Win-win-Situation: Wenn Studenten eine WG mit Rentnern bilden

Studierende und Senioren: Gründe für eine WG mit Rentnern

Bild Studierende und Senioren: Gründe für eine WG mit Rentnern

Sucht ihr nach einer spottbilligen Studentenbude mit einer Prise Sozialleben? Eine WG mit Rentnern könnte die perfekte Lösung sein. Wir zeigen euch, wie das Ganze funktioniert und welche Vor- und Nachteile beim generationsübergreifenden Wohnen entstehen.

Studierende und Senioren: Gründe für eine WG mit Rentnern

In vielen Uni-Städten ist bezahlbarer Wohnraum rar. Besonders zugezogene Erstsemester haben es nicht leicht, ein WG-Zimmer oder eine kleine Wohnung zu finden. Generationsübergreifende WGs, wie etwa beim Projekt "Wohnen für Hilfe", bieten eine interessante Lösung. Denn viele Rentner wohnen allein in einer großen Wohnung oder einem Haus und könnten etwas Hilfe oder Gesellschaft gebrauchen.

Der Deal funktioniert so: Senioren bieten semesterweise Zimmer oder Einliegerwohnungen für Studierende an. Weil Hilfe im Haushalt oder gemeinsam verbrachte Zeit zur Abmachung gehören, sind die Kosten im Gegenzug überschaubar. Manche Studierende zahlen eine kleine Miete, andere müssen sich nur an den Heiz- und Wasserkosten beteiligen, wieder andere wohnen umsonst. Was genau zum Deal bei der WG mit Rentnern gehört, wird individuell vereinbart. Klar ist in jedem Fall, dass es sich nicht um eine Zweck-WG handelt. Regelmäßiger Kontakt ist Bestandteil des Deals. Die häufigsten Konditionen beim generationsübergreifenden Wohnen sind regelmäßige Hilfe im Haushalt, wöchentliches Einkaufen und Staubsaugen, gemeinsames Kochen oder gelegentliche Gartenarbeit. Tabu sind Pflegeleistungen jeglicher Art.

Als Daumenregel werden pro Quadratmeter Wohnraum eine Stunde Arbeit im Monat angesetzt. Bei einem 20 qm großen Zimmer wären das also 20 Stunden im Monat, jeweils eine Stunde wochentags. Wer es gut trifft, bekommt zur billigen Bleibe auch noch eine herzliche Ersatz-Oma oder einen liebenswerten Ersatz-Opa dazu.

Ähnliche alternative Wohnmodelle setzen auf größere altersübergreifende Gruppen, bei denen mehrere Studierende mit mehreren älteren Menschen zusammenleben. Und auch privat über Online-Anzeigenportale können generationsübergreifende WGs realisiert werden. Wichtig ist nur, dass Senioren und Studierende bewusst in das Projekt gehen und wissen, worauf sie sich einlassen. Der Vorteil, das Vorhaben Alt und Jung unter einem Dach über ein erfahrenes Trägerprojekt laufen zu lassen, ist, dass große Sorgfalt aufs Matching fällt. Meist füllen beide Seiten vorab einen Fragebogen aus und es gibt Kennenlerntreffen. Nur wenn Ansprüche und Chemie stimmen, kommt die WG zustande.
 

Win-win-Situation: Wenn Studenten eine WG mit Rentnern bilden / Foto: redcharlie / unsplash

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WG mit Rentnern: Vorteile und Nachteile

Wenn die Enkel-Generation mit der Großeltern-Generation unter einem Dach wohnt, kann es auch mal Reibungen geben. Hier sind die Vor- und Nachteile, die es bei einer WG mit Rentnern zu bedenken gibt:

Vorteile

  • Ihr wohnt unschlagbar günstig und oft deutlich komfortabler als in einer traditionellen Studenten-WG oder einem Studentenwohnheim.
  • Wer in eine neue Stadt zieht und direkt in einer WG mit Rentnern wohnt, fühlt sich weniger allein.
  • Senioren haben viel Lebenserfahrung und können eine Mentorenrolle in eurem Leben einnehmen. Ob eher als älterer Freund oder tatsächlich als Ersatz-Großelternteil, ist von Fall zu Fall verschieden.
  • Der Umgang mit Senioren kann euch gut auf das Berufsleben vorbereiten, insbesondere auf Jobs im sozialen Bereich.
     

Nachteile

  • Rauschende WG-Partys, nächtelange Netflix-Sessions und andere typische WG-Erlebnisse sind bei einer WG mit Senioren eher nicht zu erwarten.
  • Dass ihr über eure neuen Mitbewohner schnell viele andere Studierende kennenlernt, ist unwahrscheinlich.
  • Es kann zu Spannungen kommen, wenn es um Dinge wie Besuch oder Sauberkeit geht. Das lässt sich aber auch bei einer typischen Studenten-WG nicht ausschließen.
  • Wegen des Altersunterschieds ist der Alltag sehr unterschiedlich. Abends gemeinsam über doofe Dates oder den Stress im Studium herzuziehen, fällt flach.

Win-win-Situation oder WG-Wahnsinn? Das Fazit!

Wenn Studierende mit Senioren zusammenwohnen, können beide Seiten profitieren. Falls ihr euch vorstellen könnt, während des Studiums in einer WG mit Rentnern zu leben, solltet ihr euch bereits vor Semesterbeginn darum kümmern - das Wohnarrangement ist begehrt! Die Anlaufstellen für solch eine Wohnpartnerschaft: eure Hochschule und das Studentenwerk. Dort findet ihr auch Informationen zu anderen alternativen Wohnmodellen, sodass ihr im Zweifel zum Semesterstart nicht ohne Dach überm Kopf da steht.

 

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