Digitale Kongresse?

Haben Nachteile, aber auch einige Vorteile.

Foto: marius masalar / unsplash
Foto: marius masalar / unsplash

Viele Kongresse und andere Veranstaltungen müssen derzeit abgesagt werden oder wurden bereits abgesagt. Wann Kongresse wieder vor Ort mit einer Vielzahl an Teilnehmern stattfinden können, ist noch nicht absehbar. Die Tagungs- und Kongresssäle bleiben daher auf unbestimmte Zeit leer. Die Corona-Krise hat viele Bereiche unseres Berufs- und Privatlebens beeinflusst. Die Frage ist nun aber auch, wie kann es mit der Weiterbildung durch Kongresse weitergehen, wenn Säle nicht mehr belegt werden dürfen und Veranstaltungen ausfallen. Auch wenn Kongresse aufgrund der aktuellen Coronavirus-Pandemie abgesagt werden müssen, verschwindet damit nicht automatisch der Bedarf, sich weiterzubilden und fachlichen Austausch zu suchen. Wenn es keine Präsenzveranstaltungen geben darf, dann hält man eben den Kongress digital ab. Virtuelle Veranstaltungen könnten also eine Lösung für dieses Problem sein.

Kongress digital abhalten in der Corona-Krise

Noch vor wenigen Wochen war es für uns unvorstellbar, dass wir uns bald mit Dingen wie Kontaktsperre, Ausgangsbeschränkung und Social Distancing beschäftigen müssen. Jetzt sind diese Dinge zu unserer neuen Realität geworden und Großveranstaltungen wie Kongresse, Messen und andere Fortbildungsveranstaltungen sind nicht mehr möglich. Innerhalb weniger Wochen wurde eine Veranstaltung nach der anderen abgesagt. Wer jetzt bereits über Erfahrung mit virtuellen Veranstaltungen verfügt, ist klar im Vorteil. Die Digitalisierung ist bereits in der Eventbranche angekommen und es wurden auch schon vor der Corona-Pandemie einige Veranstaltungen virtuell abgehalten. Der größte Unterschied zwischen einem virtuellen Kongress und einer Präsenzveranstaltung besteht darin, dass die Inhalte anders präsentiert werden. Bei einer Präsenzveranstaltung sitzt ihr mit vielen anderen Teilnehmern in einem Kongresssaal. Wird ein Kongress digital durchgeführt, nehmt ihr einfach mit eurem Computer von zu Hause oder dem Büro aus teil.

Durch die Digitalisierung der Eventbranche wurden bereits einige neue Eventformate hervorgebracht. Auch in diesem Bereich steht die Entwicklung nicht still und es gibt immer wieder innovative Ideen, die das Erlebnis eines virtuellen Events noch realer erscheinen lassen. An einem virtuellen Kongress können die Teilnehmer ortsungebunden teilnehmen und sowohl Teilnehmer als auch Veranstalter können ihre Ressourcen schonen. Die Reise-, Personal- und Standkosten fallen wesentlich geringer aus. Hinzukommt, dass Zielgruppen gezielt angesprochen und Events weltweit abgehalten werden können. Veranstalter von virtuellen Events sind überzeugt, dass der Veranstaltungsort eine untergeordnete Rolle spielt. Als viel wichtiger erachten einige Veranstalter die Themen. Diese sollen für die Teilnehmer nach wie vor interessant und relevant sein.

 

Digitale Kongresse? Haben Nachteile, aber auch einige Vorteile. / Foto: hj barraza l2eb / unsplash

Digitale Kongresse? Haben Nachteile, aber auch einige Vorteile. / Foto: hj barraza l2eb / unsplash

Kongress digital abhalten - die Krise bietet auch Chancen

Die Corona-Krise kann auch eine Chance für das Kongresswesen sein. Jetzt bietet sich die Chance, einen Kongress digital und damit nachhaltiger zu gestalten. Kongressteilnehmer müssen keinen langen Anfahrtsweg in Kauf nehmen. Das heißt, auf unnötige Reisen mit dem Auto oder dem Flugzeug kann verzichtet werden. Stattdessen findet der Kongress digital statt. Es gibt einige Veranstalter, die bereits virtuelle Kongresse und Tagungen abgehalten haben. Am Anfang gibt es zuweilen Probleme mit der Technik. Natürlich muss man sich in die digitale Software für Kongresse erst einarbeiten und Erfahrungen sammeln, bis ein reibungsloser Ablauf gewährleistet ist. Einen Kongress digital abzuhalten, bietet auch Vorteile. Wenn auf Reisen verzichtet wird, trägt dies zum Klimaschutz bei. Ein weiterer Vorteil kann sein, dass die Kongresse und Tagungen zukünftig auch kleiner gestaltet werden können. Das heißt, einige Teilnehmer sind vor Ort dabei, der Großteil nimmt allerdings virtuell teil. So könnten Veranstalter auch kleinere Orte und Hotels als Veranstaltungsort wählen und wären in ihren Entscheidungen freier. Da die Plätze nicht begrenzt sind, können mehr Teilnehmer eingeladen werden. Die Teilnehmer sparen ihrerseits Zeit und Geld, da weder der Anfahrtsweg noch Reisekosten anfallen. In Zukunft wäre auch ein Wechsel zwischen virtuellen und physischen Veranstaltungen denkbar. So könnte man an vielen Kongressen zu unterschiedlichen fachlichen Themen teilnehmen und ein- oder zweimal eine Veranstaltung direkt besuchen, um den persönlichen Austausch zu fördern.

Fazit

Eine Krise wie die derzeitige Corona-Pandemie ist immer auch eine Chance. Veranstalter und Teilnehmer haben jetzt die Chance, Kongresse wie Webinare digital zu gestalten und zu testen, wie gut das funktioniert. Einen Kongress digital abzuhalten, wird jedoch nicht immer funktionieren. Für viele Teilnehmer spielt insbesondere der persönliche Austausch eine wichtige Rolle. Die Zukunft des Tagungs- und Kongresswesens besteht daher wahrscheinlich aus einer Mischung aus virtuellen Kongressen und Präsenzveranstaltungen. Ganz genau werden wir das jedoch erst wissen, wenn die Corona-Krise vorbei ist.

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