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Auch für Ferienjobber gelten Regeln

Kohle verdienen - aber richtig!

Bild Kohle verdienen - aber richtig!

Die gesamten Schul- oder Semesterferien lang nur auf der faulen Haut liegen und nichts tun? Wenn euch allein bei dem Gedanken schon gähnende Langeweile überfällt, geht es euch wie vielen anderen Schülern und Studenten, die beschließen, während der freien Zeit in einem Ferienjob zu arbeiten. Dadurch könnt ihr nicht nur euer Taschengeld aufbessern, sondern auch wertvolle Erfahrungen für euer zukünftiges Berufsleben sammeln.

Doch vor allem im Hinblick auf den Arbeitsschutz gibt es bei Ferienjobs einige Punkte, die ihr beachten solltet. Hinzu kommen die allgemeinen Vorschriften aus dem Arbeitsrecht, wie etwa die zur Vergütung oder zur Arbeitszeit. Auch steuerliche Aspekte können von Bedeutung sein, weshalb ihr auch die im Blick haben solltet, bevor ihr einen Ferienjob annehmt.

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Auf eurem Weg zum Ferienjob. Foto: Unsplash/ Murillo de Paula

 

Welche Rolle spielt mein Alter bei einem Ferienjob?

Bevor ihr euch um einen Ferienjob bewerbt, ist es zunächst einmal wichtig, wie alt ihr seid. Schließlich gilt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG). Wenn ihr das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet habt, dürft ihr diesem Gesetz zufolge grundsätzlich nicht arbeiten. Doch auch ab 15 Jahren muss euer möglicherweise zukünftiger Arbeitgeber spezielle Regeln befolgen, wenn er euch einstellt.

Dazu gehört beispielsweise, dass ihr maximal 20 Kalendertage oder vier Wochen in den Ferien arbeiten dürft. Allgemein werden Ferienjobs als sogenannte kurzfristige Arbeitsverhältnisse angesehen. Sobald die vereinbarte Zeit abgelaufen ist, endet eure Beschäftigung daher automatisch. Einen Ferienjob müsst ihr also nicht kündigen.

 

Welche Vorschriften gibt es zur Arbeitszeit?

Gemäß Jugendarbeitsschutzgesetz sind in einem Ferienjob die folgenden Arbeitszeiten für Jugendliche unter 18 Jahren vorgeschrieben:

  • höchstens acht Stunden täglich
  • maximal 40 Stunden in der Woche
  • Überstunden sind regelmäßig nicht gestattet
  • zwischen 20 Uhr und sechs Uhr sowie an Samstagen und Sonntagen ist die Arbeit generell verboten (Ausnahme: Jugendliche ab 16 Jahren, die einen Ferienjob in der Gastronomie, der Landwirtschaft oder einer Bäckerei ausüben)
  • mindestens zwölf Stunden ununterbrochene Freizeit nach Arbeitsende

Darüber hinaus gibt es gewisse Tätigkeiten, die ihr unter 18 Jahren in einem Ferienjob gar nicht ausüben dürft, weil sie gesundheitsschädlich oder gefährlich sind. Für Studenten ab 18 Jahren gilt im Übrigen das reguläre Arbeitszeitgesetz (ArbZG) - auch im Ferienjob.

Wird auch bei Ferienjobs der Mindestlohn gezahlt?

Der Mindestlohn wurde im Jahr 2015 in Deutschland eingeführt und beträgt aktuell 9,35 Euro brutto pro geleistete Arbeitsstunde (Stand: 2020). Im Prinzip wird er auch bei Ferienjobs gezahlt - allerdings nur, wenn der betroffene Ferienjobber bereits volljährig ist. Wenn ihr noch keine 18 Jahre alt seid, bekommt ihr nur dann Mindestlohn von eurem Chef gezahlt, wenn ihr bereits über eine abgeschlossene Ausbildung verfügt.

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Nach der Arbeit ist vor dem Vergnügen. Foto Unplash / Noah Benjamin

 

Was ist steuerlich bei einem Ferienjob zu beachten?

Während des Ferienjobs werdet ihr zumindest steuerlich wie jeder andere Arbeitnehmer auch behandelt. Das bedeutet, dass der Arbeitgeber Lohnsteuer für euch abführen muss. Liegt euer Einkommen unter einer Grenze von 450 Euro im Monat bzw. 5.400 Euro im Jahr, müsst ihr keine Steuern zahlen. Auch die Beiträge zur Sozialversicherung entfallen. In dem Fall seid ihr lediglich rentenversicherungspflichtig, wovon ihr euch aber jederzeit per Antrag befreien lassen könnt.

Verdient ihr in eurem Ferienjob allerdings mehr als 450 Euro monatlich, seid ihr sozialversicherungspflichtig beschäftigt und kommt um die Beiträge nicht herum. Zudem müsst ihr dann gegebenenfalls auch Steuern zahlen, die ihr euch aber im nächsten Jahr mit einer freiwilligen Steuererklärung zurückholen könnt.

Hier bekommt ihr noch mehr Infos.

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