Zielvereinbarung

mehr erreichen durch konkrete Ziele

Foto: standsome worklifestyle / unsplash
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Bei einer Zielvereinbarung handelt es sich um ein Übereinkommen von mindestens zwei Parteien. In diesem Übereinkommen geht es darum zu vereinbaren, welche Leistung in einem bestimmten Zeitraum erreicht werden soll. In der Regel gehören Zielvereinbarungen zu den festen Bestandteilen der Mitarbeiterführung. Die Aufgaben und Ziele sollen so formuliert werden, dass die Unternehmensziele erreicht werden und die Mitarbeiter konzentriert daran arbeiten können. Man nennt dieses Vorgehen auch Management by Objectives (kurz MbO). Dies bedeutet nichts anderes als Führung durch Zielvereinbarung. Das übergeordnete Ziel dieser Managementmethode ist die Verbesserung der Leistung eines Unternehmens. Es werden zahlreiche Einzelziele mit den Mitarbeitern definiert, um so das Unternehmensziel zu erreichen. Basis dieses Managementmodells ist es, dass Führungskräfte und Mitarbeiter die Ziele gemeinsam erarbeiten und auch festlegen, bis wann diese realisiert sein sollen. Die Bezeichnung dieses Managementmodells geht auf den US-Amerikaner Peter Drucker zurück.

 

Zielvereinbarung – mehr erreichen durch konkrete Ziele / Foto: Foto: alexandra k slk / unsplash

Zielvereinbarung – mehr erreichen durch konkrete Ziele / Foto: Foto: alexandra k slk / unsplash

Warum sollen gemeinsame Ziele vereinbart werden?

Wenn zwischen Geschäftsleitung und Mitarbeitern Ziele vereinbart werden, liegt dieser Vereinbarung ein großes Unternehmensziel zugrunde. Ein Unternehmen kann seine Ziele nur verwirklichen, wenn die Mitarbeiter sie bei der Zieleerreichung unterstützen. Mit den Mitarbeitern werden persönliche Ziele erarbeitet, die am Ende zum Gesamtziel des Unternehmens beitragen sollen. Zudem ist das Setzen von Zielen sinnvoll, wenn man möchte, dass Mitarbeiter motiviert sind und fokussiert arbeiten. Werden Ziele konkret formuliert, erhöht das die Sinnhaftigkeit des Tuns und jeder Mitarbeiter bekommt einen Eindruck davon, wie er zum großen Ganzen beitragen kann. In dem Zielvereinbarungsgespräch können Mitarbeiter ihre persönlichen Ziele formulieren und so auch signalisieren, wenn ihnen in bestimmten Bereichen noch Unterstützung beziehungsweise eine entsprechende Fort- und Weiterbildung fehlt. Es können dann Weiterbildungsmaßnahmen veranlasst werden. Weitere Möglichkeiten sind weitere Qualifizierungen, Mentoring und Job Rotation. Eigene Ziele zu haben, ist wichtig, um Erfolg zu haben und diesen überhaupt messen zu können.

Wenn ihr euch im Beruf Ziele setzt, kann das folgende Vorteile haben:

  • Ihr könnt euch besser fokussieren.
  • Ziele dienen der Orientierung.
  • Das Setzen von Prioritäten gelingt leichter.
  • Ziele helfen uns dabei, über uns hinauszuwachsen und unser Potenzial auszuschöpfen.
  • Wer an einem Ziel arbeitet, arbeitet an seinem fachlichen Wachstum.

Um so positive Auswirkungen zu haben, müssen Ziele klar und konkret formuliert werden. Sie müssen fair und messbar sein. Hier setzt die Zielvereinbarung an.

 

Zielvereinbarung – so geht ihr vor! Foto: brett jordan / unsplash

Zielvereinbarung – so geht ihr vor! Foto: brett jordan / unsplash

Zielvereinbarung – so geht ihr vor

Wenn Ziele vereinbart werden, eröffnet dies sowohl Mitarbeitern als auch Führungskräften neue Möglichkeiten. Mitarbeiter haben dadurch die Chance, ihre Ziele klar zu formulieren. Ihre Leistung wird dadurch leichter messbar. Das wiederum kann die Chancen auf eine Beförderung oder Gehaltserhöhung verbessern. Durch Zielvereinbarungen lernen sich die Mitarbeiter zudem selber besser kennen und sie lernen, ihre Stärken gezielt einzusetzen. Die Mitarbeiter konzentrieren sich verstärkt auf das Erreichen der Ziele. Führungskräfte profitieren von der Zielvereinbarung insofern, als dass sie so eine bessere Grundlage für die Leistungsbeurteilung der Mitarbeiter schaffen. Die Arbeit der Mitarbeiter lässt sich besser steuern und kontrollieren. Die Teams und Abteilung können entsprechend der Ziele, die erreicht werden sollen, zusammengesetzt werden. Routineaufgaben können leichter verteilt werden, wodurch Führungskräfte eine Entlastung erfahren. Ziele können in unterschiedlichen Bereichen vereinbart werden. Folgende Ziele können Bestandteil eines Zielvereinbarungsgesprächs sein:

  • Umsatzziele
  • Verhaltensziele
  • Prozessziele
  • Leistungsziele
  • Strategieziel

Um die Ziele genau zu definieren, stellen sich Mitarbeiter und Chef während des Zielvereinbarungsgesprächs mehrere Fragen:

  • Was erwarten wir von der Zielvereinbarung?
  • Was genau soll erreicht werden?
  • Wie kann das Ziel erreicht werden und bis wann soll es erreicht sein?
  • Wie kann der Erfolg gemessen werden?

