Balance-Modell

Euer Weg zur inneren Mitte

Balance-Modell – Euer Weg zur inneren Mitte / Foto: omar lopez / unsplash
Balance-Modell – Euer Weg zur inneren Mitte / Foto: omar lopez / unsplash

Wahrscheinlich habt ihr auch hin und wieder den Gedanken, dass der Tag einfach mehr Stunden haben müsste. 24 Stunden reichen einfach nicht, um all den Anforderungen des Alltags gerecht zu werden. Ihr müsstet mindestens zwei Arme mehr haben oder euch klonen können, um an mehreren Orten gleichzeitig zu sein. Im Job oder Studium sollt ihr stets Höchstleistungen vollbringen, euch engagiert einsetzen, und Überstunden sind natürlich auch kein Problem. Außerdem solltet ihr Zeit mit Familie und Freunden verbringen. Und ihr dürft nicht vergessen, gut auf euch und euren Körper zu achten. Also hakt einmal ab: Sport getrieben, ausreichend geschlafen und einen großen Teller mit Salat gegessen. Wie war das noch einmal mit den 24 Stunden? Wir stellen schnell fest, dass die Zeit einfach nicht reicht, um alles unter einen Hut zu bringen. Irgendein Bereich unseres Lebens wird immer vernachlässigt und wir spüren, wie die Unzufriedenheit stärker wird. Das Balance-Modell kann euch helfen, mehr Ausgeglichenheit zu erreichen und die wichtigsten Bereiche eures Alltags ins Gleichgewicht zu bringen.

Balance-Modell – vier Bereiche sind entscheidend für mehr Zufriedenheit

Das Balance-Modell wurde von dem deutschen Neurologen, Psychiater und Psychotherapeuten Nossrat Peseschkian entwickelt. Der Psychiater iranischer Herkunft ist der Begründer der Positiven Psychotherapie. Beim Balance-Modell geht man davon aus, dass es vier Bereiche im Leben gibt, die sich im Gleichgewicht befinden müssen, damit man sich glücklich und zufrieden fühlt. Wer für Ausgeglichenheit zwischen den unterschiedlichen Lebensbereichen sorgt, vermindert sein Stresslevel und wird gegenüber Druck und Krankheiten widerstandsfähiger. Dazu gehören im Einzelnen:

  • Beruf und Finanzen
  • Familie und soziale Kontakte
  • Gesundheit und Fitness
  • Sinn und Kultur
Balance-Modell – Euer Weg zur inneren Mitte / Foto: andre guerra / unsplash

Balance-Modell – Euer Weg zur inneren Mitte / Foto: andre guerra / unsplash

Balance-Modell – die vier Säulen

Vier Lebensbereiche also, die Zeit und Aufmerksamkeit verlangen und entscheidend für eure Ausgeglichenheit sind.

Im ersten Bereich geht es um Beruf und Finanzen. Für viele Menschen nimmt der eigene Beruf einen hohen Stellenwert ein. Viele definieren sich über ihren Job und ihre Leistung. Hier lohnt es sich, sich besonders genau zu beobachten. Tut euch eure Arbeit gut? Gibt es Verbesserungspotenzial? Reicht das Einkommen? Was erwarte ich von meinem Job?

Im nächsten Bereich geht es um die Familie und die sozialen Kontakte. Freunde und Familie, aber auch Studienkollegen und Kollegen spielen eine wichtige Rolle, wenn es um unsere Zufriedenheit geht. Isolation kann Menschen krank machen. Ihr könnt euch fragen, ob ihr genug Freunde und Bekannte habt. Verbringt ihr genug Zeit mit der Familie? Wen solltet ihr wieder einmal treffen? Wo gibt es vielleicht Konflikte, die ausgeräumt werden sollten?

Im nächsten Bereich geht es um eure Gesundheit und Fitness. Gesundheit ist eine wichtige Voraussetzung, um alle Lebensbereiche frei gestalten zu können. Ernährt ihr euch so, dass ihr euch damit wohlfühlt? Habt ihr ausreichend Schlaf und Bewegung?

Im nächsten Bereich befasst ihr euch mit Sinn und Kultur. Was macht euch als Persönlichkeit aus? Welche Werte sind euch wichtig? Welchen Sinn seht ihr in eurem Leben, eurem Denken und eurem Handeln? Hier geht es um eure Ziele und eure Selbstverwirklichung.

Leben in Balance – sieht das für jeden gleich aus?

Laut dem Balance-Modell ist ein Mensch zufrieden und glücklich mit seinem Leben, wenn sich die vier wichtigsten Lebensbereiche im Gleichgewicht befinden. Allerdings heißt das nicht, dass ihr für jeden dieser Lebensbereiche gleich viel Zeit und gleich viel Aufmerksamkeit reservieren müsst. In vielen Fällen ist ein solcher Anspruch unrealistisch. Es kommt vielmehr darauf an, dass ihr zu einer Balance findet, die zu eurem Leben passt. Ihr habt das Gefühl, dass ein oder mehrere Bereiche zu kurz kommen? Achtet genau auf eure Bedürfnisse, eure Persönlichkeit und eure eigene Situation, um zu einem persönlichen Gleichgewicht zu finden. Vielleicht verbringt ihr einen Großteil des Tages sitzend im Büro und seid daher unzufrieden? Dann kann es sinnvoll sein, den Fokus auf mehr Bewegung und körperliches Wohlbefinden zu legen, um die eigene Zufriedenheit zu steigern. Oder ihr habt in letzter Zeit über euren Uni-Wälzern gehangen, die Sonne kaum gesehen und eure Freunde vernachlässigt? Dann wird es vielleicht Zeit für die nächste Kneipentour oder gemeinsames Grillen. Auf welche Lebensbereiche ihr euch gerade stärker konzentriert, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Vor einer wichtigen Prüfung ist es vielleicht der Lernstoff. Zu einem anderen Zeitpunkt beschäftigt ihr euch mehr mit der Familie. Wie sich eure Aufmerksamkeit verteilt, darf sich im Laufe des Lebens ändern, und wenn ihr merkt, dass ihr unglücklich werdet, guckt genau hin und dreht ein bisschen an der Verteilung von Aufmerksamkeit und Zeit.

Fazit

Wenn ihr unzufrieden mit eurem Leben seid, solltet ihr euch zuerst fragen, woher der ganze Frust kommt. Was passt nicht mehr in eurem Leben? Gibt es Lebensbereiche, denen ihr euch gerade jetzt mehr zuwenden solltet? Oder gibt es Lebensbereiche, in die ihr gerade zu viel investiert? Ihr könnt jederzeit nachjustieren, wenn sich ein gewisses Ungleichgewicht bemerkbar macht. Das Balance-Modell kann euch helfen, die für euch passende Balance zu finden.

 

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