JOMO ersetzt FOMO und YOLO

Die neue Lust am Verpassen

Bild Die neue Lust am Verpassen

Euch nervt dieses ganze "You only live once"- Getue und FOMO findet ihr lächerlich? Damit seid ihr nicht allein - ihr lebt wie viele andere die neue Lust am Verpassen, auch JOMO genannt. Wir zeigen, warum JOMO viel cooler als FOMO ist!

YOLO, FOMO, JOMO - WTF!?

FOMO geistert seit Jahren durch die Medien, und meint die Angst, etwas zu verpassen ("Fear of missing out"). Unterhaltungssüchtige rennen getrieben von FOMO gefühlt jedem Abenteuer, jeder sozialen Interaktion und ungewöhnlichen Erfahrung nach und dokumentieren mit dem Hashtag #YOLO ihr Treiben schamlos in den sozialen Netzwerken, allen voran Instagram, Snapchat und Facebook.

Doch immer mehr Leute ödet das an. Sie wollen nicht mehr dem nächsten Ding nachjagen, sondern setzen bewusst aus. Sie leben JOMO ("Joy of missing out"), die Lust am Verpassen. Für Millenials und Gen Z trifft JOMO den Nerv der Zeit. Überwältigt und gelangweilt vom übermäßigen Konsum der Gegenwart, vom ständigen Präsentsein in den sozialen Netzwerken, von der permanenten Kommunikation, setzen sie auf Reduktion. Das äußert sich als Minimalismus, als Detox, sei es bei Alkohol, Klamotten, Zucker oder Digitalinhalten.

 

JOMO ersetzt FOMO und YOLO - Die neue Lust am Verpassen / Foto: erriko boccia / unsplash

JOMO ersetzt FOMO und YOLO - Die neue Lust am Verpassen / Foto: erriko boccia / unsplash

Sechs gute Gründe für JOMO

Der Trend zur neuen Achtsamkeit hat sechs große Vorteile:

Grund 1: Augen werden immer schlechter

Smartphone, Laptop, TV - Bildschirme bestimmen das moderne Leben und haben negative Auswirkungen auf die Augen. Laut der Gesellschaft für Augenheilkunde ist die Zahl kurzsichtiger Menschen in den Industrieländern in den vergangenen Jahren gestiegen. Den Augen besonders abträglich sollen Smartphones sein, die trotz ihrer kompakten Bildschirme gefühlt in jeder freien Minute angestarrt werden. Dank der neuen Lust am Verpassen müsst ihr nicht mehr bis zum Ende des Feeds scrollen, sondern könnt euer mobiles Endgerät auch mal bewusst ausschalten.

Grund 2: Umgebung wird intensiver wahrgenommen

In Bus und Bahn fällt es besonders auf: Jede und jeder blickt auf das Handy. Blickkontakt mit einer süßen Person zu etablieren, ist im heutigen Alltag fast unmöglich. Selbst Freunde, die nur ein paar Sitze weiter Platz genommen haben, werden nicht bemerkt. An jeder Sehenswürdigkeit, an jedem Traumstrand das gleiche Spiel: Jeder macht ein Selfie. Wenn ihr euch zu JOMO bekennt, muss das nicht sein. Dann lasst ihr das Smartphone bewusst stecken, könnt den Blick in die Ferne schweifen lassen und eure Umgebung intensiver wahrnehmen.

Grund 3: Keine vorzeitige Hautalterung

Bildschirme emittieren blaues Licht, sogenanntes Blue Light. Es simuliert Tageslicht und hält euch auch nachts noch hellwach. Aber Blue Light treibt auch den Alterungsprozess voran. Die Kosmetikindustrie will damit Reibach machen und bringt eigens Produkte mit Blue Light Schutz auf den Markt. Auch Blue Light Schutzbrillen gibt es bereits. Braucht ihr beides nicht, wenn ihr einfach öfter mal 'ne Digitalauszeit macht!

Grund 4: Besser schlafen

Blue Light hemmt die Ausschüttung von Melatonin, dem Schlafhormon. Wer noch im Bett aufs Smartphone oder Tablet schaut, schläft deshalb schlechter und fühlt sich am Folgetag gerädert. Mindestens eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen gehören alle Bildschirmgeräte mit Blue Light verbannt. E-Book-Reader (ohne Blue Light), echte Bücher und Zeitschriften sind dann aber noch erlaubt.

Grund 5: Kein Vergleichen

Einerseits ist es toll, mit Menschen aus der ganzen Welt vernetzt zu sein, mit Freunden und Familienmitgliedern in anderen Ländern in Kontakt zu bleiben und über das Treiben im weiteren Bekanntenkreis auf dem Laufenden gehalten zu werden. Andererseits verleitet das Beobachten anderer Menschen über ihre Social Media Profile zum ständigen Vergleichen. Und damit können durchaus negative Gefühle entstehen, weil die eigene Wohnung nie so aussieht wie die der Scandi-Wohnblogger, weil man keine Taille wie Kim Kardashian hat oder nicht so gut singen kann wie Ed Sheeran. Entscheidet euch öfter bewusst für das Real Life und genießt einen Abend mit echten Freunden - das tut Kopf und Seele gut.

Grund 6: Abhängigkeit stoppen

Kennt ihr diesen reflexhaften Griff Richtung Smartphone, immer wenn es langweilig ist, ein bisschen Zeit bleibt oder ihr euch unwohl fühlt? Wahrscheinlich schon - und damit kennt ihr das Gefühl der Abhängigkeit. Eine Studie von 2018 belegt: 18- bis 24-Jährige in Deutschland schauen täglich 56-mal aufs Handy. JOMO hilft euch, aus dieser Abhängigkeit auszubrechen und verschafft euch mehr Zeit für wertvolle Dinge.

Fazit

JOMO ist nicht nur die neue Lust am Verpassen, sondern auch ein Trend zu mehr Achtsamkeit. Probiert es mal aus, auch wenn euer Digital-Detox anfangs nur ein paar Tage dauert. Enjoy!

Weiterführende Links

Hier könnt ihr euch den zusammengefassten Beitrag anhören:

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