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Mit der Feynman-Methode bis zu viermal schneller lernen

Bild Mit der Feynman-Methode bis zu viermal schneller lernen

Ihr wollt Dinge effektiver verstehen und könnt mit stumpfem Reproduzieren von auswendig Gelerntem nicht punkten? Dann solltet ihr euch die Feynman-Methode zu Gemüte führen. Wir zeigen euch, wie die Lernmethode funktioniert!

Lernen ohne zu verstehen? Reicht meist nicht!

Es gibt Fächer, für die man stumpf auswendig lernen kann, um gute Noten zu schreiben. Leider gilt das nicht für alles. Viele Dinge muss man tatsächlich verstehen, den Sachverhalt wirklich durchdringen, um Bestnoten zu bekommen. Um das Verständnis abzufragen, nutzen Prüfer sogenannte Transferfragen. Vielleicht habt ihr damit bereits Bekanntschaft gemacht. Etwa so: Ihr lernt und habt das Gefühl, den Lernstoff begriffen zu haben. Dann kommt eine Situation, in der ihr das Gelernte erklären sollt, etwa in der Prüfung. Und dabei fällt euch auf, dass ihr den Stoff irgendwie nicht richtig erklären könnt, obwohl beim Lernen alles so logisch klang. Tja, da seid ihr wohl an einer Transferfrage gescheitert. Das geht vielen so. Damit das nicht wieder passiert, gibt es die Feynman-Methode.

Zwei Arten von Wissen

Bevor wir die Feynman-Methode unter die Lupe nehmen, müssen wir etwas klären: Es gibt zwei Arten von Wissen. Rolf Dobelli hat beide Arten in seinem Buch "Die Kunst des Klaren Denkens" anhand einer kurzen Geschichte anschaulich erklärt.

Die Story geht so: Nachdem Max Planck den Nobelpreis bekommen hatte, hielt er in ganz Deutschland viele Vorträge zu seiner Forschung im Bereich Quantenphysik. Bei jedem dieser Vorträge war sein Chauffeur dabei und saß im Publikum. Irgendwann hatte der Chauffeur den Vortrag so oft gehört, dass er ihn praktisch auswendig konnte. Aus Spaß schlug der Fahrer einen geheimen Rollentausch vor. Beim nächsten Termin wollte er, der Chauffeur, den Vortrag halten und Max Planck sollte im Publikum sitzen. Der Forscher stimmte zu - und saß beim nächsten Vortrag tatsächlich als Chauffeur verkleidet im Publikum. Der echte Fahrer hingegen stand vorne am Pult und sinnierte über Quantenphysik. Sein Vortrag war...ein voller Erfolg. Das Publikum applaudierte. Dann meldete sich ein Professor zu Wort und stellte eine Fachfrage, auf die der Fahrer keine Antwort hatte. Er verstand nicht einmal die Frage. Doch er war clever und sagte: "Überraschend, dass Sie eine so einfache Frage stellen. Das weiß ja sogar mein Chauffeur". Der echte Max Planck erhob sich aus dem Publikum und konnte die Frage beantworten.

Die Story zeigt: Man kann Dinge wissen, ohne sie wirklich zu versehen, wie der Chauffeur. Manchmal reicht das für eine gute Note. Aber meist muss man tiefgehendes Verständnis besitzen, um zu punkten. Also das echte Wissen auf dem Level von Max Planck haben. Oberflächliches "Chauffeur-Wissen" reicht dann nicht aus. Die Feynman-Methode hilft euch, in kürzester Zeit dieses tiefe Verständnis zu erlangen.

 

Mit der Feynman-Methode bis zu viermal schneller lernen / Foto: jazmin quaynor / unsplash

Mit der Feynman-Methode bis zu viermal schneller lernen / Foto: jazmin quaynor / unsplash

 

Die vier Schritte der Feynman-Methode

Schritt 1: Thema in einfachen Worten erklären

Erklärt den Stoff, den ihr gerade lernt, einer (nicht unbedingt real existierenden) Person. Wählt möglichst einfache Worte. Beim Erklären werdet ihr garantiert auf Wissenslücken stoßen, gut so!

Schritt 2: Wissenslücken identifizieren

Macht euch eine Notiz, wenn ihr in Erklärungsnot geratet, etwa bei Fachwörtern oder komplizierten Zusammenhängen. Wenn ihr mit dem Erklären fertig seid, habt ihr direkt eine Liste mit all euren Wissenslücken, aka dem Zeug, auf das ihr euch beim Lernen konzentrieren müsst.

Schritt 3: Wissenslücken auffüllen

Geht noch mal zurück zum Lernen und schlagt alles nach, was in Schritt 2 notiert wurde. Überlegt euch für komplexe Dinge und Fachbegriffe möglichst einfache Wörter oder Alltagsbeispiele. So bleibt der Stoff besser hängen.

Schritt 4: Prozess wiederholen

Den Stoff so lange vereinfachen, bis ihr alles ohne Probleme in einfachen Worten oder Alltagsbeispielen erklären könnt.

Das Vereinfachen ist das zentrale Element der Feynman-Methode. Damit könnt ihr auch schwere Themen anschaulich erklären und müsst keine komplexen Dinge Auswendiglernen.

Fazit

"Wenn du es nicht einfach erklären kannst, hast du es nicht gut genug verstanden", soll Albert Einstein gesagt haben. Mit der Feynman-Methode könnt ihr Lernstoff schneller durchdringen und echtes, tiefgehendes Verständnis erreichen. Euren Noten kann das nur helfen.

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