Hochstapler-Syndrom: Tipps, um mit dem Impostor-Syndrom klarzukommen

Impostor-Syndrom: Das Gefühl, ein Hochstapler zu sein

Bild Impostor-Syndrom: Das Gefühl, ein Hochstapler zu sein

Habt ihr das Gefühl Nichts zu können, euren Erfolg nicht zu verdienen? Wer diese Art Selbstzweifel kennt, leidet am Impostor-Syndrom. Wir zeigen euch, warum ihr in Wirklichkeit keine Hochstapler seid und wie sich die destruktiven Gedanken wieder verziehen.
 

Impostor-Syndrom: Das Gefühl, ein Hochstapler zu sein

Die Angst aufzufliegen, als Nichtskönner oder Betrüger entlarvt zu werden, schwingt immer mit. Für diese Angst gibt es einen Begriff: Impostor-Syndrom – auf Deutsch Hochstapler-Syndrom genannt. Betroffene zweifeln an ihrem Können und haben das Gefühl, sich ihren Erfolg erschlichen zu haben. Sie glauben glückliche Zufälle oder eine falsche Einschätzung durch das Umfeld hätten sie dorthin gebracht, wo sie jetzt sind. Selbst objektive Fakten und offensichtliche Beweise vermögen es nicht, sie von ihren Fähigkeiten zu überzeugen. Dabei haben sie sich Nichts zuschulden kommen lassen, und dennoch ist da das Gefühl, ein Hochstapler zu sein.

Viele Menschen kennen diese destruktiven Gedanken, etwa 70 Prozent haben es bereits selbst erlebt, wie es ist, sich als Hochstapler zu fühlen. Männer, Frauen, Marketingmanager, Medizinstudenten, Maskenbildner - das Impostor-Syndrom kann jeden treffen. Sogar bekannte Stars wie Tina Fey, Jodie Foster und Kate Winslet leiden daran. Entdeckt haben das Phänomen zwei Psychologinnen, Pauline Rose Clance und Suzanne Imes, im Jahr 1978. Eine Krankheit ist das Impostor-Syndrom nicht, nur ein psychologisches Phänomen, das phasenweise stärker oder schwächer ausgeprägt sein kann. Wissenschaftler sind sich noch nicht sicher, was der Auslöser ist. Häufig lässt sich jedoch beobachten, dass Betroffene eine gestörte Wahrnehmung in drei Bereichen aufweisen:
 

  • Überdimensioniertes Verständnis von Kompetenz.
  • Komplexe Auffassung davon, was Erfolg bedeutet.
  • Verstärkte Angst vor negativer Kritik.
     
    Hochstapler-Syndrom: Tipps, um mit dem Impostor-Syndrom klarzukommen / Foto: jamieson murphy / unsplash

    Hochstapler-Syndrom: Tipps, um mit dem Impostor-Syndrom klarzukommen / Foto: jamieson murphy / unsplash

Wie ihr mit dem Impostor-Syndrom klarkommt

Der erste Schritt zur Überwindung des Hochstapler-Syndroms ist es, die destruktiven Gedanken zu erkennen. Beobachtet die Gedanken als solche, anstatt sie gleich anzunehmen. Auch die Unterscheidung zwischen Gedanken und Gefühlen ist sinnvoll. Jeder fühlt sich hin und wieder überfordert, inkompetent oder gar dumm. Bloße Gefühle in diese Richtung bedeuten nicht, dass dies der Realität entspricht.

Ein weiterer Trick, um sich nicht mehr als Hochstapler zu fühlen, ist Erfolge zu notieren. Ein Erfolgstagebuch zeigt klipp und klar, was ihr bereits geschafft habt. Und es macht deutlich, dass sich Erfolge durchaus wiederholen können, weil sie eben nicht auf glücklichen Zufällen, sondern auf euren eigenen Fähigkeiten basieren.

Um das Impostor-Phänomen auszumerzen, muss die Wahrnehmung korrigiert werden. Hinterfragt, ob euer Verständnis von Kompetenz und Erfolg nicht überdimensioniert ist und beleuchtet, wie ihr mit negativer Kritik umgeht. Versucht realistischere Anforderungen an euch selbst zu formulieren und Fehler zu akzeptieren. Gelegentliche Fehler und Zweifel sind normal, sie machen keine Nichtkönner oder Betrüger aus euch. 

Nicht nur mit dem Thema Kritik, sondern auch mit der Thematik Lob solltet ihr euch befassen. Nehmt Lob als das an, was es ist, anstatt es zu relativieren: Lob ist die Anerkennung eurer Leistung.

Als Gegenmittel zum Hochstapler-Syndrom hilft es, Erfolg zu visualisieren. Stellt euch vor, wie ihr im Beruf oder in der Schule brilliert. Veranschaulicht euch immer wieder, dass ihr kompetent und klug seid. Profi-Sportler nutzen diese Taktik, um vor Wettbewerben das richtige Mindset zu entwickeln.

Über das Phänomen zu reden hilft ebenfalls bei der Bewältigung. Wenn Freunde oder Mentoren euch erzählen, dass sie die gleichen Zweifel und Gedanken plagen, versteht ihr, dass es normal ist, ab und zu unsicher zu sein. Wenn die destruktiven Gedanken in euch aufkommen, werden sie euch nicht mehr so leicht davon überzeugen können, dass ihr inkompetente oder unfähige Menschen seid.

 

Fazit

Sich als Hochstapler zu fühlen ist gar nicht so ungewöhnlich, doch das Phänomen kann lähmend sein. Toleriert nicht, dass die destruktiven Gedanken sich bei euch einnisten, sondern kämpft gegen sie an – sie sind fake.

 

 

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