Trotz Big Brother sicher durchs Netz

der gläserne mensch

Trotz Big Brother sicher durchs Netz
70 Prozent der Deutschen sorgen sich zwar um ihre Daten – aber kaum einer schützt sie ausreichend.
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Seit Edward Snowden die weltweiten Spionagepraktiken der US-amerikanischen Geheimdienste enthüllte, kursieren viele Witze im Netz. Zum Beispiel dieser: Ein kleiner Junge zupft am Ärmel des US-Präsidenten und sagt: „Mein Vater hat gesagt, Du kannst in meinen Computer gucken.“ Darauf Obama: „Das ist nicht Dein Vater.“ Oder dieser: „Heute braucht sich kaum jemand noch Gedanken über Backups machen. Im Notfall gibt es für alle Computer mit Internetanschluss ja die NSA.“

Kein hundertprozentiger Schutz
Der Witz ist sicher übertrieben. Fakt ist aber: hundertprozentigen Schutz der eigenen Privatsphäre im Internet gibt es nicht. Selbst beim anonymen Surfen mit einer anderen IP-Adresse hinterlässt man Spuren – sei es beim Einloggen in ein soziales Netzwerk oder beim Schreiben einer Mail.

Deutsche sorgen sich um ihre Daten
Knapp 70 Prozent der Deutschen sorgen sich laut einer aktuellen Studie des GfK-Vereins um ihre Daten im Internet. Trotzdem schützen sie diese allerdings nur unzureichend. Zwar haben 72 Prozent der 1.500 Befragten ein Virenschutzprogramm, 59 Prozent eine Firewall und 49 Prozent einen Spam-Filter. Aber auf weitere Schutzmaßnahmen verzichtet der Großteil der Internetnutzer.

Lange Passwörter, anonym surfen und E-Mails verschlüsseln
Sichere Passwörter aus langen Kombinationen aus Zahlen und Buchstaben nutzt zum Beispiel nur jeder Vierte. Auf Verschlüsselungsprogramme für E-Mails setzen gar nur fünf Prozent – trotz der Enthüllungen von Edward Snowden. Auch Techniken zum anonymen Surfen wie Tor verwenden wenige. Lediglich vier Prozent der Befragten gaben an, solche Software installiert zu haben. Ein Grund für die geringen Werte dürfte dabei die relativ komplizierte Bedienung sein.

Anonymität schützt nicht
Die Internetnutzer greifen lieber zu einfacheren Tricks. Zwölf Prozent sagten gegenüber dem GfK-Verein, dass sie in sozialen Netzwerken einen ausgedachten Namen verwenden oder Angaben fälschen. Jeder Zehnte hat außerdem eine separate Email-Adresse. Vor staatlicher Überwachung oder Cyberkriminalität schützen diese Tricks allerdings nicht.

Sebastian Martin, 18.01.2014

 
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