Hallo Chef

Die richtige Anrede im Bewerbungsschreiben

Bild Die richtige Anrede im Bewerbungsschreiben

Hallo Chef

Die richtige Anrede im Bewerbungsschreiben

Tobias hat sich richtig Mühe gegeben. Stundenlang tüftelte er am Anschreiben der Bewerbung. Völlig umsonst. Denn als der Personaler die erste Zeile las, war Tobias schon aus dem Rennen. Denn der Maschinenbauer hat einen Fehler gemacht, der eigentlich nicht passieren sollte. Er hat eine zu lockere Anrede verwendet. „Hallo Herr Schmidt“, schrieb Tobias.

Auf Nummer sicher gehen
Wer in der Bewerbung nichts falsch machen will, der verwendet als Anrede „Sehr geehrte(r)“. Die Standardformel wird auch in der Norm DIN 5008 für Bewerbungen und Geschäftsbriefe vorgeschlagen. Ebenfalls denkbar wäre, den Personaler mit „Guten Tag“ anzusprechen. Auf „Liebe(r)“ sollte man dagegen verzichten. Denn diese Anrede sollten nur vertraute Personen untereinander verwenden – zum Beispiel gute Freunde oder langjährige Kollegen. Ebenfalls kritisch sehen Knigge-Experten das von Tobias verwendete „Hallo“ – auch wenn man in der Stellenanzeige geduzt wurde.

Die richtige Anrede im Bewerbungsschreiben/ Foto: Sebastian Herrmann / Unsplash

Die richtige Anrede im Bewerbungsschreiben/ Foto: Cytonn Photography / Unsplash

Im Einzelfall entscheiden
Eine lockere Anrede in der Stellenanzeige könnte lediglich ein Hinweis auf die Firmenkultur sein, zu der der Bewerber noch nicht gehört, schreiben Jürgen Hesse und Christian Schrader, Deutschlands führende Experten auf dem Gebiet der Bewerbungs- und Karriereberatung, auf ihrer Website www.berufsstrategie.de . Die Firma könnte außerdem versuchen, gezielt nur junge Menschen anzusprechen. „Wir raten dazu, Bewerbungen generell immer ganz individuell auf das jeweilige Unternehmen auszurichten. Von daher sollte man auch bei der "Du"-Frage je nach Einzelfall entscheiden“, sagen die beiden Experten.

Vorsicht bei konservativen Unternehmen
Bei einem konservativen Unternehmen sollte man auf jeden Fall förmlich bleiben und auch das „Sie“ im Anschreiben verwenden. „Es kann nämlich sehr gut sein, dass der zukünftige Vorgesetzte, der die Bewerbung liest, nichts von dem locker-flockigen Ton der Anzeige weiß, die ein Mitarbeiter von der Personalabteilung getextet hat. Dementsprechend überrascht wird er die Bewerbung relativ schnell als unangemessen in den Absagen-Stapel legen“, sagen Jürgen Hessen und Christian Schrader. Und das dürfte neben dem „Du“ auch bei „Hallo“ oder „Lieber“ der Fall sein.

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