Was verbirgt sich eigentlich hinter Planet2100?

Build the Future

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Hinter uns liegt eine Dekade der Temperaturrekorde und auch der erste Monat des neuen Jahrzehnts war wieder zu warm. Vielen ist inzwischen glasklar: Es passiert zu wenig in Richtung Umwelt- und Klimaschutz. Aber bringen Demonstrationen genug, damit Politik und Wirtschaft handeln? Oder müssen wir Umweltsünder boykottieren? Ein Stuttgarter Start-up will die Macht der Konsumenten nutzen, um den Druck auf Wirtschaft und Politik zu steigern. Mit der Onlineplattform Planet2100.io soll es einfacher werden, im Alltag umweltfreundlicher zu sein. Wie? Wir stellen euch das Stuttgarter Start-up Planet2100genauer vor.

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil

Wo gesetzliche Vorgaben fehlen, können Unternehmen handeln, wie sie wollen. Umweltschutz und Nachhaltigkeit werden dabei noch zu selten mitgedacht. Im Alltag lässt sich das etwa am Verpackungsmüll sehen. Viele Produkte sind unnötigerweise in Plastik gepackt und der Berg an Verpackungsmüll wächst. In der Gesellschaft wird das zunehmend kritisch gesehen. Immer mehr Menschen kaufen lieber unverpackt, benutzen Mehrwegbecher und verzichten auf Einkaufstüten aus Plastik. Unternehmen, die bewusst nachhaltig handeln und ihre Produkte umweltfreundlicher gestalten, fallen positiv auf. Echte Nachhaltigkeit, im Gegensatz zum Greenwashing, wird zum Wettbewerbsvorteil.

Im Alltag immer die richtigen Entscheidungen zu treffen, ist allerdings nicht einfach und Planet2100 will genau das mit seiner Onlineplattform ändern. Auf einen Blick soll ein "Nachhaltigkeits-Score" zeigen, wie gut ein Unternehmen dasteht. Das gilt nicht nur für den Einkauf im Supermarkt, sondern auch für den Friseurbesuch, die Reiseplanung, die Jobsuche und andere Bereiche des Lebens. Noch steht die Plattform am Anfang und soll erweitert werden. Dafür gibt es viel Potenzial.
 

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil

Planet2100: So funktioniert die Onlineplattform für mehr Nachhaltigkeit

Die Onlineplattform Planet2100 hat mehrere Funktionen. Ihr könnt:

  • den "Nachhaltigkeits-Score" von Unternehmen sehen (beinhaltet Informationen über Nachhaltigkeit und CSR und erinnert optisch an Energieeffizienzklassen bei Elektrogeräten)
  • Produkte/Unternehmen auf Nachhaltigkeit bewerten (beispielsweise auch euren Arbeitgeber)
  • Umweltsünder und Umweltverstöße melden

So soll für die breite Öffentlichkeit mehr Transparenz geschaffen werden. Durch mehr Transparenz und Wissen können Verbraucher bessere Entscheidungen treffen, nachhaltige Unternehmen belohnen und nicht umweltbewusste Unternehmen boykottieren. So lässt sich ein gewisser Druck auf die Wirtschaft und auch auf die Politik ausüben.

Der "Nachhaltigkeits-Score" bei Planet2100 setzt sich aus einer Vielzahl an Parametern zusammen und bewertet neben Aspekten der Nachhaltigkeit auch Corporate Social Responsibility (CSR), die etwa Themen wie Betriebsklima, Gleichstellung oder Umgang mit Mitarbeitern umfasst. Weil der Score mithilfe künstlicher Intelligenz errechnet wird, können Hunderte, Tausende oder gar Millionen von Anhaltspunkten mit einberechnet werden. Neben Informationen von den Firmen selbst werden auch Nachrichtenmeldungen, Social-Media-Posts und Bewertungen der User mit einbezogen.

Hinter Planet2100 stehen zwei Stuttgarter, Daniel Straub und Volker Jahns. Jahns bringt Erfahrung aus zwei älteren Projekten mit, der semYOU GmbH und KYSONE.
 

Was verbirgt sich eigentlich hinter Planet2100 - Build the Future?

Was verbirgt sich eigentlich hinter Planet2100 - Build the Future?

Was bringt individuelles Handeln?

Im März 2019 erschien in der Süddeutschen Zeitung ein Artikel mit dem Titel: "Freiwillig werden wir die Erde nicht retten". Freiwilliges, individuelles Handeln hat in der Tat eine begrenzte Wirkung, die die globale Erwärmung nicht aufhalten kann. Dafür braucht es gesetzliche Vorgaben und ein Umdenken in vielen Bereichen des Lebens, wie beispielsweise beim Verkehr und bei der Landwirtschaft. Aber ohne einen Anfang geht es nicht. Wenn keiner die Stimme erhebt und den ersten Schritt wagt, bleibt alles beim Alten.

Das gilt im Großen und im Kleinen. Denn es gibt bestimmt etliche Dinge in eurer unmittelbaren Umgebung, die zu Lasten der Umwelt gehen. Individuelles Handeln kann auf lokaler Ebene viel bewirken und Transparenz hilft dabei. Sei es ein Artikel in der Lokalzeitung oder eine Onlineplattform. Je mehr Menschen wissen, welche Firmen in Sachen Nachhaltigkeit Nachholbedarf haben, desto besser. Nicht nur, weil sie deshalb ihr eigenes Konsumverhalten ändern und die Firmen dadurch animieren nachzubessern, sondern auch weil sie das Thema in die (Lokal-)Politik weitertragen können. Und öffentlicher Druck kann zu Veränderungen in Politik und Wirtschaft führen. 

Fazit

Die Onlineplattform Planet2100 steht am Anfang und die Datenbank ist noch im Aufbau. Grundsätzlich hat sie aber das Potenzial, eine nützliche Ressource bei der Recherche vor Kaufentscheidungen zu werden. Je mehr Menschen sich daran beteiligen, desto wirkungsvoller kann sie sein.

Weiterführende Links

Hier könnt ihr euch den zusammengefassten Beitrag anhören:

 

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