Jobhopper? Wie ihr euch trotz vieler Jobwechsel im Bewerbungsgespräch gut

Was ist Jobhopping und warum kann es zum Problem werden?

Bild Was ist Jobhopping und warum kann es zum Problem werden?

Jobwechsel gehören zur beruflichen Laufbahn. Zu häufige Arbeitsplatzwechsel und kurze Gastspiele können im Bewerbungsprozess allerdings zu Problemen führen. Wir haben Tipps für alle, die es bisher nirgendwo lange gehalten hat.

Was ist Jobhopping und warum kann es zum Problem werden?

Der Lebenslauf liest sich eher chaotisch: sechs Monate bei Firma X, neun Monate bei Arbeitgeber Y, eineinhalb Jahre bei Unternehmen Z. Jobhopper versprechen sich davon oft einen schnelleren Aufstieg, denn mit jedem Jobwechsel winkt ein höheres Gehalt. Für viele Personalchefs riecht solches Jobhopping nach mangelndem Durchhaltevermögen, fehlendem Rückgrat, unzureichender Teamfähigkeit, ausgeprägter Sprunghaftigkeit - sie fürchten schlicht, dass ein Vielwechsler auch bei ihnen nicht lange bleiben würde und sich das Anlernen nicht lohnt. Nur in Branchen mit saisonaler oder projektbezogener Arbeit sorgen viele Stellenwechsel nicht für Stirnrunzeln. Und auch zu Beginn der Berufslaufbahn gelten mehrere Jobwechsel in kurzer Zeit als vertretbar, da Orientierung und Erfahrungsgewinn im Mittelpunkt stehen. Mit steigender Berufserfahrung wird es allerdings schwieriger, kurze Betriebszugehörigkeitszeiten argumentativ zu untermauern.

Eine Studie der Jobbörse Indeed aus dem Jahr 2018 zeigt, dass Jobhopper bei deutschen Arbeitgebern unbeliebt sind. Demnach haben 72 Prozent der Arbeitgeber bereits Kandidaten aufgrund von Jobhopping - also vieler Kurzzeit-Jobs - nicht zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Fast 30 Prozent von ihnen schließen Jobhopper kategorisch aus. Als Jobhopper galt für die befragten Arbeitgeber, wer mindestens vier Jobs mit einer Laufzeit von weniger als sieben Monaten in der Vita stehen hatte. Eine Vertragsdauer von über 16 Monaten zwischen Jobwechseln empfanden die Befragten als akzeptable Zeitspanne. Die Studie belegt, dass viele Personalchefs trotz des sich dynamisch wandelnden Arbeitsmarktes gegenüber Vielwechslern voreingenommen sind - und sollte Jobhopper aufhorchen lassen. Wenn ihr zu der Kategorie Vielwechsler gehört, braucht ihr eine solide Strategie!

Doppelstudium: Wie ihr zwei Studiengänge gleichzeitig studieren könnt / Foto: ella jardim / unsplash Doppelstudium: Wie ihr zwei Studiengänge gleichzeitig studieren könnt / Foto: sonnie-hiles / unsplash

Gelungene Selbstpräsentation: Bewerbungsgespräch als Jobhopper/ Foto: sonnie hiles / unsplash

Gelungene Selbstpräsentation: Bewerbungsgespräch als Jobhopper

Wenn ihr zum Bewerbungsgespräch eingeladen wurdet, habt ihr eine große Hürde gemeistert und bei der Bewerbung vieles richtig gemacht (berufliches Netzwerk genutzt, zweifelhafte Stationen im Lebenslauf weggelassen, ein alternatives Layout verwendet, das optisch mehr Kontinuität schafft etc.). Jetzt gilt es sich im Interview positiv und glaubwürdig zu präsentieren und Fragen zum Jobhopping geschickt zu parieren. Haben euer Anschreiben und Lebenslauf die vielen Stationen nicht hervorgehoben und sind reale Gründe für die Jobwechsel aufgeführt, hält sich das Risiko für fiese Fragen in Grenzen. Falls nicht, wird euch der Personaler auf die hohe Fluktuation und kurze Verweildauer direkt ansprechen. Um dem künftigen Arbeitgeber alle Bedenken zu nehmen, solltet ihr strategisch antworten.

#1: Weckt keine schlafenden Hunde und beantwortet nur Fragen, die tatsächlich gestellt wurden! Macht die Personalverantwortlichen nicht auf Dinge in eurem Lebenslauf aufmerksam, die ihnen gar nicht negativ aufgefallen sind.

#2: Beantwortet Fragen nach kurzen Beschäftigungszeiten und vielen Gastspielen kurz und prägnant. Vermeidet lange Rechtfertigungen. Mögliche Antworten sind: keine persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten, Umstrukturierung der Firma, wirtschaftliche Probleme des Unternehmens, bei Jobaufnahme war Grund für den Austritt nicht absehbar, ihr wolltet euch ausprobieren.

#3: Betont die Erfahrungen, die ihr in euren bisherigen Jobs gewonnen habt, sowie das geknüpfte Branchennetzwerk, und wir ihr diese beim neuen Arbeitgeber einbringt.

#4: Gestaltet eure Antworten positiv und authentisch, redet nicht schlecht über alte Arbeitgeber, Jobs oder Kollegen. Erwähnt vielmehr positive Aspekte, die euch an bisherigen Tätigkeiten und der Zusammenarbeit mit alten Arbeitgebern und Kollegen gefallen haben.

#5: Habt eine überzeugende Erklärung parat, warum ihr die angestrebte Stelle langfristig bekleiden wollt und nicht in ein paar Monaten wieder das Weite suchen werdet. Beispielsweise indem ihr betont, dass die neue Stelle viel bessere Möglichkeit zur fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung bietet.

#6: Wenn ihr auf Lücken im Lebenslauf direkt angesprochen werdet, erläutert, dass ihr nur für die aktuell angestrebte Position relevante Jobs in den Lebenslauf aufgenommen habt.

Diese Strategie soll Personalverantwortlichen vermitteln, dass ihr keine riskante Partie seid, die in absehbarer Zeit wieder den Job wechseln will.

Fazit

Wer häufige Jobwechsel begründen muss, sollte sich gut darauf vorbereiten, denn die überwiegende Mehrzahl der Arbeitgeber sieht Jobhopper skeptisch. Überlegt euch gute Argumente für euer Jobhopping und wie euer zukünftiger Arbeitgeber von eurer so gewonnenen Expertise profitieren kann.

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