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Authentisch sein oder eine Rolle spielen?

Situationsbedingt!

Foto: autumn goodman / unsplash
Foto: autumn goodman / unsplash

Bewirbst du dich auf eine Stelle, musst du den Interviewer davon überzeugen, dass du der perfekte Kandidat für die Stelle bist. Dein Lebenslauf ist nur ein Teil des Puzzles. Viele behaupten, sie wären authentisch. Was ist an dieser Aussage dran? Was ist authentisch und bist du es? Wir klären auf. 

Wann ist eine Person authentisch?

Wir können Authentizität bei Menschen als "den Grad der Ähnlichkeit zwischen der Selbstwahrnehmung einer Person und ihren tatsächlichen Eigenschaften" definieren. 

Definition Selbstwahrnehmung

Selbstwahrnehmung ist die Wahrnehmung der eigenen Person. Das Gegenteil ist Fremdwahrnehmung, die Wahrnehmung anderer. Selbstwahrnehmung formt sich über einige Zeit hinweg zusammen mit der Selbstbeobachtung und führt zu unserem eigenen Selbstbild.

Was ist authentisch und bin ich es auch? Foto: designecologist / unsplash

Was ist authentisch und bin ich es auch? Foto: designecologist / unsplash

Der Trend des Echt-Seins

Authentizität liegt im Trend – jeder möchte authentisch sein, sich so bezeichnen und bezeichnet werden. Und andersherum wollen die Leute wissen, ob der andere "echt" ist oder nicht. Aber wer ist "echt"? Und was heißt das?

Dazu ist zu sagen, dass wir mit unseren Persönlichkeitsmerkmalen geboren werden. Wir sind, wer wir sind, aufgrund unserer Eltern und anderer Einflüsse. Manche Menschen werden mit Eigenschaften wie Ehrlichkeit und andere mit Hinterlist geboren. Eine Person kann sich im Laufe der Zeit verändern und zu jemand anderem werden. Deshalb ist es wichtig, authentisch zu sein. Wenn du ehrlich zu dir selbst bist, wirst du andere nicht anlügen. Du wirst ihnen sagen, was du denkst und fühlst. Du wirst nicht vorgeben, jemand zu sein, der du nicht bist.

Andere versuchen wiederum, bewusst unangepasst zu sein. Super-authentisch noch mehr sie selbst als andere. Sie wollen so wirken und tragen deshalb zum Beispiel spezielle Tätowierungen oder einen auffälligen Bart.

Andere behaupten von sich, sie seien offen und kommunikativ, können das auf Nachfrage aber weder beweisen noch begründen oder sagen, was sie damit meinen. Das wirkt dann wie ein Fake, unauthentisch.

Bin ich authentisch?

Ob du selbst authentisch bist, kannst du relativ leicht prüfen. Kopiere keine Eigenschaften, die besonders "echt" erscheinen. Wenn du ein Babyface hast, macht dich ein halber Dreitagesbart nicht authentisch.

Sinnvoller ist es, sich selbst zu beobachten. Stelle dir am Ende des Tages folgende Fragen: Wann habe ich heute spontan und intuitiv gehandelt? Was passiert, wenn ich ohne nachzudenken handle? Wo und wann habe ich geträumt und wohin führen meine Träume?

Dabei wirst du feststellen, wann du dich wie "du selbst" gefühlt hast und wann du versucht hast, eine Rolle zu spielen. Je mehr du über dich selbst nachdenkst, desto mehr wirst du merken, wann du wirklich du selbst warst. Oder mit welchen Personen du dich besonders gut fühlst, weil du dich nicht verstellen musst. Oder wann du das Gefühl hattest, du müsstest smarter, lustiger, offener oder selbstbewusster rüberkommen, als du dich in dem Moment gefühlt hast.

Authentisch sein – so machst du es besser / Foto: brett jordan / unsplash

Authentisch sein – so machst du es besser

Folgende Leitsätze können dir dabei helfen, wirklich authentisch zu sein:

  • Du kannst so authentisch sein, wie du willst.
  • Bei Authentizität geht es nicht darum, perfekt zu sein. Es geht darum, sich selbst treu zu bleiben.
  • Das Ziel der Authentizität ist es, sich wohlzufühlen mit dem, was man ist.
  • Authentische Menschen müssen niemandem etwas beweisen. Sie machen einfach ihr Ding.
  • Sei du selbst. Versuche nicht, dich in die Vorstellung eines anderen einzufügen, wie du sein sollst.
  • Gib nicht vor, jemand zu sein, der du nicht bist.

Fazit

Authentisch zu sein ist für die einen schwieriger, für die anderen leichter. Der Grund ist, dass Leute mit weniger Selbstbewusstsein dazu neigen, so zu sein, wie sie denken, dass andere sie haben wollen bzw. erwarten, dass sie sind. Das hat viel mit den Erwartungen anderer zu tun und dem Wunsch, dazuzugehören und von den anderen akzeptiert zu werden.

Bist du authentisch, eckst du unter Umständen hier und da an, brauchst aber niemandem etwas vorzulügen. Sei du selbst und akzeptiere dich so, wie du bist. Nur so wirst du auch von anderen als authentisch wahrgenommen. Und insbesondere bei Jobinterviews ist das der Schlüssel zum Erfolg.

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