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Boomerang-Hiring: Zurück zum alten Arbeitgeber?

Mit diesen Chancen und Risiken musst du rechnen…

Foto: edmond dantes / Pexels
Foto: edmond dantes / Pexels

Du kündigst, um einen neuen beruflichen Weg einzuschlagen und dann kehrst du doch zum alten Arbeitgeber zurück? Klingt für viele nach Scheitern und Bequemlichkeit. Du hast schließlich nicht ohne Grund deinen Arbeitsplatz gewechselt. Trotzdem kann Boomerang-Hiring eine Chance für dich sein. Warum, erfährst du hier.

Bequemlichkeit, Scheitern oder berufliche Chance?

Viele verbinden die Rückkehr ins Elternhaus oder zu einer alten Beziehung mit Bequemlichkeit und sehen diese Entscheidung als einfachsten Weg. Selbes gilt für die Rückkehr zu einem alten Job. Oft macht das bei anderen den Eindruck, dass es woanders nicht geklappt hat und die Person, die zu Altem zurückkehrt, gescheitert ist.

Beim Boomerang-Hiring oder Rehiring ist das aber nicht immer der Fall. Besonders im Job kann es dir Vorteile bringen, nach anderen beruflichen Zwischenstopps wieder beim alten Arbeitgeber anzufangen. Es kann aber auch Gefahren bergen. 

Du solltest nicht unüberlegt zurück zu deinem alten Arbeitgeber gehen. Es gab schließlich einen oder mehrere Gründe, warum du gegangen bist. Mach dir darüber Gedanken, woran es lag: War es die Unternehmenskultur, die Kollegen und Kolleginnen, die Vorgesetzten, dein Aufgabenbereich oder doch etwas ganz anderes, was dich gestört hat? Deine Rückkehr zum Ex-Arbeitgeber macht nur Sinn, wenn sich in dem Bereich, der dich zur Kündigung bewegt hat, etwas verändert hat. Andernfalls wirst du dort nicht glücklich werden und – erneut – nicht lange bleiben.

Boomerang-Hiring: Zurück zum alten Arbeitgeber? / Foto: fauxels / Pexels

Boomerang-Hiring: Zurück zum alten Arbeitgeber? / Foto: fauxels / Pexels

Mach dir deine Entwicklung bewusst

Mach dir bewusst, welche Entwicklungen du – vor allem beruflich – gemacht hast, welche neuen Fähigkeiten und Kenntnisse du erworben und welche neuen Erfahrungen du gesammelt hast, die dich jetzt weiterbringen können. Sieh das Ganze nicht als Rückkehr ins gemachte Nest, sondern als Chance für deine berufliche Karriere. 

Außerdem solltest du dir überlegen, wie du deine Entscheidung, zu deinem Ex-Arbeitgeber zurückzukehren, vor deinem Team begründest. Nur mit dieser Offenheit kannst du Klatsch und Tratsch darüber zu einem Großteil vermeiden.

Nicht in die alte Rolle zurückkehren

Oft wirst du beim Rehiring den Stempel deiner alten Position und Rolle im Unternehmen nicht einfach los. Eine neue Rolle zu finden und von den Kolleginnen und Kollegen auch in dieser Rolle akzeptiert und gesehen zu werden, ist nicht leicht. Aus diesem Grund solltest du dich vorbereiten und für dich festlegen, wie du dich neu positionieren möchtest. Welche neuen Aufgabenbereiche und Themenfelder möchtest du angehen und wie ist dein neues Verhalten und Auftreten im Team? Sonst geht es dir wie dem Azubi, der nach dem Ausbildungsabschluss beim Arbeitgeber bleibt und auch nach längerer Zeit für alle Kollegen und Kolleginnen noch der Azubi ist. 

Klare Kommunikation im Bewerbungsprozess

Mach direkt in der Bewerbung die Verbindung mit dem Unternehmen deutlich und verschleiere es nicht. Tu nicht so, als wärst du ein externer Bewerber, das bringt dich nicht weiter und es kommt sowieso irgendwann raus. Beispielsweise in dem Teil deines Bewerbungsschreibens, indem es um deine Stärken und Kompetenzen geht, kannst du deinen Bezug zum Unternehmen einbringen. 

Hast du die erste Hürde überwunden und wirst zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen, solltest du dich auf unangenehme Fragen einstellen und dich dementsprechend vorbereiten. Es werden sicher Fragen zu den Gründen deiner damaligen Kündigung kommen und wieso du dich dafür entschieden hast, zurückzukommen. Du solltest deine Antworten auf diese Fragen gut vorbereiten und üben, bevor du in das Gespräch gehst. 

Außerdem ist es wichtig, darauf zu achten, was sich im Unternehmen verändert hat. Nur, weil es früher so war, heißt das nicht, dass du darauf vertrauen kannst, dass es noch so ist. Du kannst durch gezielte Fragen herausfinden, wie die Entwicklung im Unternehmen war und was neu oder noch ist wie früher. Sichere dich ab und stell Fragen wie "Früher wurde dieses oder jenes auf diese Art gehandhabt, wird das noch auf diese Art gemacht?" oder "Ich kenne dieses oder jenes von früher so, hat sich hier etwas geändert?".

Bequemlichkeit, Scheitern oder berufliche Chance? Foto: energepiccom / Pexels

Bequemlichkeit, Scheitern oder berufliche Chance? Foto: energepiccom / Pexels

Win-Win

Eine offene und ehrliche Kommunikation ist wichtig, wenn du zu einem Ex-Arbeitgeber zurückkehren möchtest. Halten sich beide Seiten daran, können alle aus Boomerang-Hiring Vorteile ziehen und davon profitieren. Auf der einen Seite kennen ehemalige Angestellte das Unternehmen, die Kultur und die Strukturen, so kannst du dein Netzwerk schneller wieder aufbauen, dich schneller wieder einleben und entfalten. Durch diese ganzen Vorteile kann der Rückkehrer oder die Rückkehrerin schneller für das Unternehmen wirksam sein und Leistung erbringen.

Besprich aus diesem Grund zu Beginn deine mittel- und langfristigen Entwicklungschancen und Perspektiven im Unternehmen. Dadurch zeigst du auch Eigenmotivation, Zuverlässigkeit und Beständigkeit – du siehst schließlich eine Zukunft in deinem neuen alten Unternehmen

Auf der anderen Seite bringen Rückkehrer und Rückkehrerinnen neues Wissen und Sichtweisen mit. Vor allem Wissen von einem Wettbewerber, das du teilen kannst, ist ein Grund, warum Unternehmen Interesse daran haben, Ex-Angestellte zurückzugewinnen. 

Fazit

Oft wird die Rückkehr zu einem Ex-Arbeitgeber mit Scheitern oder Bequemlichkeit verbunden. Das ist nicht immer der Fall, es gibt einige berufliche Chancen, die du aus der Rückkehr zum alten Arbeitgeber ziehen kannst. Dabei ist wichtig, dass du von Beginn an offen und ehrlich kommunizierst und dir bewusst machst, welche Erfahrungen und neuen Kompetenzen du erworben hast, die dich beruflich weiterbringen können. Und achte darauf, nicht in alte Rollen zurückzufallen. Dann kann deine Rückkehr für dich und das Unternehmen zu einer Win-win-Situation werden.

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