Influencer-Marketing: Ebbt der Hype um Influencer ab?

Der Influencer Hype: Die Macht der Einfluss-Reichen

Bild Der Influencer Hype: Die Macht der Einfluss-Reichen

Influencer sind die neuen Stars. Sie werden mit Ruhm und Geld überschüttet wie früher nur Sänger, Sportler oder Schauspieler. Doch Insider sagen voraus, dass der Influencer Hype bald ein Ende haben könnte. Wir haben die Vorzeichen für euch analysiert.

Der Influencer Hype: Die Macht der Einfluss-Reichen

Die einen sind vom Influencer Hype genervt, die andern eifern Influencern nach und sehen sie als Idole, wieder andere wollen selbst vom Influencer-Marketing profitieren. Unbestritten ist: Influencer sind angesagt wie nie und verdienen dank Instagram, Facebook und Co. teils unglaubliche Gagen. Mehr als drei Milliarden Euro gaben Unternehmen in Jahr 2017 für Influencer-Marketing auf Instagram aus, zeigen Zahlen der Analyse-Plattform "InfluencerDB". Mehrere Tausend Euro pro Bild lassen sich Influencer mit mindestens 150.000 Followern zahlen.

 

Was sie bewerben, ist vielen Influencern egal: ob Sneaker, Schoko oder Ski-Reise, jede Produktmarke wird lächelnd in die Kamera gehalten. Unternehmen erhoffen sich dadurch bessere Absatzzahlen, weil Follower und Fans Influencern vertrauen und ihre Produktempfehlungen wie die von Freunden aus dem analogen Leben behandeln. In den letzten Jahren hat diese Art Werbung auf Instagram stetig zugenommen. Doch langsam mehren sich die Vorzeichen, dass der Influencer Hype abebben könnte.

 

Influencer-Marketing: Ebbt der Hype um Influencer ab? Foto: alexa suter / unsplash

Influencer-Marketing: Ebbt der Hype um Influencer ab? Foto: alexa suter / unsplash

Wie geht es mit dem Influencer Hype weiter?

Die Vorzeichen, dass sich der Influencer Hype abschwächen könnte, kommen aus unterschiedlichen Richtungen. Hier der Überblick:

Algorithmus

Social Media ist stetig im Wandel und was vor einigen Jahren funktioniert hat, ist teilweise heute schon anders. Zentral dabei: die Algorithmen bei Facebook, Instagram und Co. Für Werbetreibende und Influencer wird immer weniger ersichtlich, wie sich das Spiel um Aufmerksamkeit gewinnen lässt. Vor allem Facebook will sich für Werbung bezahlen lassen und säubert die Feeds so konsequent, dass selbst große Influencer nur verhältnismäßig wenige Likes bekommen. Und neben den reinen Followerzahlen spielt auch Engagement (Likes und Kommentare) eine Rolle, wenn es um den Wert eines Influencers geht. Ist das Engagement niedrig, lohnt es sich für Unternehmen womöglich nicht mehr, Influencer-Marketing zu betreiben. Der Influencer Hype könnte abebben.

Bewusstsein

Das Bewusstsein der Community wächst und immer mehr Follower fühlen sich von ständiger Werbung gestört. Fans aus den Anfangsjahren hadern mit Influencern, die täglich Dutzende PR-Pakete mit kostenlosen Probeprodukten erhalten, auf gesponserte Reisen gehen und zu schillernden Events eingeladen werden. #notrelatable

So entschied sich kürzlich die Beauty-YouTuberin Samantha Ravndahl gänzlich auf PR-Pakete zu verzichten. Ravendahls Follower lobten, dass ihre Videos jetzt noch glaubwürdiger würden. Weitere Influencer könnten der No-PR-Entscheidung folgen. 

Glaubwürdigkeit

Nicht nur für die Fans ist Glaubwürdigkeit ein Aspekt. Auch in den Werbeabteilungen von Agenturen und Unternehmen sind Bots, gekaufte Follower und gefakte Kommentare ein Gesprächsthema. Verlieren Influencer ihre Glaubwürdigkeit, sind sie nicht mehr attraktiv für Werbekunden und der Influencer Hype würde abflachen.

Kennzeichnungspflicht

Nach der Schleichwerbung-Klagewelle müssen gesponserte Posts und sonstige Werbung auf Instagram in Deutschland gekennzeichnet werden. In Großbritannien gilt schon länger eine Kennzeichnungspflicht für Social Media Kanäle. Wer Werbung in den sozialen Netzwerken macht, muss sie wie im Fernsehen oder in der Zeitung als solche kenntlich machen. Langfristig könnte das Auswirkungen auf die Wirkung von Influencer-Marketing haben. 

Sättigung

Influencer gilt als attraktiver Job, viele Jugendliche wollen lieber Influencer werden, anstatt eine Ausbildung zu absolvieren. Doch der Markt ist zunehmend gesättigt. Vor allem die Sparten Beauty, Fashion, Fitness, Food und Reisen wimmeln nur so vor Influencern. In diesen Sparten wird es voraussichtlich weniger Werbung geben, dafür gewinnen Nischen-Influencer wahrscheinlich an Bedeutung. Bei ihnen stimmen auch Engagement und Glaubwürdigkeit.

 

Fazit

Ob der Influencer Hype tatsächlich abflacht, müssen wir wohl abwarten. Aber es gibt Anzeichen aus unterschiedlichen Richtungen, dass sich das Influencer-Marketing verändert.

 

 

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