Traumjob auf den zweiten Blick – Unterwegs mit der Müllabfuhr

Traumjob auf den zweiten Blick – Unterwegs mit der Müllabfuhr

Bildunterschrift: David Hofmann ist sehr zufrieden mit seiner Berufswahl: Er fährt die großen Müllautos bei der Stadtreinigung. Foto 1: Katja FrohbergBildunterschrift: David Hofmann ist sehr zufrieden mit seiner Berufswahl: Er fährt die großen Müllautos bei der Stadtreinigung.
Katja Frohberg

Als Grundschulkind machte David Hofmann jeden Morgen vor der Schule einen Abstecher zum Gelände der Stadtreinigung und winkte die Müllautos vom Gelände. Danach ging er zur Schule. Heute ist der 28-Jährige Berufskraftfahrer-Azubi im zweiten Lehrjahr.

Familienkompatible Arbeitszeiten
Nach einer Ausbildung als Restaurantfachmann war er nach der Geburt seines Kindes auf der Suche nach einem familienfreundlicheren Job. „Bei der Stadtreinigung zu arbeiten ist ein echter Kindheitstraum von mir und heute passt die Arbeit genau zu meinem Leben“, erzählt David Hofmann. Statt wie vorher in den Abendstunden, fährt der Azubi heute im praktischen Ausbildungszeitraum meist in der Tagesschicht von 6 Uhr bis 14.30 Uhr. „Mein Arbeitstag ist sehr abwechslungsreich. Ich lerne alle Touren und Stadtteile kennen und arbeite während der Ausbildung auch in der Werkstatt und im Kundenservice.“

Mehr Geld als Auszubildender
Im Wechsel absolvieren die Lehrlinge Blöcke in der Berufsschule und im Betrieb. Statt wie in seiner Lehre im Restaurant mit rund 300 Euro über die Runden kommen zu müssen, stehen David Hofmann jetzt im zweiten Ausbildungsjahr nun 660 Euro monatlich zur Verfügung. Der Geruch des Mülls sei eigentlich kein Problem. Nur die Fahrzeuge, die Bioabfälle geladen haben, könnten im Sommer mal etwas unangenehm riechen, schmunzelt der Azubi. Neben der Arbeit als Berufskraftfahrer auf dem Reinigungs- und Entsorgungsfahrzeug bietet die Stadtreinigung noch andere Ausbildungsberufe an: Auch künftige Kfz-Mechatroniker, Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft sowie Industriekaufleute sind gefragt.

Viele Bewerber
Über einen Mangel an Bewerbern kann sich das Unternehmen zurzeit nicht beklagen. Um die eventuellen Vorurteile der künftigen Bewerber abzubauen oder gar nicht erst entstehen zu lassen, arbeitet die Stadtreinigung mit Schulen und Kindergärten zusammen. Bei regelmäßigen Führungen dürfen schon die Kleinsten ein Müllauto hautnah kennenlernen. Eines Tages sitzen sie vielleicht ebenso stolz hinter dem Lenkrad eines 26-Tonners wie David Hofmann.

Julia Oliver Vollmer

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