Guter Coach? Schlechter Coach?

So erkennst Du ihn

Foto: olena sergienko / unsplash
Foto: olena sergienko / unsplash

In den letzten Jahren haben viele junge Menschen ihre Berufung im Coaching gefunden und das Angebot an Coaches für die unterschiedlichsten Themenbereiche ist mittlerweile sehr groß. Doch was macht einen guten Coach wirklich aus und wie kann ich einen guten von einem schlechten Trainer unterscheiden?

 

Eine seriöser Coach? Eine Frage der Ausbildung

Die seriöse Coaching-Ausbildung? Es ist für potenzielle Coachees oft schwer, die Spreu vom Weizen zu trennen. Eine seriöse Coaching-Ausbildung setzt sich zwar aus fixen Modulen und einem Lehrplan zusammen, dennoch sollte immer ein persönliches und unverbindliches Gespräch geführt werden. In diesem Gespräch habt ihr die Möglichkeit, den Coach kennenzulernen und festzustellen, ob die Chemie zwischen euch stimmt.

Die Ausbildung als Trainer baut nicht nur auf Theorie auf, sondern bindet auch die persönliche Ebene stark mit ein. Nur durch diese Selbsterfahrung im Training ist es möglich, einen angehenden Coach auf die Realität im späteren Berufsleben vorzubereiten. Ein weiterer wichtiger Indikator für eine seriöse Trainerausbildung ist der Abschluss. Achtet daher darauf, dass euer Coach ein anerkanntes Zertifikat mit branchenüblichen Standards besitzt.

Das Coach-Anforderungsprofil – Das Anforderungsprofil eines Coaches ist sehr vielseitig

  • eine gute Beobachtungsgabe
  • ein Verständnis für Rhetorik und Körpersprache
  • Ausgeglichenheit
  • eine ruhige, aber aktivierende Ausstrahlung
  • Empathie
  • eine rasche Auffassungsgabe sind Eigenschaften

Ein guter Coach muss in der Lage sein, jedes Problem wertzuschätzen und durch das Aufbauen von Vertrauen euch abzuholen und euch auf eure nächsten Schritte vorzubereiten. Dabei ist ein Trainer nicht allwissend, gibt gute Ratschläge oder versucht zwanghaft jemanden sein Wissen aufzudrängen. Im Gegenteil! Er hört zu, stellt die richtigen, doch oft auch bewusst provozierenden Fragen und gibt an der passenden Stelle im Gespräch sein Feedback. Die besten Ergebnisse lassen sich bei einem Coaching erzielen, wenn ihr das Gefühl habt, selbst die Lösung für ein Problem gefunden zu haben.

Die Aufgaben eines Coaches sind die eines Trainers

Das Rollenbild des Coaches wird oft mit dem eines Motivationstrainers gleichgestellt. Natürlich spielt Motivation immer eine wichtige Rolle, doch ein Coaching hilft euch dabei, Kraft zu tanken und es zeigt dir konkrete Wege, um gesetzte Ziele über eigene Ressourcen zu erreichen. Das können brachliegende oder nicht hinreichende Talente oder Eigenschaften sein, welche – einmal aktiviert – neue Sichtweisen und auch Kompetenzfelder erschließen. Dafür braucht es emotionale Reife, der sich am besten in Humor und Zuversicht äußert.

Es ist die richtige Balance zwischen Technik und Motivation, die ein guter Coach vermitteln muss. Ein Coach kann nicht auf jedem Gebiet ein Profi sein. Coachings finden heute in allen Lebens- und Arbeitsbereichen statt. Allgemein gilt, dass ein fähiger Coach ein guter Feedback-Geber sein muss. Er sieht euch nicht nur als Individuum, sondern die systemischen Zusammenhänge. Systeme können hierbei die Herkunftsfamilie, die Ausbildungsstätte, die Abteilung oder der ganze Betrieb sein.

