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Arbeitslos? Wie euch die Bewerbungsförderung "AVGS" weiterhilft+

Was ist ein Arbeits- und Vermittlungsgutschein?

Bild Was ist ein Arbeits- und Vermittlungsgutschein?

Ihr seid plötzlich arbeitslos? Mit dem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit profitiert ihr von einem reichhaltigen kostenlosen Weiterbildungsprogramm und vielen weiteren Fördermaßnahmen. Ihr könnt euch gezielt auf einen potenziellen Karriereaufstieg vorbereiten und erlangt gleichzeitig verbesserte berufliche Eingliederungschancen. Für zukünftige Bewerbungen sind die individuellen Förderungen durch den AVGS vielversprechend. Erfahrt jetzt, wie ihr einen nachhaltigen Nutzen aus der AVGS-Bewerbungsförderung erzielt.

Was ist ein Arbeits- und Vermittlungsgutschein?

Ein AVGS ist ein qualifiziertes Förderinstrument, das vor allem Arbeitssuchende ansprechen soll. Der Gutschein umfasst prinzipiell drei verschiedene Bereiche.

1. Zum einen haben Arbeitssuchende die Möglichkeit, über die Förderung eine Weiter- oder Fortbildung zu absolvieren. Beispielsweise sind EDV-Kurse oder Sprachkurse möglich. Ein entscheidender Faktor ist, dass die jeweils ausgewählte Maßnahme die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt erleichtern und die Chancen auf eine versicherungspflichtige Festanstellung erhöhen muss. Das heißt, über den Arbeits- und Vermittlungsgutschein abgeschlossene Fort- und Weiterbildungen müssen der Bewerbungsförderung dienen.

2. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, mithilfe eines Gutscheins Maßnahmen direkt bei einem ausgewählten Arbeitgeber zu absolvieren. Diese Maßnahmen müssen dazu dienen, ein Beschäftigungsverhältnis langfristig und nachhaltig zu stabilisieren. Lösungsbeispiele sind an dieser Stelle Praktika oder Probearbeiten.

3. Abschließend gilt der AVGS als finanzielle Unterstützung im Zusammenhang mit einer privaten Arbeitsvermittlung. Der Markt privater Arbeitsvermittler ist groß und auch die möglichen Jobangebote sind immens. Private Vermittlungen müssen jedoch - ohne Kostenübernahme - aus eigener Tasche finanziert werden. Der Vermittlungsgutschein gilt in diesem Kontext als Finanzierung. Sollte ein ausgewählter privater Arbeitsvermittler den Arbeitsuchenden erfolgreich in ein versicherungspflichtiges Angestelltenverhältnis vermitteln, erhält er ein entsprechendes Honorar direkt über die gutscheinausstellende Behörde.

 

Arbeitslos? Wie euch die Bewerbungsförderung "AVGS" weiterhilft+ Foto: alexander mils / unsplash

Arbeitslos? Wie euch die Bewerbungsförderung

Sinn und Zweck des Arbeits- und Vermittlungsgutscheins

Sofern ihr von eurer Arbeitsagentur einen Gutschein erhaltet, sollt ihr mit diesem an den Arbeitsmarkt herangeführt werden. Dabei ist die ausgewählte Förderung individuell auf euch und euren Werdegang zugeschnitten. Sofern gewisse Vermittlungshemmnisse bestehen, sollen diese durch den Gutschein aufgelöst werden. Im besten Fall dient der AVGS dazu, euch in ein versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis zu integrieren.

+ Hinweis: Für den Fall, dass ihr euch für eine selbstständige Tätigkeit interessiert, kann der Arbeits- und Vermittlungsgutschein dazu dienen, euch an diese Selbstständigkeit heranzuführen und euch mit den Eigenheiten des Unternehmertums vertraut zu machen. Es lohnt sich, vor der Gründung mit dem jeweils zuständigen Berater zu sprechen. Existenzgründerseminare und weitere interessante Kurse sind unter Umständen förderfähig. +

Anspruchsvoraussetzungen

Generell sei an dieser Stelle erwähnt, dass nicht jeder Arbeitsuchende tatsächlich förderberechtigt ist. Ein rechtlicher Anspruch auf den Fördergutschein haben prinzipiell nur Bezieher von Arbeitslosengeld. Unter bestimmten Voraussetzungen sind auch Aufstocker förderungsberechtigt. Arbeitslosengeld II Empfänger, Selbstständige, Berufsrückkehrer, Hochschulabsolventen und Beschäftigte, die sich in einer Auffang- oder Transfergesellschaft befinden können lediglich nach Ermessensgrundlage des zuständigen Beraters gefördert werden. Einen Rechtsanspruch hat dieser Personenkreis jedoch nicht.

Sofern ihr Arbeitslosengeld bezieht und entsprechend Arbeit suchend gemeldet seid, müsst ihr innerhalb der letzten drei Monate vor der Beantragung von einem Fördergutschein mindestens sechs Wochen lang arbeitslos gewesen sein. Fanden in diesem Zeitraum Fördermaßnahmen statt, werden diese nicht angerechnet. Interessanterweise spielt es keine Rolle, ob ihr sechs Wochen am Stück oder in Intervallen arbeitslos wart. Entsprechend des Ermessensspielraums ist es jedoch auch möglich, dass der zuständige Arbeitsberater den AVGS für die Bewerbungsförderung bereits am ersten Tag der Arbeitslosigkeit ausstellt. Nachfragen lohnt sich!
 

