Hey du, kannste mal?

Ausbildungs-Knigge: Wie benimmt man sich gegenüber Ausbildungsleiter?

Hey du, kannste mal?
Gegenseitiger Respekt und Rücksichtsnahme sind das A und O im neuen Job.
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Im August und September werden wieder zahlreiche frischgebackene Schulabgänger in die Lehre gehen. Wenn eure Ausbildung beginnt, bekommt ihr einen eigenen Betreuer. Wir haben fünf Tipps für euch, wie ihr euch gegenüber dem Ausbildungsleiter benehmen solltet.

Eure Beziehung
Für euch sollte er der Ansprechpartner im Betrieb sein – ihr solltet ihm jede Frage stellen oder Probleme mit ihm besprechen können. Zum Beispiel, wenn es mit Kollegen nicht gut läuft oder ihr euch überfordert fühlt. Das heißt aber nicht, dass ihr beste Freunde seid. Deswegen den Ausbildungsleiter immer siezen – er muss euch als Ältester und Ranghöchster das Du anbieten.

Vorsicht bei Lästereien!
Ihr wollt, dass euer Ausbildungsleiter euch mit Respekt behandelt – so sollte es auch andersherum sein. Also Vorsicht vor fiesen Sprüchen gegenüber Kollegen. Wenn ihr ein Problem habt, solltet ihr das ansprechen. Alles andere landet auch meistens beim Adressaten und kann richtig für Ärger sorgen.

Wie äußere ich Kritik?
Wenn es etwas gibt, das euch in eurer Ausbildung stört – sei es im Umgang mit Kollegen oder vielleicht das Gefühl unter- oder überfordert zu sein, solltet ihr immer offen damit umgehen. Auch als Auszubildende habt ihr das Recht Kritik zu üben oder Vorschläge zu machen. Überlegt euch aber bereits vorher, dass niemand es gerne hat, wenn er auf Fehler hingewiesen wird. Deswegen solltet ihr euch genau überlegen, in welchem Rahmen ihr mit eurem Ausbildungsleiter sprechen wollt. Wenn gerade Stress herrscht, ist das sicherlich nicht der richtige Moment. Fragt nach, wann es am besten passen würde. Während des Gesprächs solltet ihr immer Ich-Botschaften senden: „Ich finde …“, „Ich habe das Gefühl, dass … .“ Es geht schließlich in diesem Moment konkret um eure Meinung.  

Wann darf ich Nein sagen?
Als Auszubildender habt ihr Rechte. Ihr sollt einen Beruf erlernen und seid nicht dafür da nur den Dreck für andere weg zu machen. Wenn ihr das Gefühl habt, ausgenutzt zu werden, ist das definitiv ein Grund den Mund aufzumachen. Im Notfall nehmt ihr für das Gespräch euren Ausbildungsvertrag mit. Auch für die Arbeitszeit gibt es Regeln: Seid ihr unter 16 Jahre dürft ihr nur zu bestimmten Zeiten beschäftigt werden – Schichtarbeit ist nur begrenzt erlaubt. Zwischen euren Arbeitstagen muss eine Ruhepause von zwölf Stunden liegen. Sollte es immer wieder dazu kommen, dass ihr Überstunden schiebt, solltet ihr dringend mit eurem Ausbildungsleiter sprechen.

Was tun, wenn Reden nicht hilft?
Ihr habt immer wieder das Gespräch mit eurem Ausbildungsleiter gesucht, doch nichts hat sich geändert? In diesem Fall solltet ihr euch an die Ausbildungsberatung wenden. Angeboten wird die unter anderem von den Industrie- und Handelskammern (IHK) oder der Lehrlingswarte der Handwerkskammern.

Antonie Rietzschel, 01.08.2014

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