Party Hard mit DRY, KISS UND YAGNI? - Nicht ganz!

Erfahrt was wirklich hinter diesen Studienprinzipien steckt

Bild Erfahrt was wirklich hinter diesen Studienprinzipien steckt

"F*ck, Marry, Kill" kennen Studierende genauso wie "Cards Against Humanity". Ist "DRY, KISS und YAGNI" vielleicht auch ein cooles Partygame? Leider nicht, dennoch solltet ihr die drei Studienprinzipien unbedingt kennen. Wir erklären, worum es dabei geht.

Die kennt jeder Coder: DRY, KISS und YAGNI

Programmieren ist eine Kunst für sich. Damit Apps, Softwareprogramme und Webseiten störungsfrei laufen, nutzen Coder, wie Programmierer auch genannt werden, die drei bewährten Prinzipien DRY, KISS und YAGNI. Bei den zugegebenermaßen seltsam anmutenden Namen handelt es sich um Akronyme. Sie stehen für:

DRY - Don't Repeat Yourself (wiederhole Dich nicht)
KISS - Keep It Simple, Stupid (halte es einfach, Dumpfbacke)
YAGNI - You Aren't Gonna Need It! (das wirst Du nicht brauchen!)

Warum werden DRY, KISS und YAGNI beim Programmieren benutzt, fragt ihr euch? Weil sie den Code besser machen. Und zwar so:

DRY erinnert beim Programmieren daran, dass Doppelungen möglichst vermieden werden sollten. Denn kommt es später zu einem Problem im Code und wird eine Stelle gepatcht, wird auch jede Dopplung an anderer Stelle potenziell mit verändert - mit mitunter gravierenden Konsequenzen. Und auch abseits solcher Fälle, erhöhen Dopplungen den Aufwand beim Testen und Ändern.

KISS mahnt, Dinge klipp und klar zu benennen beziehungsweise zu programmieren und Dinge nicht komplizierter zu machen als sie sein müssen. Das erspart Zeit und Nerven bei der Wartung.

YAGNI soll dazu anhalten, nicht ständig um die Ecke zu denken und auf alle Eventualitäten vorbereitet sein zu wollen. Denn dadurch verkompliziert man nur die Abläufe, entfernt sich immer weiter von simplen, funktionalen Lösungen - und wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit später diese ganzen Funktionen und Features doch nicht brauchen.

DRY, KISS und YAGNI sorgen also dafür, dass die Komplexität beim Programmieren reduziert wird. Wie und warum sie sich als Studienprinzipien eignen, erläutern wir euch sofort.

 

DRY, KISS und YAGNI - Drei Prinzipien, die jeder Student kennen sollte / Foto: florian olivo 4hbj eymz1o / unsplash

DRY, KISS und YAGNI - Drei Prinzipien, die jeder Student kennen sollte / Foto: florian olivo 4hbj eymz1o / unsplash

Coder-Tricks als Studienprinzipien

Interessanterweise lassen sich DRY, KISS und YAGNI wunderbar auf das Studium anwenden, schließlich ähneln sich die Arbeitsweisen von Programmierern und Studierenden. Beide fokussieren sich auf eine Thematik und müssen oft viel Text verarbeiten. Daher eignen sich die Coder-Tricks auch als Studienprinzipien. Und zwar so:

DRY als Studienprinzip: Doppelungen vermeiden

Doppelte Arbeit kennen alle Studierenden, oft stecken Prokrastination oder Faulheit dahinter. Typisches Beispiel: Man leiht ein Buch aus der Uni-Bib aus und liest es doch nicht, ehe die Ausleihfrist abläuft. Dann muss das Buch erneut ausgeliehen werden. Oder man muss einen Text zweimal lesen, weil man sich beim ersten Mal keine Notizen gemacht hat und inzwischen völlig vergessen hat, worum es geht. Seht ihr? Im Studium gibt es jede Menge Potenzial für unnötige Dopplungen. Denkt demnächst an DRY und studiert effizienter! Scanner-Apps, Notizen in einem digitalen Wissensarchiv sowie ein Literaturverzeichnis sind sinnvolle Tools zur Unterstützung.

KISS als Studienprinzip: Nicht verkomplizieren

KISS ist eines der wichtigsten Studienprinzipien, denn viele Studierende machen den Fehler, dass sie Dinge komplizierter machen, als Sie sein müssten. Typisches Beispiel sind Formulierungen in Hausarbeiten oder bei Power-Point-Präsentationen. Fast scheint es, als wären Generationen von Studierenden dem Motto gefolgt: "Warum einfach ausdrücken, wenn es auch kompliziert geht?" Vielleicht liegt die komplexe Ausdrucksweise daran, dass Kompliziertes inhärent wichtiger, bedeutender klingt? Aber auch abseits der Sprache gilt: Wagt bei Projekten und Problemen öfter Mal den Blick aufs große Ganze, anstatt euch in komplexen Details zu verlieren.

YAGNI als Studienprinzip: Manchmal ist weniger mehr

Auch YAGNI hat einen Platz unter den Studienprinzipien verdient, denn es erinnert daran, die wirklich wichtigen Dinge im Studium zu priorisieren und die unwichtigen Dinge hintenanzustellen. Das lässt sich gut aufs Thema Prokrastination anwenden: Done is always better than perfect - und ihr braucht echt nicht die perfekte Lernlaune oder den perfekten Lernort, um euch endlich ans Büffeln zu machen.

Fazit

Studierende und Softwareentwickler haben zwei Dinge gemeinsam: Beide widmen sich eingehend einer Materie und produzieren viel Output in Form von Text. Daher lassen sich die drei bewährten Coder-Tricks sehr gut als Studienprinzipien nutzen.

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