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Chill Mode On! Wie gelingt Erholung?

Am besten so!

Foto: taylor simpson / unsplash
Foto: taylor simpson / unsplash

Erholung klingt so einfach. Wir lehnen uns einfach zurück und machen mal ganz und gar nichts. Verwunderlich ist nur, dass das süße Nichtstun nicht immer den erwünschten Erholungseffekt hat. Wer sich erholen möchte, muss lernen wie ihm das am besten gelingt. Entspannung ist etwas sehr Individuelles. Während die einen sich bei einer anstrengenden Radtour in den Bergen erholen, brauchen die anderen einen Tag im Wellness-Hotel, um den Stress zu reduzieren. Egal wie ihr euch entspannt, sicher ist, dass ihr euch regelmäßig entspannen müsst. Denn ständiger Stress kann krank machen. Euer Immunsystem leidet, Herz-Kreislauf-Erkrankungen können begünstigt werden und möglicherweise bekommt ihr Magen-Darm-Probleme. Auch eine Depression oder ein Burnout können das Ergebnis von Dauerstress sein. Besser ihr sorgt zwischendurch immer wieder für Erholung.

Was ist Erholung eigentlich?

Erholung genau zu definieren, ist gar nicht so einfach. Bei der Definition herrscht häufig Uneinigkeit. Grundsätzlich lässt sich über Erholung sagen, dass es sich dabei um einen Ausgleich von Zuständen der Unterforderung oder Überforderung handelt. Das heißt, das Erholen muss nicht immer bedeuten, dass man sich entspannen muss, sondern kann auch mit Anspannung zu tun haben. Wichtig ist, dass ein Ausgleich geschaffen wird. Geht ihr beispielsweise einer monotonen, langweiligen Arbeit nach und habt kaum Bewegung im Alltag, könnt ihr einen Ausgleich schaffen, indem ihr euch in eurer Freizeit fordert und viel bewegt. Umgekehrt heißt das, wenn ihr im Job körperlich viel leisten müsst, können ruhige Tätigkeiten wie Meditation oder Besuche in der Sauna für die notwendige Erholung sorgen. Ihr solltet für euch grundsätzlich klären, welche Art der Entspannung euer Wohlbefinden steigert. 

 

Was ist Erholung eigentlich? Foto: toa heftiba / unsplash

Was ist Erholung eigentlich? Foto: toa heftiba / unsplash

Erholung – welcher Entspannungstyp bin ich eigentlich?

Mensch, ihr macht doch eigentlich alles genau gleich wie euer bester Kumpel oder eure beste Freundin. Ihr legt euch zwei Wochen in Spanien in die Sonne, lauscht den Wellen und kommt braun gebrannt aus dem Urlaub zurück. Aber ihr fühlt euch absolut nicht entspannt. Im Gegenteil, ihr musstet ständig die Hummeln im Hintern bekämpfen, um die Strandliege auch ja nicht zu verlassen. Vielleicht braucht ihr etwas ganz anderes als eure Freunde oder Kollegen, um entspannen zu können? Es gibt verschiedene Entspannungstypen und jeder hat seinen eigenen Weg, um Erholung zu finden. Diese Entspannungstypen gibt es:

Der Wellness-Typ

Wenn ihr zum Wellness-Entspannungstyp gehört, dann genießt ihr es, Körper und Seele mit angenehmen Düften und Wärme zu verwöhnen. Ihr könnt im warmen Badewasser bei Kerzenschein gut entspannen. Das könnte euch beim Erholen helfen:

  • Kerzenlicht
  • Duftlampen
  • Entspannungsmusik, autogenes Training und Meditation
  • Besuche in der Sauna und im Spa
  • Ausgiebig duschen und baden
  • Massagen

 

