Selbstsabotage

der innere Kritiker am Werk

Foto: minh ng / unsplash
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Stellt euch vor, ihr sitzt auf einem dicken Ast, ganz oben im Baum und zückt die Säge, um diesen Ast abzusägen. In etwa so funktioniert Selbstsabotage. Ihr wollt ein bestimmtes Ziel erreichen, steht euch aber selbst im Weg. Der innere Kritiker applaudiert euch förmlich und beglückwünscht euch mit Sätzen wie "Ich wusste doch, dass du es nicht schaffst. Oder "Du hast es einfach nicht verdient". Kurzum ihr bleibt in eurer Komfortzone, auch wenn es da gerade ziemlich ungemütlich ist. Wenn ihr das nicht länger wollt, müsst ihr aufhören, euch selbst zu sabotieren. 

Was ist Selbstsabotage eigentlich genau?

Wenn man von Selbstsabotage spricht, meint man damit Verhaltensmuster, die einem selbst schaden können. Dabei kann es sich um Verhaltensweisen handeln, die unseren eigentlichen Zielen im Weg stehen. Wir möchten beispielsweise abnehmen, essen jedoch aus emotionalen Gründen zu viel oder das Falsche. Wir schieben wichtige Erledigungen immer wieder auf, bis es vielleicht zu spät ist. Wir greifen in schwierigen Situationen zu Drogen, Alkohol oder Medikamenten. Wir gehen shoppen, wenn wir traurig, wütend oder ängstlich sind. Als Selbstsabotage kann daher alles bezeichnet werden, was unseren Zielen sowie unserem Glück und unserer Gesundheit im Weg steht. Wir sabotieren uns selbst, um negativen Gefühlen aus dem Weg zu gehen.

Häufige Selbstsabotage deutet auf ein geringes Selbstwertgefühl hin / Foto: patrick perkins / unsplash

Häufige Selbstsabotage deutet auf ein geringes Selbstwertgefühl hin / Foto: patrick perkins / unsplash

Selbstsabotage – was hat der innere Kritiker damit zu tun?

Wir alle kennen ihn wahrscheinlich, den inneren Kritiker. Zuweilen erhebt er in unserem Kopf lautstark seine Stimme und bombardiert uns mit negativen Aussagen. Bevor wir überhaupt einen Schritt in Richtung unserer Träume und Ziele wagen, ist der innere Kritiker schon am Werk und hält uns davon ab. Alle Bemühungen werden so schon im Keim erstickt. Neben dem inneren Kritiker können uns noch andere Verhaltens- und Denkmuster im Weg stehen. Folgende Verhaltens- und Denkweisen können euch bei eurer Selbstsabotage unterstützen:

  • Ihr betreibt Prokrastination: Das heißt, ihr leidet unter akuter oder chronischer Aufschieberitis. Ihr lasst den Druck erst so richtig ansteigen, ehe ihr handelt. Ihr wartet mit der Abgabe eurer Bachelor-Arbeit bis zum letztmöglichen Zeitpunkt. Ihr erledigt alle wichtigen Dinge auf den letzten Drücker und geratet dabei ständig in Stress. Klarer Fall von Selbstsabotage. 
  • Ihr seid ängstlich: Wann immer ihr vor dem nächsten Schritt steht, malt ihr euch wahre Horror-Szenarien aus. Ihr geht vom Worst Case aus und malt euch stets aus, wie schlimm alles werden wird. In eurer Vorstellung bekommt ihr absolut nichts gebacken und zu allem Überfluss kommt zu eurer Unfähigkeit auch noch Pech dazu. Aus euren Träumen werden schnell Alpträume und ihr bleibt lieber auf sicherem Boden. Ein Beispiel: Der aktuelle Job ist zwar nichts für euch, aber mit diesen Gefahren kennt ihr euch wenigstens aus. 
  • Ihr fühlt euch wertlos: Wenn euer Selbstwertgefühl im Keller ist, habt ihr keinen Blick mehr für eure Leistungen und Erfolge. Ihr seht womöglich nur noch eure Misserfolge und haltet euch stets vor, was ihr alles nicht geschafft habt. Erfolg und Glück habt ihr sowieso nicht verdient. Wer so denkt, sabotiert sich selbst ebenfalls. 
  • Ihr vergleicht euch mit anderen: Mittlerweile wissen wir wahrscheinlich alle, dass es nichts bringt, sich ständig mit anderen zu vergleichen. Es wird immer jemanden mit mehr Muskeln, mehr Geld und mehr Freunden geben. Auf Social Media werden wir täglich mit den scheinbar perfekten Momenten aus dem Leben anderer bombardiert. Ab und an ist es ganz gut, wenn ihr euch der Realität zuwendet und eine Pause von den diversen Social-Media-Plattformen einlegt. 
  • Ihr findet euer Leben sinnlos: Viele Menschen wünschen sich, dass ihr Leben einen Sinn hat. Sie möchten etwas tun, das sie für sinnvoll erachten. Wenn ihr das Gefühl habt, dass alles in eurem Leben sinnlos ist und ihr euren Weg nicht so richtig findet, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Vielleicht sabotiert ihr euch gerade selbst. 

