In Unternehmen nachgefragt –

Worauf kommt es bei Bewerbungen an?

In Unternehmen nachgefragt – worauf kommt es bei Bewerbungen an?

Foto, Alter, Lebenslauf – so eine Bewerbungsmappe steckt voller Herausforderungen. Aber was ist wichtig? Worauf schauen die Personaler tatsächlich? bigKARRIERE hat bei einem großen Konzern und bei zwei mittelständischen Unternehmen nachgefragt.

Christian Harms, Arbeitsdirektor und als Geschäftsführer verantwortlich für das Ressort Mitarbeiter beim dm-Drogeriemarkt Karlsruhe
„Über 34.000 Menschen sind derzeit in Deutschland bei dm beschäftigt. Das Unternehmen erhält durchschnittlich 15.000 Bewerbungen pro Monat. Die meisten im Standardformat. Für Videos oder Fotocollagen ist das System ohnehin nicht bereit, denn bei dem enormen Umfang ist das Verfahren automatisiert. Das Bewerber-Management der Zentrale in Karlsruhe sichtet sämtliche Unterlagen und leitet sie an den jeweiligen Mitarbeiterverantwortlichen vor Ort weiter.

Mein erster Blick fällt auf die Gesamtheit der Bewerbung. Die Beweggründe des Bewerbers, bei dm arbeiten zu wollen, zählen ebenso wie seine individuellen Fähigkeiten. Ein Motivationsschreiben sollte deshalb nicht fehlen. Die Grundlage aller Beurteilung ist die Stellenausschreibung. Der Bewerber muss einfach dazu passen. Das Anschreiben ist dabei genauso wichtig wie der Lebenslauf. Sollte es darin Lücken geben, ist das zunächst kein Weltuntergang. Im persönlichen Gespräch sollten sich Bewerber allerdings auf Nachfragen einstellen.“

Dieter Berweiler vom Calendula Kräutergarten in Stuttgart-Mühlhausen
Meine Frau und ich beschäftigen derzeit zehn Mitarbeiter. Im Monat erreichen uns durchschnittlich eine Initiativbewerbung. Wenn aber eine Stelle ausgeschrieben ist, können es auch 100 sein. Mein erster Blick fällt immer auf das Foto und der berühmte erste Eindruck entsteht. Dann widme ich mich dem Lebenslauf. Sind Lücken darin, hake ich nach. Können Wackelkandidaten diese nicht nachvollziehbar erklären, bedeutet dies das Aus. Für mich ist es besonders wichtig, authentische und ehrliche Mitarbeiter zu finden, die gut zu unserem Unternehmen und ins Team passen.

Tanja Ulmer von StaRT-Stadtmarketing und Tourismus Reutlingen GmbH
Derzeit arbeiten acht Mitarbeiter in Vollzeit und 15 Personen in Teilzeit in unsrem Unternehmen. Wenn eine Stelle ausgeschrieben ist, erreichen mich100 bis 200 Bewerbungen. Mein erster Blick fällt auf die Mappe – der Gesamteindruck muss stimmen. Durch Eselsohren oder Kaffeeflecken wird der natürlich getrübt. Weil es zum Unternehmen passt, darf es auch ruhig etwas stylischer sein, eine Broschüre oder ein Flyer – ein Freizeitfoto allerdings möchte ich nicht sehen. Zuerst lese ich immer das Anschreiben, das gut auf die Firma und die Position abgestimmt sein sollte. Lücken im Lebenslauf sind nicht tragisch, es sei denn sie bleiben ungeklärt – oft sind es gerade die Sprünge in der Vita, die Personen interessant machen.

Worin sind sich alle einig? Die No Go's bei Bewerbungen

  • Rechtschreibfehler
  • Falsche Ansprechpartner
  • beliebige Standardanschreiben
  • Schmutzige oder offensichtlich mehrfach gebrauchte Bewerbungsmappen
  • unerklärliche Lücken im Lebenslauf

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