Entspannen muss kuschelig und warm sein / Foto: jared rice / unsplash

Entspannen muss kuschelig und warm sein / Foto: jared rice / unsplash

Entspannen muss kuschelig und warm sein

Zum Entspannen braucht ihr Wärme und einen gewissen Kuschelfaktor. Kalte Temperaturen rauben euch die Energie und der Winter ist so gar nicht euer Ding. Dafür lauft ihr bei sommerlichen Temperaturen ab 25 Grad zur Höchstform auf und fühlt euch so richtig wohl. Das braucht der kuschelig-warme Entspannungstyp:

  • Eure Ferien verbringt ihr am besten in einem sonnigen, warmen Land
  • Wellnessangebote, die mit Wärme zu tun haben, zum Beispiel Sauna und Thermalbad
  • Wärmflasche
  • Entspannungsbäder
  • Warme Fußbäder
  • Wärmestrahler 
  • Kuschelige Kleidung wie Kuschelsocken
  • Jeden Sonnenstrahl nutzen und an die frische Luft gehen, im Winter dann eben gut angezogen

 

Aktives Erholen ist angesagt

Das vermeintlich süße Nichtstun liegt euch so gar nicht. Wenn ihr daran denkt, stundenlang am Strand liegen zu müssen, fühlt ihr euch nicht einmal ansatzweise entspannt. Ihr müsst etwas tun, um euch erholen zu können. Euer Energielevel ist hoch und so kann sich der aktive Entspannungstyp erholen:

  • Geht handwerkliche Aufgaben an und repariert und renoviert, wo es sein muss
  • Arbeitet im Garten
  • Handarbeiten wie Stricken, Nähen, Häkeln und Sticken sind produktiv, beruhigen aber gleichzeitig
  • Werdet aktiv im Haushalt und putzt, wascht die Wäsche oder kocht
  • Ausmisten kann ebenfalls sehr erholsam sein
  • Spazieren gehen, wandern und Sport machen

 

Erholen mit Sport

Wenn ihr ein sportlicher Entspannungstyp seid, dann müsst ihr euch zur Erholung so richtig auspowern. Ihr braucht die Bewegung dringend, um euer Stresslevel zu verringern, denn ihr seid es gewohnt, jeden Tag Vollgas zu geben. Ohne ausreichend Bewegung, stellt sich bei euch kein Wohlbefinden ein. So kann sich der sportliche Entspannungstyp Erholung holen:

  • Laufen
  • Wandern
  • Radfahren
  • Sport aller Art
  • Yoga, Tai-Chi und Pilates
  • Surfen
  • Tanzen
  • Ballsportarten
  • Bewegung durch Treppensteigen, Radfahren und zu Fuß gehen in den Alltag einbauen, um den Stress abzubauen

 

Chill Mode On! Erholung – findet heraus welcher Entspannungstyp ihr seid! / Foto: annie spratt / unsplash

Chill Mode On! Erholung – findet heraus welcher Entspannungstyp ihr seid! / Foto: annie spratt / unsplash

Kulturelles Interesse muss gestillt werden

Wenn ihr zum kulturell interessierten Entspannungstyp gehört, müsst ihr euren Wissendurst und eure Neugier immer wieder mit Neuem Input stillen. Ihr wisst anspruchsvolle Musik und Literatur zu schätzen. Ihr habt Spaß an Kunst. Ihr seid selber kreativ und lasst euch gerne inspirieren. Alles Ästhetische spricht euch an. Das könnt ihr für mehr Erholung tun: 

  • Musik hören und Konzerte besuchen
  • Kunstausstellungen und Museen besuchen
  • Lesen, schreiben, malen, fotografieren, selbst Musik machen
  • Theatervorstellungen besuchen
  • Ins Theater gehen
  • Meditieren und Entspannungstechniken erlernen
  • Städtetrips und dabei interessante Ausstellungen und historische Gebäude besuchen
  • Kurse und Workshops zu interessanten Themen besuchen oder einen Sprachkurs machen

 