Was könnt ihr gegen Selbstsabotage tun?

Ihr möchtet eure Ziele und Träume verwirklichen und etwas gegen die ständige Selbstsabotage unternehmen? Hier kommen ein paar Tipps dazu:

  • Ihr solltet lernen, euch selbst zu reflektieren. Selbstreflexion darf nicht mit dem inneren Kritiker verwechselt werden. Wenn ihr euch selbst reflektiert, macht ihr euch nicht sinnlos zur Schnecke. Ihr schärft vielmehr euren Blick für eure Stärken und Schwächen. Wenn etwas schiefgelaufen ist, könnt ihr euch beispielsweise fragen, welchen Anteil ihr daran hattet. Ihr könnt aus negativen Erfahrungen lernen und etwas mitnehmen für die Zukunft.
  • Teilt eure Ziele in Etappen ein. Ihr habt große Ziele und schreckt davor zurück? Kein Problem, dann teilt eure Ziele in Etappen ein. Haltet die Etappen so klein, dass ihr gut zurechtkommt und belohnt euch für jedes erreichte Teilziel. Viele kleine Teilziele ergeben langfristig ein großes Ziel.
  • Versucht bewusst, im Hier und Jetzt zu bleiben. Unsere Gedanken sind überall nur nicht im Hier und Jetzt. Sie suchen in der Vergangenheit nach unseren negativen Erfahrungen und malen für unsere Zukunft die düstersten Szenarien. Depressionen und Ängste können die Folge sein. Besser ist es, ihr bleibt gedanklich im Hier und Jetzt und konzentriert euch auf das, was gerade wichtig ist. 
  • Ihr dürft eure Erfolge ruhig feiern. Wenn ihr zur Selbstsabotage neigt, vergesst ihr wahrscheinlich häufig, was ihr bereits erreicht habt. Führt ein kleines Erfolgs- oder Glückstagebuch und notiert darin, was ihr schon erreicht habt. Konzentriert euch auf eure eigene Entwicklung. Ihr habt es einen Schritt nach vorne geschafft? Dann feiert euren Erfolg. Hier gilt wieder: Vergleiche mit anderen sind nicht sinnvoll. Ihr wisst schließlich nicht, wie hart andere für ihren Erfolg kämpfen mussten. 
  • Besinnt euch auf eure Werte. Wenn ihr euer Leben als sinnlos empfindet, dann habt ihr möglicherweise den Bezug zu euren Werten verloren. Was ist euch wichtig? Was motiviert euch? Wofür setzt ihr euch ein? Welche Werte waren euch früher wichtig? Mit solchen und ähnlichen Fragen kommt ihr euren Werten auf die Spur.

Fazit

Wir alle betreiben hin und wieder Selbstsabotage und stehen uns selbst im Weg. Hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Was hält uns tatsächlich davon ab den nächsten Schritt zu gehen? Wir können aktiv an uns und unserer Einstellung zum Leben arbeiten und mit der Zeit wird sich auch der innere Kritiker immer seltener melden.

 

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