Kennt ihr schon diese fünf Klassenzimmer-Trends?

Die Erwartungen an Schulen sind gestiegen

Bild Die Erwartungen an Schulen sind gestiegen

Bis zum Abitur verbringen Schülerinnen und Schüler sagenhafte 15 000 Schulstunden in der Schule. Die meisten von ihnen beschreiben ihr Klassenzimmer nicht als durchweg positive Lernumgebung. Schade, denn das ist eigentlich der Grundnutzen eines Klassenraumes. Wir finden, dass sich aus jedem Klassenzimmer mehr herausholen lässt. Deswegen präsentieren wir euch Klassenzimmer-Trends, mit denen ihr das Lernen deutlich leichter gestalten könnt!

Die Erwartungen an Schulen sind gestiegen

Früher hieß es ziemlich allgemein: „Die Schule bereitet auf das Leben vor“. Heute haben sich die Erwartungen an Institutionen wie Schulen gesteigert. Oft heißt es, die Schule müsse den sozialen Aufstieg von Heranwachsenden garantieren, ihnen digitale Kompetenzen vermitteln, Toleranz lehren, das Umweltbewusstsein schärfen, die gesellschaftliche Zukunft sichern und schlussendlich zum Wunschstudium führen. Das sind ganz schön hoch gesteckte Ziele. Vielen Schulen haben in dieser Hinsicht schon viel angepasst und Lehrinhalte optimiert. Und dort, wo es noch ein kleines oder großes Verbesserungspotenzial gibt, können folgende Klassenzimmer-Trends nützlich sein.

 

Kennt ihr schon diese fünf neuen Klassenzimmer-Trends? Foto: yustinus tjiuwanda / unsplash

Kennt ihr schon diese fünf neuen Klassenzimmer-Trends? Foto: yustinus tjiuwanda / unsplash

Diese Klassenzimmer-Trends solltet ihr kennen

Trend #1: Freies Sitzen

Üblicherweise stehen Lehrer vor den Schülerrinnen und Schülern, geben sogenannten Frontalunterricht. Die Anordnung der Tische und Stühle bewirkt, dass Schülerinnen und Schüler in Richtung des Lehrers blicken. Diese übliche Sitzordnung wird immer häufiger aufgebrochen. Tische stehen öfter in U-Form oder in kleinen Inseln zusammen. Außerdem sind freie Sitzgruppen im Trend. Dabei bewegen sich Schülerinnen und Schüler frei im Raum und sitzen, je nach aktueller Aufgabe, gemeinsam am Boden und schreiben oder stehen abseits in der Ecke und diskutieren. Neben Stühlen stehen alternative Sitzgelegenheiten wie Yogamatten, Sitzsäcke und Sitzbälle zur Verfügung. Die Tische werden dann durch Schoßtabletts, Podeste und Clipboards ersetzt.

Freies Sitzen, das in abgewandelter Form schon in vielen Büros gelebt wird, hilft dabei, eine neue Perspektive wahrzunehmen und das Lernen zu erleichtern. Es befreit den Kopf und fördert die Kreativität. Schülerinnen und Schüler können sich bei Bedarf von der Gruppe lösen und eine neue Gruppe bilden. Dadurch lassen sich Stress senken, die Konzentration steigern und Leistungen verbessern. Darüber hinaus ist es gesund, im Laufe des Schultages, die Sitzposition zu ändern. Vor allem für Beine und Rücken ist der Wechsel wohltuend.

Trend #2: Wechselndes visuelles Lernmaterial

Hattet ihr früher auch so ein Klassenzimmer, in dem ewig die gleichen Poster und Tafelbilder zu sehen waren? Das gehört der Vergangenheit an! Zu den aktuellen Klassenzimmer-Trends gehört es, „visuelles Lernmaterial“ je nach Themenfeld zu verändern. Bilder und Poster im Klassenraum helfen Schülerinnen und Schülern dabei, den Stoff besser zu behalten. Denn dank der visuellen Unterstützung prägt sich der Lernstoff leichter ein. Visuelles Lernen stellt eine zusätzliche Stütze dar, die das Gehörte unter Gelesene weiter festigt. Die Bilder und Poster können von euch gestaltet werden, aus einem Schulverlag bereitgestellt worden sein oder aus dem Internet stammen. Möglich sind auch interaktive Plakate, bei denen ihr mit dem Smartphone QR-Codes abscannen und neue Bildteile und Informationen hinzufügen könnt, wenn ihr im Lernstoff weitergekommen seid.

Trend #3: Umgedrehter Unterricht (Flipped Classroom)

Die Unterrichtsmethode stammt aus den USA und mausert sich hierzulande zu einem der interessantesten Klassenzimmer-Trends. Im Zentrum: Ihr meistert den Wissenserwerb selbstständig am Nachmittag und tragt das Gelernte am Folgetag in den Unterricht. Neues Wissen durch einen Lehrer im Unterricht zu erhalten und anschließend beim Hausaufgaben machen den Lernstoff zu festigen, gehören der Geschichte an. Beim umgedrehten Unterricht erfolgt der Wissenserwerb mit unterschiedlichen Lernmitteln wie Blogs, interaktiven Übungen oder Videos.

Trend #4: Schülerzentriertes Lernen

Moderner Unterricht ist verstärkt darauf ausgerichtet, Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, dass es auf ihren eigenen Antrieb und Anspruch ankommt. Die Schule gibt ihnen die notwendigen Tools wie Lerntechniken und Wissen, die ihnen helfen, ihre Ziele zu erreichen.

Trend #5: Digitales Lernen

Die Arbeitswelt wird digitaler - und auch bei den Klassenzimmer-Trends ist digitales Lernen nicht mehr wegzudenken. Immer mehr Schulen setzen auf die Vermittlung von digitalen Kompetenzen, teils in Pilotprojekten zwischen Schule, Wissenschaft und Wirtschaft. Die ICILS-Studie testet, wie Achtklässlerinnen und Achtklässler mit digitalen Medien umgehen, und vergleicht die Werte international. Sie wurde bisher 2013 und 2018 durchgeführt. Die Studie zeigt, dass es in Deutschland noch Nachholbedarf gibt. Denn nur 25 Prozent aller Schüler hierzulande haben in der Schule Zugang zu WLAN (international sind es 64 Prozent) und in der Regel teilen sich zehn Schüler einen Computer.

Fazit

Öde Räume, Frontalunterricht und analoge Medien sind zunehmend „out“, die Klassenzimmer-Trends von heute setzen den Fokus auf die Schülerinnen und Schüler, die selbstbestimmtes Lernen ausüben und verstärkt digitale Kompetenz ausbauen sollen.

Weiterführende Links

Hier könnt ihr euch den zusammengefassten Beitrag anhören:

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