Erholen in bester Gesellschaft

Nicht jeder profitiert vom Alleinsein. Vielleicht gehört ihr zu den Menschen, die ihre Akkus am besten in netter Gesellschaft aufladen. Ihr braucht geselliges Beisammensein. Allein zu sein, drückt auf eure Stimmung. Das kann der gesellige Entspannungstyp tun:

  • Sich mit Freunden treffen
  • Spieleabende organisieren
  • Gemeinsam mit anderen kochen
  • Soziales Engagement 
  • Einem Verein beitreten
  • Mannschaftssport betreiben
  • Einem Chor beitreten oder einen Tanzkurs besuchen
  • In Kursen nach Gleichgesinnten Ausschau halten
  • In der Gruppe verreisen

Wie ihr seht, darf Erholung nicht mit Nichtstun verwechselt werden. Für jeden Menschen kann Erholung etwas ganz anderes bedeuten. Vielleicht seid ihr auch ein Mischtyp. Tagsüber entspannt ihr in der Sonne am Strand und abends sucht ihr die Gesellschaft anderer. Am besten probiert ihr verschiedene Dinge aus, um herauszufinden, was euch guttut. 

Erholen ist nicht nur im Urlaub möglich

Da fiebern wir monatelang dem Jahresurlaub entgegen und hoffen dort die ersehnte Erholung zu finden und dann kehren wie genauso gestresst in den Arbeitsalltag zurück wie zuvor. Das Erholen allein auf die Tage des Urlaubs zu legen, ist nicht besonders sinnvoll. Wir sollten uns auch abseits von Strand, Meer, Sonne und Berge erholen können. Für ein wenig Erholungszeit muss auch im Alltag Platz sein. Viele Menschen wissen von sich selbst überhaupt gar nicht, wie sie sich erholen können. Oftmals ist ihnen noch nicht einmal klar, dass sie überhaupt eine Pause brauchen. Es ist jedoch sinnvoll, Erholungsstrategien einzuüben und im Alltag einzuplanen, wenn man sich nicht ständig überfordern möchte. Auch Arbeitgeber können einen Teil dazu beitragen, dass sich ihre Mitarbeiter besser erholen können. Von erholten Mitarbeitern profitiert auch das Unternehmen selbst. Es ist daher eine Überlegung wert, ob Erholungsprogramme am Arbeitsplatz eingeführt werden sollten. Am Arbeitsplatz können beispielsweise folgende Erholungsstrategien sehr hilfreich sein:

  • Ruheräume zur Entspannung werden bereitgestellt
  • Es gibt Workshops zu Entspannungsmethoden und Techniken der Stressbewältigung wie Autogenes Training, Meditation, Bauchatmung und Progressive Muskelentspannung
  • Die Pausen werden verbessert und aktiver gestaltet. Zum Beispiel gibt es gemeinsame Sport- und Yoga-Einheiten
  • Die mobile Erreichbarkeit der Mitarbeiter wird allgemein geregelt und es gibt Zeiten, in denen die Mitarbeiter nicht erreichbar sein müssen
  • Überstunden werden klar geregelt und kontrolliert, zum Beispiel mit Hilfe von Computerprogrammen
  • Der Arbeitsplatz wird mit Hilfe von Licht, Materialien, Farben und Belüftung angenehmer gestaltet
  • Es werden Maßnahmen eingeführt, um Beruf und Freizeit besser trennen zu können

Fazit

Erholung kann für jeden Menschen etwas anderes bedeuten. Wichtig ist, Pausen nicht nur dann einzubauen, wenn wir bereits völlig überfordert, gestresst und ausgelaugt sind, sondern auf regelmäßige Erholungsphasen zu achten. Es muss nicht immer der Jahresurlaub sein, wenn es darum geht, sich zu erholen. Schafft euch kleine Inseln im Alltag. Nehmt am Abend ein gutes Buch zur Hand, trefft euch mit Freunden, geht zum Sport, bildet euch weiter und achtet darauf, jeden Tag etwas Erholsames zu tun.

 

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