Diese vier Fragen sind zudem charakteristisch für die vier Phasen der Zielvereinbarung. Am Anfang steht immer die Ist-Analyse. Den Abschluss bilden die Kontrolle der Leistung sowie die Beurteilung. Die vier Phasen sind:

  • Ist-Analyse mit Anforderungen, Leistungsbeurteilung und Bedarf
  • Zielvereinbarung mit den Zielen aus den verschiedenen Bereichen
  • Realisierung der Ziele mit Eigenverantwortung, Delegation und Priorisierung
  • Kontrolle mit Zieleerreichung, Beurteilung und Belohnung

Die gemeinsamen Ziele sollten so konkret wie möglich formuliert werden. Eine positive Formulierung ist wichtig, um die Mitarbeiter zu motivieren.

Zielvereinbarungsgespräch – keine Einbahnstraße

Es gibt natürlich Führungskräfte, die ein Zielvereinbarungsgespräch so verstehen, dass sie die Ziele vorgeben und die Mitarbeiter diesen Vorgaben folgen. Dann handelt es sich allerdings nicht um eine Zielvereinbarung, sondern um einen Befehl. Solch eine Vorgehensweise kann zur Folge haben, dass Mitarbeiter innerlich kündigen und das erklärte Ziel stets das nächste Wochenende ist. Mitarbeiter werden so eher vertrieben als im Unternehmen gehalten. Umgekehrt können die Ziele nicht so formuliert werden, dass der Mitarbeiter sich anschließend auf die faule Haut legen und Däumchen drehen kann. Beide Seiten müssen auf ihre Kosten kommen. Möchtet ihr euch auf ein Zielvereinbarungsgespräch vorbereiten, müsst ihr euch selbst gut kennen und eure Leistungen einschätzen können. Wenn ihr genau wisst, was ihr beruflich erreichen wollt, könnt ihr gemeinsam mit euren Vorgesetzten entsprechende Ziele formulieren. In vielen Fällen werden sich eure Erwartungen nicht zu 100 Prozent mit denen eures Chefs decken. Hier gilt es, gut zu argumentieren und zu verhandeln. Folgende Ziele können beispielsweise vereinbart werden:

  • Umsatzerhöhung bis zum Jahresende um einen gewissen Prozentsatz.
  • Erhöhung des Marktanteils um einen gewissen Prozentsatz.
  • Reduzierung der Kundenbeschwerden durch bestimmte Maßnahmen.
  • Erhöhung der Aktivität auf Social Media.
  • Rekrutierungszeit neuer Mitarbeiter soll verkürzt werden.
  • Kundenzufriedenheit soll um einen gewissen Prozentsatz erhöht werden.

Im Rahmen eines Zielvereinbarungsgesprächs könnt ihr auch Fort- und Weiterbildungen ansprechen. So bereitet ihr euch noch besser auf eure berufliche Zukunft vor und signalisiert, dass ihr ernsthaft an euren Zielen arbeiten wollt.

Zielvereinbarung – wo liegen die Vor- und Nachteile?

Die Vereinbarung von Zielen kann Mitarbeiter motivieren und ihnen helfen, ihre Aufgaben zu priorisieren. Zudem erhalten Führungskräfte so ein Instrument an die Hand, mit welchem sie die Arbeit ihrer Mitarbeiter besser messen können. Das Management by objectives hat zahlreiche Vorteile, aber auch Nachteile. Das sind die Vorteile:

  • Die Motivation der Mitarbeiter lässt sich dadurch steigern. Mitarbeiter wissen, was von ihnen erwartet wird und können sich danach richten. Die Beurteilung ihrer Leistung wird nicht auf Basis von Gefühlen oder Willkür getroffen.
  • Die Mitarbeiter erhalten mehr Verantwortung. Sie kennen das Ziel und können den Weg dorthin selbst bestimmen.
  • Die Zielvereinbarung sorgt für mehr Klarheit und Transparenz. Mitarbeiter und Führungskräfte haben sich über gemeinsame Ziele verständigt.
  • Werden die Ziele gemeinsam erarbeitet, sorgt dies auch für mehr Verbindlichkeit. Beide Parteien wissen, worauf sie sich eingelassen haben.
  • Für Mitarbeiter wird es einfacher, Prioritäten zu setzen. Wenn Mitarbeiter wissen, welche Ziele im Vordergrund stehen, dann können sie an diesen zuerst arbeiten.
     

Das Management by objectives kann folgende Nachteile haben:

  • Werden die Ziele nicht erreicht, kann sich der Mitarbeiter demotiviert fühlen.
  • In manchen Fällen werden die vereinbarten Ziele nicht als verbindlich erachtet und entsprechend nicht diszipliniert genug verfolgt.
  • Es kann zu verstärktem Leistungsdruck kommen. Unter großem Druck können Kreativität und Produktivität leiden.
  • Ein zu hoher Druck kann sich außerdem negativ auf das Betriebsklima auswirken.

Fazit

Die Zielvereinbarung gehört zum Alltag in vielen Unternehmen. Sie ist ein typisches Instrument der Mitarbeiterführung und hat zahlreiche Vorteile. Richtig eingesetzt hilft uns diese Managementmethode uns auf die wichtigsten Aufgaben zu konzentrieren. Wir wissen stets, woran und wofür wir arbeiten, können Erfolge messen und sichtbar machen und so ein Stück weit zum Gesamtziel des Unternehmens, aber auch zur eigenen Zufriedenheit beizutragen.

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