Coaching? Was erfolgreiche Trainer richtig machen / Foto: dan burton / unsplash

Coaching? Was erfolgreiche Trainer richtig machen / Foto: dan burton / unsplash

Was heißt hier "systemisch"?

Was "System" meint, kann man am besten über einen Fußball-Vergleich illustrieren: Keine erfolgreiche Mannschaft kommt ohne ein erfolgreiches (Spiel-)System aus, trotzdem benötigt ein funktionierendes Team immer auch kreative Individuen, die aus dem System mehr machen, als eingespielte Laufwege, funktionierende Viererketten oder erfolgreich einstudierte Standardsituationen garantieren können. Ein guter Coach nimmt diese Zusammenhänge wahr und zeigt Perspektiven in Rollen auf, die innerhalb des jetzigen Systems besser zu euch passen. Oder er empfiehlt euch unter Umständen, das Spielfeld ganz zu verlassen. Vielleicht seid ihr ja in einem anderen Betrieb mit flachen Hierarchien besser aufgehoben. Oder die Selbstständigkeit lässt euch beruflich aufblühen. Das ist auch der Grund, warum Eltern, Geschwister oder auch Kollegen nicht immer als spontane Coaching-Ratgeber geeignet sind. Sie sind Teil der Systeme, innerhalb derer ihr euch bewegt und können nicht auf die notwendige neutrale Außenperspektive verweisen. Ein guter Coach kann das. 

 

Methodenkompetenz eines Coaches

Die meisten erfolgreichen Coaches verfügen über einen professionellen Internetauftritt und geben darin sehr viel über sich selbst preis. Sie führen ein Mehrfachleben als Speaker, Blogger und Coach und nutzen die Synergien mehrerer Berufsbilder, um die eigene Karriere anzukurbeln und Mehrwert zu liefern. Ein guter Coach kann mithin auf berufliche Erfolge (mindestens auf dem Senior-Level) und eine breite "Tool-Box" verweisen. Schlüssige Konzepte wären dann etwa:

  • Selbstmanagement-Ansatz
  • Lösungs-/ressourcenorientierter Fokus
  • Systemische Sichtweisen

Die zum Einsatz kommenden Methoden können vielseitig sein. Bewährt haben sich:

  • Sokratischer Dialog 
  • Provokativ-humorvolle Techniken
  • Hypno- und Entspannungstechniken
  • NLP
  • Mentales Training
  • Kommunikations- und Konflikttraining
  • Inneres Team/Weisheit
  • Achtsamkeit

Erfolgreiche Coaches überzeugen durch ihre optimistische Persönlichkeit und genau diese wichtige Eigenschaft macht viele Trainer auf den ersten Blick betrachtet oft ein wenig unnahbar. Der Coaching-Markt ist sehr stark umkämpft. Jeden Tag präsentiert ein neu ernannter Trainer sein Programm. Daher nutzen erfolgreiche Trainerpersönlichkeiten ihre Blogs dafür, um ihren Klienten mehr von sich selbst preiszugeben, ihre Vielseitigkeit zu präsentieren und sich von einer anderen Seite zu zeigen. Eine Seite, die nicht nur den Theoretiker, sondern auch den Menschen hinter dem Trainer zeigt. Und genau diese menschliche Seite ist wichtig, um eine ehrliche und gute Vertrauensbasis zwischen Trainer und euch aufbauen zu können. Denn kaum in einem anderen Business als im Coaching-Business ist gegenseitiges Vertrauen eine der wichtigsten Tugenden. 

 

Fazit

"Jeder braucht einen Coach" - mit diesen Worten eröffnete Bill Gates 2013 seinen TED-Vortrag in New York. Und diese Aussage zeigt, dass auch erfolgreiche Menschen immer wieder gerne und bewusst auf die Hilfe eines Coaches zurückgreifen. Der Coaching-Markt ist nicht auf eine Zielgruppe beschränkt. Daher muss die Suche immer individuell erfolgen. Neben den Hard Facts zählt dann vor allem eines: das Bauchgefühl.

 

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