Sinn und Zweck des Arbeits- und Vermittlungsgutscheins / Foto: stefan stefancik / unsplash

Sinn und Zweck des Arbeits- und Vermittlungsgutscheins / Foto: stefan stefancik / unsplash

Arbeits- und Vermittlungsgutschein für die Bewerbungsförderung beantragen - so funktioniert´s!

1. Als Erstes müsst ihr einen persönlichen Termin bei eurer zuständigen Arbeitsagentur vereinbaren. Dieser Termin findet bei eurem persönlichen Berater statt und basiert auf einer eingehenden Beratung. Bereits bei diesem Gespräch können individuelle Fördermaßnahmen angesprochen werden.

2. Im zweiten Schritt geht es um die eigentliche Antragsstellung. Ihr habt die Möglichkeit, den AVGS telefonisch, persönlich oder besser noch schriftlich per Brief, E-Mail oder Fax zu beantragen. Spezielle Formulare gibt es hierfür nicht. Ein formloser Antrag reicht somit vollkommen aus. Es empfiehlt sich, direkt im Antrag auf den Sinn und Zweck einzugehen. Was versprecht ihr euch von einem Gutschein? Für welchen Zweck wünscht ihr den Gutschein? Idealerweise habt ihr zu diesem Zeitpunkt bereits eine förderfähige Maßnahme ausgewählt, die eurem beruflichen Werdegang entspricht und euch nach vorne, beziehungsweise in ein versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis bringt.

3. Jetzt heißt es abwarten. Euer persönlicher Berater entscheidet über die Bewilligung. Gleichzeitig entscheidet er über die mögliche Befristung und eventuell regionale Beschränkungen. Mit der Bewilligung ist der Berater dazu verpflichtet, sämtliche Hinweise zum Fördergutschein auszuhändigen und offene Fragen zu beantworten.

4. Sobald der Gutschein bewilligt wurde, könnt ihr von diesem Gebrauch machen und euch beispielsweise zu einer Fort- oder Weiterbildung anmelden. Den AVGS müsst ihr beim jeweiligen Träger oder Arbeitsvermittler einreichen, welcher den Gutschein anschließend bei der Arbeitsagentur einlöst.

So erhöht ihr eure Chancen auf einen Arbeits- und Vermittlungsgutschein

Wenn ihr eure Chancen auf eine Bewerbungsförderung durch den AVGS erhöhen möchtet, solltet ihr bereits vor der Antragstellung ausreichend recherchieren. Sucht am besten nach Maßnahmen, die sich mit eurem bisherigen Werdegang vereinbaren lassen. Arbeitssuchende aus der IT-Branche sollten beispielsweise keine Maßnahmenförderung im Bereich der Altenpflege beantragen. Stellt euch die Frage: Von welcher Fort- oder Weiterbildung könnt ihr nachhaltig in eurer Branche profitieren? Für Bürokaufleute empfehlen sich zum Beispiel Sprachkurse oder EDV-Weiterbildungen. Auch Kurse im Bereich Buchhaltung könnten hier von Nutzen sein. Pflegepersonal profitiert dagegen von individuellen Qualifizierungen im sozialen Sektor. Das Internet bietet vielfältige Möglichkeiten der umfangreichen Recherche.

Außerdem könnte euch die Frage nach dem "Wohin" weiterhelfen. Wohin soll euer Weg gehen und wo seht ihr euch in zwei, drei oder fünf Jahren? Welche Qualifizierungen benötigt ihr, um diese Ziele zu erreichen? Mithilfe eurer persönlichen Antworten findet ihr schnell maßgeschneiderte Angebote, die euch für die Bewerbungsförderung nützlich sind. Umso intensiver ihr euch mit dem Thema beschäftigt, desto besser könnt ihr euren Antrag begründen und desto höher sind die Chancen einer Bewilligung. Im Idealfall könnt ihr in eurem Antrag direkt eine ausgewählte Maßnahme präzisieren.

Fazit: Arbeits- und Vermittlungsgutschein für die Bewerbungsförderung - ihr profitiert ein Leben lang

Der AVGS bietet euch vielfältige Vorteile, aus denen ihr euer Leben lang schöpft. Ihr habt die Möglichkeit, euch beruflich fortzubilden und eure Karrierechancen dadurch dauerhaft zu verbessern. Möglicherweise ist sogar ein Karriereaufstieg möglich. Wahlweise könnt ihr diverse Fremdsprachen erlernen, gefragte SAP-Kurse belegen oder vieles mehr. Auch abseits der Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten bietet euch ein AVGS vielfältige Vorzüge in Bezug auf die Bewerbungsförderung. Beispielsweise könntet ihr von einem Bewerbungscoaching profitieren. Dies ist vor allem dann interessant, wenn ihr euch schon längere Zeit nicht mehr mit dem Thema beschäftigt habt oder gerade frisch aus der Ausbildung kommt und noch nie eine Bewerbung für ein Angestelltenverhältnis geschrieben habt.

Dabei solltet ihr stets bedenken: Egal welche Fördermaßnahme ihr durch den Gutschein in Anspruch nehmt, sie wird euch ein Leben lang von Nutzen sein. Erworbene Zertifikate können immer wieder genutzt werden, um euch zu profilieren. Ein Bewerbungscoaching hilft dagegen auch, wenn ihr zukünftig arbeitslos werden solltet. Bei diesem lernt ihr, wie ihr euch richtig bewerbt und Fehler vermeidet. Mit einem Arbeits- und Vermittlungsgutschein könnt ihr euch relevante Kenntnisse für heute und später aneignen, ohne dafür selber finanziell aufkommen zu müssen. Ihr könnt also nur profitieren!

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