aus als ein Foto in der Bewerbungsmappe“, erklärt er.

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Für den Traumjob vor der Kamera/Foto: Jakob Owens / Unsplash

Auf dem Vormarsch, aber die Ausnahme
Zwar sind Videobewerbungen seit Jahren auf dem Vormarsch, aber immer noch die Ausnahme. Das ergab eine nicht repräsentative Umfrage unter baden-württembergischen Karrieretrainern.
 
Die Experten empfehlen, sich vorher beim Unternehmen zu erkundigen. Vor allem in akademischen Berufen sei diese Form der Bewerbung noch nicht gängig, sagt zum Beispiel der Karlsruher Karrierecoach Harry Kran.  
 
In Branchen wie etwa Finanzen soll das Beilegen eines persönlichen Videos zu Lebenslauf und Anschreiben sogar auf Abneigung stoßen, heißt es unter Fachleuten.
Beachtung finden Videobewerbungen dagegen vor allem in der Kreativbranche. Denn bei Mediendesignern oder Werbefachleuten unterstreicht ein gefilmtes Selbstporträt, dass sich der Kandidat mit den neuen Medien gut auskennt.
 
Professionell ist das A und O
Aber wie sollte so ein Werbevideo aussehen? Experten raten, dass das Video professionell gemacht sein sollte. Am besten in einem Studio vor einen hellen, dezenten Hintergrund mit optimaler Beleuchtung, indem auch keine Nebengeräusche stören. Die Bewerber selbst sollten eine angemessene Kleidung wählen – eine, die sie auch bei einem Vorstellungsgespräch tragen würden. Jogginghose und T-Shirt sind tabu.  
 
Zudem sollten sie gute Argumente parat haben, warum sie genau die Richtigen für die von ihnen angesprochene Firma sind, und diese souverän präsentieren. Und zwar im Stehen anstatt im Sitzen. Denn die Persönlichkeit und Körpersprache erhält dadurch einen viel stärkeren Ausdruck. Insgesamt sollte die Videobewerbung nicht länger als zwei Minuten dauern und als DVD oder CD der klassischen Bewerbungsmappe mit Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen beigelegt werden, empfehlen Experten.
 

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