Zürcher Ressourcen Modell

Wie ihr mit dieser neuen Trainingsmethode gezielt eure Motivation steigern könnt

Foto: alex radelich / unsplash
Foto: alex radelich / unsplash

Mit eurer Motivation ist es wie mit Ebbe und Flut - mal da, mal weg? Das geht besser! Ihr könnt motiviert sein, motiviert bleiben und eure Ziele erreichen! Dabei hilft das Zürcher Ressourcen Modell. Wir stellen euch das Modell genauer vor!

Motivation ist manchmal eine knappe Ressource

Der Jahreswechsel ist die typische Zeit dafür, aber auch über das Jahr hinweg nimmt man sich immer mal wieder Dinge vor: entscheidungsfreudiger zu sein, mit einem Laster aufzuhören, mehr Sport zu treiben, beruflich durchzustarten oder gefühlte 1000 andere Dinge. Anfangs stimmt die Motivation und es läuft gut. Irgendwann lässt die Motivation nach und das Vorhaben gerät aus dem Fokus. Die guten Vorsätze sind vergessen. Die Psychologie hat die Ursache dafür gefunden, den Ambivalenz Konflikt.

Der Begriff beschreibt einen Zustand, bei dem Verlangen (auf der Verstandesebene) als auch Abneigung (im Unbewussten) gleichzeitig vorliegen. Das Zürcher Ressourcen Modell verspricht, solche Konflikte aufzulösen und die Motivation so zu steigern, dass man seine Ziele tatsächlich erreicht.

Zürcher Ressourcen Modell – So steigert ihr eure Motivation / Foto: brooke cagle / unsplash

Zürcher Ressourcen Modell – So steigert ihr eure Motivation / Foto: brooke cagle / unsplash

Was ist das Zürcher Ressourcen Modell?

Das Zürcher Ressourcen Modell (kurz: ZRM) ist ein Konzept für Selbstmanagement, das auf dem Rubikon Modell der Handlungsphasen aufbaut. Es wurde in den 90er Jahren von den Psychologen Dr. Storch und Dr. Krause an der Universität in Zürich entwickelt und beruht auf psychologischen und neurowissenschaftlichen Erkenntnissen. Hauptanliegen des ZRM ist es, zielorientiertes Handeln zu ermöglichen. Dazu werden parallel die intellektuelle/kognitive, die emotionale/emotive und die körperliche/physiologische Ebene angesprochen. Dadurch wird es möglich, innere Konflikte zu erkennen und aufzulösen und unbewusste Ressourcen zu aktivieren. Teilnehmer an einem ZRM-Training entwickeln mit ihrem Coach eine individuelle und konkrete Anleitung für die Umsetzung ihrer Ziele. Dabei werden unterschiedliche Methoden verwendet: systemische Analysen, Coaching, Gruppentreffen und Wissensvermittlung.

Entwickelt wurde das Zürcher Ressourcen Modell zur Burnout-Prophylaxe, heute wird es im Management und Spitzensport angewendet.

Vom Wunsch zum Ziel: Wie läuft ZRM ab?

Das Training nach dem Zürcher Ressourcen Modell besteht aus fünf Phasen, die zum Entstehen einer Handlung notwendig sind.

Phase #1: Unbewusste Bedürfnisse analysieren, die der Zielerreichung hinderlich sein können

So lassen sich auch bisher unbewusste Wünsche oder undifferenziertes Unbehagen verstehen und in konkrete Veränderungsimpulse einbetten. Beispiel: Ihr wollt öfter Nein sagen und mehr Zeit für euch haben. Aber irgendwie klappt es nicht, dieses Ziel zu erreichen. Dank dem ZRM wird klar: Ihr habt ein unbewusstes Bedürfnis, geliebt zu werden, dass eure Motivation hemmt.

Phase #2: Bewusstes Motiv (Wunsch) formulieren

Ganz nach dem Motto: "Es wäre schön, wenn..." Das in dieser Phase entwickelte Ziel muss zwingend positiv formuliert werden und es muss ein positives Gefühl bei euch auslösen (den sogenannten somatischen Marker). Ziele, die negative Gefühle in euch wecken, werden generell nicht mit der gleichen Motivation angepackt und sind schwerer umzusetzen. Auch bestehende Konflikte zwischen Veränderungswünschen und unbewussten Bedürfnissen werden in dieser Phase aufgelöst.

Phase #3: Intention setzen

In dieser Phase entsteht der konkrete Umsetzungswille, ihr sagt: "Ich will!"

Phase #4: Präaktionale Vorbereitungen treffen

Dabei werden eingefahrene Automatismen gestoppt und bisher ungenutzte Ressourcen aktiviert. An dieser Stelle kann die Methode Ideenkorb Anwendung finden. Dabei werden unterschiedliche Haltungs- und Handlungsmöglichkeiten zur Umsetzung des Ziels gesammelt. Oft passiert das in einer Gruppe.

Phase #5: Handlung ausführen

In der Phase der präaktionalen Vorbereitung wurde der Grundstein für situativ kompetentes Verhalten gelegt. Jetzt könnt ihr endlich so handeln, dass ihr dadurch euer definiertes Ziel realisiert.

Fazit

Das Zürcher Ressourcen Modell verspricht, die Selbstmanagementkompetenzen zu erweitern und die Motivation zu steigern. Somit eignet sich ZRM für alle, die ihre Haltung oder ihr Verhalten ändern wollen. Alleine lässt sich die Trainingsmethode allerdings nicht umsetzen - es braucht einen Coach oder Therapeuten, der euch bei diesem Prozess begleitet.

Weiterführende Links

Hier könnt ihr euch den zusammengefassten Beitrag anhören:

Beitrag teilen