Probearbeit

Vorsicht Ausbeutung!

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Probearbeit/ Foto: Alexis Brown / Unsplash

Probearbeit: Vorsicht Ausbeutung

Die Bewerbung hat Interesse geweckt, das Vorstellungsgespräch lief gut: In manchen Firmen heißt das aber noch lange nicht, dass man die ausgeschriebene Stelle auch erhält. Einige Unternehmen laden ihre Bewerber anschließend noch zum Probearbeiten ein, um die Person besser kennenzulernen. Der Vorteil für den Bewerber: Er kann in die Arbeitsprozesse und das Betriebsklima hineinschnuppern.

Beschäftigungsverhältnis klären
Allerdings gibt es einiges zu beachten. Denn einige Firmen suchen nur eine kostenlose oder günstige Aushilfskraft, vor allem bei Tätigkeiten mit niedriger Qualifikation kommt dies hin und wieder vor – zum Beispiel im Gaststättengewerbe. Der Fachanwalt für Arbeitsrecht Stefan Haffner aus Filderstadt empfiehlt, im Vorfeld schriftlich zu vereinbaren, um was für ein Beschäftigungsverhältnis es sich handelt: ein kostenloses Einfühlungsverhältnis oder eine entgeltpflichtige Probearbeit.

 

Probearbeit/ Foto: Matese Fields / Unsplash

Probearbeit/ Foto: Matese Fields / Unsplash

Maximal drei Tage unentgeltlich reinschnuppern
Bei einem Einfühlungsverhältnis unterliegt der Arbeitnehmer keiner Arbeitspflicht und muss somit auch keinen Weisungen folgen – weder inhaltlich, noch zeitlich. Beide Seiten sollen sich lediglich kennenlernen, können sich aber auch jederzeit voneinander trennen. Laut Stefan Haffner sollte ein Einfühlungsverhältnis nicht länger als drei Tage dauern. Denn sonst dürfte es sich bereits um Probearbeit handeln, die entgeltpflichtig ist und bei der man auch den branchenüblichen Lohn einklagen kann – vor allem dann, wenn der Arbeitnehmer bereits konkrete Aufgaben übernommen und somit vollwertige Arbeit geleistet hat.

Risiken für Angestellte und Arbeitsuchende
Rechtsanwalt Stefan Haffner rät bei der Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Bewerber aber auch, die Übernahme des Versicherungsschutzes zu klären. Zudem empfiehlt er Arbeitssuchenden, einen Schnuppertag in einem Unternehmen bei der Agentur für Arbeit zu melden. Zum einen, um keine Sperrfrist zu riskieren, weil man in der Zeit nicht vermittelbar ist. Zum anderen, um anfallende Kosten erstattet zu bekommen. Arbeitnehmern, die die Firma wechseln wollen und zum Probearbeiten eingeladen werden, sollten zudem dies unbedingt ihrem Chef mitteilen. „Denn sonst riskieren sie aufgrund des sogenannten vertragsimmanenten Wettbewerbsverbots eine fristlose Kündigung“, sagt Stefan Haffner.

Weiterführende Links:
Tipps zur Probearbeit

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