Wenn der Lehrbetrieb flachliegt

Coronavirus auf dem Campus

Foto: nathan dumlao / unsplash
Foto: nathan dumlao / unsplash

Galt früher die behördliche Auskunft "Die Schule fällt aus" noch wie Musik in den Ohren aller Schüler, so dürfte der Ausfall von Seminaren und Vorlesungen den Studenten nicht minder entgegenkommen. Eigentlich. Denn mit dem unlängst als Pandemie eingestuften Grassieren des Coronavirus dürfte selbst den gechillteren Vertretern der Studentenschaft das Aussetzen des Lehrbetriebs ein mulmiges Gefühl bereiten.

Kein Semesterstart wegen Coronavirus

In Baden-Württemberg hat das Wissenschaftsministerium an Fachhochschulen und Universitäten die Reißleine gezogen. Wie Theresia Bauer von Bündnis 90 / Die Grünen bekannt gab, fängt in Baden-Württemberg das Sommersemester in diesem Jahr erst nach Ostern an. An der renommierten Universität Mannheim, in der der Lehrbetrieb schon lief, wurden laufende Seminare und Vorlesungen auf Eis gelegt.

Der ministeriale Erlass in Baden-Württemberg betrifft vor allem Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Und die Begründung liest sich dabei nicht optimistisch. Es gehe darum, die Verbreitung einzudämmen, heißt es. Bisher seien Infektionswege durchaus noch nachvollziehbar, eine Massenorganisation wie die Universität schaffe hier aber eine nicht zu verantwortende Unübersichtlichkeit und Unbeherrschbarkeit. Die Schließung betrifft dabei nicht nur Hochschulen, sondern auch Orte kultureller Vermittlung und Inszenierung, nämlich die Staatstheater in Stuttgart und Karlsruhe. Wie alle wissen, ist dies erst der Anfang. Die übrigen Bundesländer schließen Krippen, Kitas und Schulen. Und in Bayern wird schon der Katastrophenfall ausgerufen.

 

Das Coronavirus ist im Uni-Leben angekommen / Foto: nick morrison / unsplash

Das Coronavirus ist im Uni-Leben angekommen / Foto: nick morrison / unsplash

Coronavirus? Ist doch nur eine weitere Grippe

Dies mag den ein oder anderen Studenten, so er nicht für Medizin eingeschrieben ist, verwundern. Landläufig wird im Smalltalk verlautbart, dass eine Grippe-Welle ja im Grunde mehr Todesopfer fordere. Tatsächlich ist es so, dass weltweit jährlich etwa 200.000 Menschen der Grippe erliegen. Alles also nur Hysterie und Clickbaiting?

Nicht ganz. Bei den saisonalen Grippewellen hat sich über Jahre und Jahrzehnte eine Grundimmunität herausgebildet, die Bevölkerungen tatsächlich widerstandsfähiger macht. Grippen sind gefährliche, lebensbedrohliche Krankheiten, doch die jährlich herumvagabundierenden Influenzastämme richten vergleichsweise geringere Schäden an als bei Bevölkerungen ohne Grundimmunität.

Hier kommt nun das Coronavirus ins Spiel. Ihr ahnt es dabei schon. Das auch Covid-19 genannte Virus ähnelt den anderen Grippeviren auffallend, ist ziemlich ansteckend und kann in vielen Fällen tödlich enden. Nur: In der Bevölkerung konnte sich aufgrund der Neuartigkeit des Virus keine Grundimmunität herausbilden. D.h. wir sind dem Coronavirus faktisch schutzlos ausgeliefert. Das macht Covid-19 so gefährlich.

Vor diesem Hintergrund versteht ihr die scheinbar hysterischen Maßnahmen besser. Die Epidemie ist zur Pandemie geworden, und das heißt: Wir müssen Schlimmeres verhindern. Die zeitweise Schließung von Uni, Schule, Kita und Theater ist der richtige Schritt. Nicht weniger interessant dürfte denn auch die Frage sein, was Ihr selber tun könnt. Hier einige Tipps.

Meidet Körperkontakt

Atemwegserkrankungen verbreiten sich gerne bei Umarmungen und beim Händeschütteln. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Begrüßungen durch den „Ebola bump“ erfolgen, dem gemeinsamen Anstupsen mit den Ellenbogen.

Hände immer waschen

Hände waschen tun wir alle, vor allem nach dem Besuch sanitärer Einrichtungen. Gerade in Grippe-Zeiten sollte dies aber kontinuierlicher erfolgen. Oft wird übersehen, wie häufig sich Menschen in das Gesicht fassen, etwa beim Kratzen, beim Zurechtrücken der Brille oder beim Abstützen des Kopfes. Zudem gibt es beim Händewaschen einiges zu beachten, damit Hygiene wirklich gewährleistet ist.

Niesen und Husten

In der Winterzeit müssen wir alle niesen und husten. Um auf Nummer sicher zu gehen, solltet ihr in euren Arm husten, besser ist es, in ein Taschentusch zu husten oder zu niesen und dieses danach wegzuschmeißen. Und solltet ihr doch in die Hände husten oder niesen, sollten anschließend Hygiene-Maßnahmen getroffen werden – mit Desinfektionsmitteln oder eben mit Händewaschen.

Planvolle Vorsorge

In Zeiten erhöhter Ansteckungsgefahr sollten wir soziale Kontakte meiden. Das ist leichter gefordert als umgesetzt, beschränkt sich das eingeforderte Meideverhalten ja nicht nur auf Buddys und WG-Kumpel. Planvoll vorzugehen heißt hier, auch öffentliche Orte, Veranstaltungen oder den Nahverkehr zu meiden. Und Wege so zu wählen, dass möglichst wenig Menschenkontakt entsteht. Vor allem gehört dazu, das eigene Verhalten noch einmal zu reflektieren, sich auf Verzicht einzustellen, eventuell unzureichendes hygienisches Verhalten zu korrigieren und vorzusorgen – mit Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten.

 

Weiterführende Links:

Beitrag teilen