Hypnose

funzt das?

Foto: burns zowjsralre8 / unsplash
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Ihr verbindet mit Hypnose eher belustigende oder aufregende Bühnenshows? Ihr denkt dabei eher an ferngesteuerte Marionetten, die alles tun, was der Hypnotiseur ihnen vorgibt? Die heutige Hypnosetherapie – auch Hypnotherapie oder Hypnosepsychotherapie – hat im Grunde nichts mit diesen Bühnenshows zu tun. Die moderne Hypnotherapie soll Menschen dabei helfen, psychische Probleme besser in den Griff zu bekommen, mit Schmerzen besser umgehen zu können und sich zu entspannen.

Hypnose – was ist das eigentlich genau?

Bei der Hypnose handelt es sich um eine Technik, mit der man sich selbst oder andere Menschen in einen anderen Bewusstseinszustand versetzen kann. Dieser veränderte Bewusstseinszustand ist auch als hypnotische Trance bekannt und wird von psychischen sowie körperlichen Veränderungen begleitet. In diesem Trancezustand können Erlebnisse aufgearbeitet und Angststörungen behandelt werden. Auch positive Kräfte können mittels Hypnosetherapie aktiviert werden. Mittlerweile wurden bereits operative Eingriffe unter Hypnose durchgeführt, so dass auf eine herkömmliche Narkose ganz oder teilweise verzichtet werden konnte. Bei dieser Technik handelt es sich nicht um ein Hexenwerk und auch nicht um eine Bühnenshow. Vielmehr dient das Verfahren dazu, über das Unterbewusstsein einen Zugang zur inneren Welt des Patienten zu erhalten. Früher dachte man, dass der tranceähnliche Zustand von hypnotisierten Menschen mit dem Schlaf zu vergleichen ist. Die moderne Hirnforschung hat jedoch gezeigt, dass hypnotisierte Personen aufmerksam und wach sind. Zu vergleichen ist dieser Zustand mit einer tiefen Entspannung. Während einer Hypnosetherapie kann der Therapeut diesen Zustand nutzen, um das Unterbewusstsein des Patienten anzusprechen und so Potenzial für die Bewältigung verschiedenster Probleme freizulegen. Die Hypnotherapie dient daher häufig zur Unterstützung bei der Behandlung seelischer oder körperlicher Auffälligkeiten.

 

Hypnose wirkt sogar. Wir zeigen euch Anwendungsgebiete / Foto: valeriia bugaiova / unsplash

Hypnose wirkt sogar. Wir zeigen euch Anwendungsgebiete / Foto: valeriia bugaiova / unsplash

Hypnosetherapie – wann wird sie eingesetzt?

Anerkannte Hypnosetherapie

Zur Hypnosetherapie gibt es mittlerweile zahlreiche Studien, die belegen, dass diese Form der Therapie bei vielen Beschwerden und Krankheitsbildern eine Verbesserung bewirken kann. Als anerkannt gilt die Hypnotherapie bei folgenden Erkrankungen und Problemen:

  • Migräne
  • Schmerzlinderung
  • Geburtsvorbereitung
  • Fibromyalgie
  • Nikotinsucht
  • Erkrankungen, die durch psychische Probleme beeinflusst werden können (zum Beispiel Reizdarm)

Häufig ist die Hypnotherapie Teil einer psychotherapeutischen Behandlung und wird unter anderem bei folgenden Beschwerden eingesetzt:

  • Chronischen Schmerzen (zum Beispiel bei Arthritis oder Tumorbehandlungen)
  • Psychosomatischen Problemen wie Neurodermitis, Schlafstörungen, Allergien und Migräne
  • Hautleiden, die durch psychische Faktoren beeinflusst werden können (zum Beispiel Warzen und Herpes)
  • Essstörungen
  • Angststörungen (zum Beispiel Höhenangst und Flugangst)
  • Anpassungsstörungen
  • Akuten Schmerzen (zum Beispiel bei zahnärztlichen Behandlungen, operativen Eingriffen oder während der Geburt)

In der Regel müssen Patienten die Kosten für die Hypnosesitzungen selbst tragen. In manchen Fällen werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen. Hier kann es sich lohnen, vorab anzufragen, ob die Möglichkeit einer Kostenübernahme besteht. Je nach Ausbildung und Spezialisierung liegen die Kosten pro Sitzung beim Hypnosetherapeuten zwischen 60 und 150 Euro.

Selbsthypnose – funktioniert das auch?

Bei der Selbsthypnose handelt es sich um eine Variante der Hypnose. Der Unterschied liegt darin, dass bei einer Fremdhypnose eine weitere Person beteiligt ist. Wer sich selbst hypnotisiert, ist dagegen allein. In der Regel wird bei dieser Form der Hypnose auch auf Hilfsmittel beziehungsweise eine Begleitung über Audio- und Videoanleitungen verzichtet. Wenn man sich selbst hypnotisieren möchte, kommen dabei Techniken aus der Meditation und dem autogenen Training zum Einsatz. Auch Autosuggestionen können eingesetzt werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich selbst in einen Trancezustand zu versetzen. In der Regel unterscheiden sich Menschen darin, wie schnell und leicht sie sich hypnotisieren können. Wenn keine besondere geistige Behinderung oder psychischen Erkrankungen vorliegen, kann sich grundsätzlich jeder Mensch selbst hypnotisieren. Die Selbsthypnose kann für unterschiedliche Bereiche angewandt werden:

  • Entwöhnung von Zigaretten
  • Gewichtskontrolle
  • Behandlung von Schlafstörungen
  • Stressreduktion
  • Behandlung von Ängsten
  • Schmerzbewältigung
  • Steigerung der Konzentration
  • Steigerung des Selbstbewusstseins
  • Mehr Entspannung
  • Mehr Kreativität

Sich selbst zu hypnotisieren, gilt nicht als gefährlich. Wenn ihr euch näher mit Selbsthypnose beschäftigen möchtet, informiert euch vorab. Ihr könnt auch einen Freund oder ein Familienmitglied bitten, während des Hypnotisierens auf euch zu achten.

Fazit

Zum Schluss möchten wir einmal festhalten, dass man nicht zur willenlosen Marionette wird, wenn man hypnotisiert wird. Auch in diesem Trancezustand kann euch niemand zwingen, Dinge zu tun, die ihr aus moralischen Gründen ablehnt oder intime Geheimnisse preiszugeben. Wer nicht hypnotisiert werden möchte, bei dem gelingt es in der Regel auch nicht. Vielmehr könnt ihr Hypnose und auch Selbsthypnose nutzen, um körperliche oder seelische Probleme zu lösen. Vielleicht möchtet ihr etwas in eurem Leben optimieren, Ängste loswerden, Zigaretten ersatzlos streichen oder euch selbstbewusster fühlen? Hypnose kann euch beim Erreichen eurer Ziele unterstützen.

 

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