Arroganz als No-Go?

Wie ein Arroganz-Training der Karriere helfen könnte

Foto: wesley tingey / unsplash
Foto: wesley tingey / unsplash

Arroganz gilt im Allgemeinen als unangenehm. Um nicht als eingebildet und arrogant abgestempelt zu werden, neigen etliche Frauen dazu, sich kleinzumachen und ihr Licht unter den Scheffel zu stellen. Arroganz Training könnte an dieser Stelle korrektiv wirken. Wir beleuchten, wann Arroganz im Berufsleben schadet und wann sie sich absolut auszahlt!

Was ist Arroganz?

Eine glasklare Definition von Arroganz kennt die Wissenschaft nicht, obwohl Psychologen zu Themen wie Selbstüberschätzung und Narzissmus seit Jahrzehnten forschen. Laut Psychiater Claas-Hinrich Lammers von der Asklepios Klinik Nord in Hamburg gehört eine gewisse Arroganz aber ganz sicher zum Geschäftsleben dazu. Vor allem bei Führungskräften hätte Arroganz eine beinahe schützende Wirkung, damit sie unter den regelmäßigen Auseinandersetzungen und Anfeindungen, mit denen sie im Business-Alltag konfrontiert werden, nicht zusammenbrächen. Auch Professorin für Persönlichkeitspsychologie Astrid Schütz von der Universität Bamberg spricht der Arroganz eine positive Wirkung zu: Wer zaghaft handele und zweifele, bringe keine Innovationen hervor.

Außerdem wirkt selbstsicheres, ja geradezu arrogantes Auftreten, respekteinflößend. Sei es bei den Angestellten oder gegenüber Angel-Investoren. Mit gesundem Selbstbewusstsein oder gar Arroganz lässt sich das Umfeld einnehmen und einschüchtern. Problematisch wird es nur, wenn Fremd- und Eigenbild weit auseinanderklaffen - wenn man außer Arroganz keine Leistung zu bieten hat und an Selbstüberschätzung leidet.

Vielleicht ist es Angst vor exakt diesem Vorwurf, der Frauen davon abhält, im Job arrogant zu sein. Der sie befürchten lässt, Gegenwind zu ernten, wenn sie selbstbewusst auftreten und sichtbar sind.

 

Arroganz als No-Go? Wie ein Arroganz-Training der Karriere helfen kann / Foto: riccardo agostinelli / unsplash

Arroganz als No-Go? Wie ein Arroganz-Training der Karriere helfen kann / Foto: riccardo agostinelli / unsplash

Wer sich als Frau was traut, erntet Gegenwind

"Sie traut sich nicht, zu stören, zu forschen, aus sich herauszugehen." Zitat aus "Das andere Geschlecht" von Simone de Beauvoir.

Frauen können studieren, promovieren, forschen, lehren - und auch abseits der Wissenschaften geniale Ideen und Projekte entwickeln. Dennoch fällt es vielen nicht leicht, sich und ihre Ideen zu exponieren, mit ihrer Großartigkeit sichtbar zu sein, selbstbewusst aufzutreten. Denn viele Frauen und Männer werden nach wie vor so sozialisiert, dass der Raum (sei es im Beruf oder im Privaten) vor allem den Männern gehört. Die Leserinnen unter euch werden es kennen, weichen sie doch auf dem täglichen Weg zur Schule, Uni oder Arbeit wahrscheinlich mehreren Männern auf der Straße oder in der U-Bahn aus, um nicht angerempelt zu werden. Und die Leser fragen wir: Wie oft macht ihr den Weg für Frauen frei? Den meisten Männern fehlt der soziale Instinkt, ausweichen zu wollen. Frauen wird er von klein auf anerzogen. Das kann sich bis in die berufliche Sphäre übertragen.

Zusätzlich können unangenehme Erfahrungen den Drang nach charmantem, freundlichem und freundschaftlichem Auftreten, und danach bloß nie stark, selbstbewusst, fordernd oder arrogant zu wirken, nochmals verstärken. Denn treten Frauen selbstbewusst auf, präsentieren in Meetings ihre Ideen, fordern Geld für ihre Projekte oder wollen in der Führungsetage mitbestimmen, ernten sie nicht selten Kritik, die keinem Mann für das gleiche Verhalten entgegenschlagen würde. Das führt manchmal zur Selbstzensur von Frauen, auch von solchen, die beruflich schon weit gekommen sind.

Arroganz Training? Warum sich Arroganz lohnt!

Wenn ihr die Augen schließt und an CEOs, Professoren und Richter denkt, seht ihr dann (vor allem) Männer? Die Historikerin Mary Beard beschreibt in "Women in Power" genau diesen Effekt (unconscious bias). Selbst bei Frauen tritt er ein. Das liegt daran, dass Erfolg und ausgeprägtes berufliches Selbstbewusstsein gesellschaftlich überwiegend von Männern vorgelebt werden. Damit sich das ändert, müssen Frauen arrogant sein (wenn sie sich dabei wohl und sicher fühlen) - nur so lässt sich ein bisschen mehr Raum einfordern und der Status quo hinterfragen. Beim beruflichen Aufstieg ist Arroganz sicherlich auch hilfreich.

Ähnliche Beobachtungen und Gedanken hat sich womöglich Coach und Unternehmensberater Peter Modler gemacht, denn er bietet Arroganz Training für Frauen an. In seinem Arroganz Training will Modler Frauen von beruflichen Begegnungen auf Augenhöhe und gleichberechtigter Kommunikation im Job abbringen - und sie so vor anzüglichen Bemerkungen und jovialen Kommentaren männlicher Kollegen bewahren. Stattdessen rät Modler seinen Klientinnen zu Statussymbolen, Reviermarkierungen und "situativer Arroganz". In seinem Arroganz Training vermittelt er eine Art Power-Fremdsprache für den Business-Alltag, die Frauen einsetzen könnten, wenn sie sich nicht respektiert oder als Führungsperson akzeptiert fühlten.

Fazit

Dass Arroganz im Job Vorteile hat, haben wir euch klar demonstriert. Wenn es euch an diesem ausgeprägten Selbstbewusstsein fehlt, könnten Tipps aus dem Arroganz Training helfen. Was denkt ihr über das Modlersche Arroganz Training?

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