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Arbeitsunfall im Homeoffice

Bin ich versichert?

Foto: cottonbro / Pexels
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Vor der Coronakrise war es für viele Arbeitgeber undenkbar, Mitarbeiter zeitweise oder komplett ins Homeoffice zu schicken. Das Coronavirus hat für große Veränderungen gesorgt und zahlreichen Beschäftigten den Weg ins Homeoffice geebnet. Nun arbeiten viele täglich im Homeoffice. Doch wie bin ich versichert? Wer zahlt bei einem Arbeitsunfall im Home Office? Diesen Fragen gehen wir auf den Grund.

Arbeitsunfall im Home Office – was muss ich beachten? Foto: yan krukov / pexels

Arbeitsunfall im Home Office – was muss ich beachten? Foto: yan krukov / pexels

Arbeitsunfall: Wer und was ist versichert?

Für alle, die dank Corona nur noch oder vermehrt im Homeoffice arbeiten, gibt es eine gute Nachricht: Wer einen Unfall im Home Office hat, genießt einen umfassenderen Versicherungsschutz. Der Versicherungsschutz wurde ausgeweitet. Aufgrund der Coronapandemie mussten viele Beschäftigte ins Home Office wechseln. Die Unfallversicherung für das Home Office musste daher angepasst werden.

So sieht die gesetzliche Unfallversicherung für das Home Office vor, dass mehr Bereiche versichert sind. Hier einen großen Unterschied zwischen der Arbeit im Betrieb und der Arbeit im Home Office zu machen, ist nicht mehr zeitgemäß. Folgende Übersicht zeigt dir, wann die gesetzliche Unfallversicherung für einen Arbeitsunfall im Home Office aufkommt:

  • Ereignet sich ein Unfall in direktem Zusammenhang mit deiner beruflichen Tätigkeit, bist du durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt. In einem Teammeeting per Videokonferenz sollst du Dokumente herholen und musst dafür einen Ordner aus dem Regal holen. Der Ordner fällt dir auf den Fuß und dein Zeh ist gebrochen. Dafür zahlt die gesetzliche Unfallversicherung.
  • Im Homeoffice musst du essen und trinken. Um dich mit Entsprechendem zu versorgen, musst du bestimmte Wege in deiner Wohnung zurücklegen. Bislang waren solche Wege nicht versichert. Nach der Gesetzesänderung sind sie es. Angenommen, du bist auf dem Weg zur Küche, um dir ein Glas Wasser zu holen, stolperst über den Treppenabsatz und brichst dir den Arm, bist du versichert.
  • Seit der Anpassung der gesetzlichen Unfallversicherung sind die Wege zur Toilette versichert. Du hast eine Glastür im Badezimmer, läufst versehentlich dagegen und brichst dir die Nase? Das ist zwar etwas daneben, aber bezahlt wird der Schaden von der gesetzlichen Unfallversicherung.
  • Passieren Unfälle auf den Wegen zwischen Homeoffice und Kita, greift auch hier seit der Änderung die gesetzliche Unfallversicherung. Du bringst deine Kinder zu Fuß zur Kita und stolperst über die Bordsteinkante? Hier kannst du auf den gesetzlichen Versicherungsschutz zählen.

 

Was ist bei einem Unfall im Homeoffice zu tun? / Foto: karolina grabowska / Pexels

Was ist bei einem Unfall im Homeoffice zu tun? / Foto: karolina grabowska / Pexels

Was ist bei einem Unfall im Homeoffice zu tun?

Wenn du im Betrieb einen Unfall hast, ist die Sachlage meist eindeutig. Zum einen hast du Kollegen, die den Unfall bezeugen können. Zum anderen hat sich der Unfall am Arbeitsplatz ereignet. Arbeitest du im Homeoffice und hast dort einen Unfall, kann es schwieriger werden. Du musst nachweisen, dass du keiner privaten Tätigkeit nachgegangen bist, als sich der Unfall ereignet hat. Das heißt, du solltest den Unfall dokumentieren und gehst so vor:

  • Dokumentiere den Unfall so schnell wie möglich. Du solltest den Unfall und den Unfallhergang so schnell wie möglich festhalten und auch anderen mitteilen. Je frischer die Erinnerung, desto besser kannst du den Unfall beschreiben. Hinzu kommt, dass deine Glaubwürdigkeit leidet, wenn du mehrere Tage oder gar Wochen wartest, bis du den Unfall meldest. Kommt es zu einer Auseinandersetzung vor Gericht, kann es dann Rückfragen und Probleme geben.
  • Halte den Zeitpunkt des Unfalls fest. Passieren Unfälle im Homeoffice, greift nur dann die gesetzliche Unfallversicherung, wenn sich diese in der Zeit ereignen, die du mit deinem Chef als Arbeitszeit vereinbart hast. Um den Zeitpunkt des Unfalls nachzuweisen, eignen sich beispielsweise Telefonate mit Ärzten oder dem Rettungsdienst.
  • Halte den Unfallort fest. Die gesetzliche Unfallversicherung leistet nur dann, wenn sich der Unfall im Zusammenhang mit der Ausübung deiner beruflichen Tätigkeit ereignet hat. Passiert dir etwas am Schreibtisch, ist die Sachlage klar. Allerdings passieren die seltensten Unfälle im Homeoffice direkt am Schreibtisch. In vielen Fällen kommt es zu Unfällen durch Stürze oder herabfallende Gegenstände. Bist du auf dem Weg zu einem Regal mit Ordnern gestürzt? Oder hat das Telefon geklingelt und du bist dabei gestolpert? Dokumentiere das genau.

Welche Unfälle sind im Homeoffice nicht versichert?

Auch wenn die gesetzliche Unfallversicherung angepasst worden ist, gibt es Unfälle im Home Office, für die kein Versicherungsschutz besteht. Die gesetzliche Unfallversicherung greift nicht, wenn sich ein Unfall im Zusammenhang mit privaten Tätigkeiten ereignet. Klingelt beispielsweise der Postbote mit einem privaten Paket für dich an der Tür und du stürzt auf dem Weg zur Tür die Treppe runter, bist du nicht versichert. Das gilt auch für Haushaltstätigkeiten. Bringst du beispielsweise den Müll vor die Tür oder willst mithilfe einer Leiter deine frisch gewaschenen Vorhänge wieder anbringen und verletzt dich dabei, ist das nicht versichert. Hier kannst du dich dann an deine Krankenversicherung wenden. Im Idealfall hast du zusätzlich zu dem gesetzlichen Versicherungsschutz eine private Unfallversicherung. An diese wendest du dich bei einem privaten Unfall.

Fazit

Die gesetzliche Unfallversicherung wurde an die durch die Coronapandemie veränderten Arbeitsbedingungen angepasst und schließt jetzt mehr Bereiche ein. Bei einem Unfall im Homeoffice solltest du alles dokumentieren und den Unfall schnellstmöglich melden, um vom gesetzlichen Versicherungsschutz zu profitieren.

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