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Corona-Impfstoff

wer wird wann geimpft

Foto: national cancer institute / unsplash
Foto: national cancer institute / unsplash

Weltweit wird mit Hochtouren an einem Corona-Impfstoff gearbeitet. Es gibt bereits erste Ergebnisse und die Bundeskanzlerin Angela Merkel geht davon aus, dass noch im Dezember, aber spätestens zum Jahreswechsel hin ein Impfstoff zur Verfügung stehen könnte. Doch wer wird dann geimpft? Wer erhält die Corona-Impfung zuerst? Dieser Frage wollen wir einmal auf den Grund gehen.

Wie erfolgt die Verteilung des Impfstoffs?

Erst einmal müssen ein oder mehrere Impfstoffe zugelassen werden. Diese Impfstoffe müssen in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Bis ausreichend Impfdosen bereitgestellt werden können, kann es einige Zeit dauern. Wie lange das genau dauert, kann keiner sagen. Auch die Zulassung der einzelnen Corona-Impfstoffe kann nicht genau festgelegt werden. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass nicht alle gleichzeitig geimpft werden können. Stehen die ersten Impfdosen zur Verfügung, soll das Impfen gestaffelt vonstattengehen. Wie genau diese Staffelung aussehen soll, ist noch nicht abschließend geklärt. Es kann zudem nationale und internationale Unterschiede geben. Zusammen mit Vertretern und Vertreterinnen des Ethikrats und der Leopoldina hat die Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut (kurz STIKO) ein Konzept entwickelt, wie solch eine Staffelung aussehen könnte. Vorgesehen ist, dass Menschen aus Risikogruppen sowie das medizinische Personal zuerst geimpft werden sollen. Es ist zudem geplant, den Impfstoff in der ersten Phase zentral zu verteilen. Das bedeutet, es werden Impfzentren eingerichtet. In jedem Bundesland soll es dann regionale Impfzentren geben. Gibt es den Impfstoff in ausreichender Menge, kann die Corona-Impfung – wie wir es von anderen Impfungen gewohnt sind – von den Hausärzten vorgenommen werden.

Corona-Impfstoff – wer wird wann geimpft / Foto: david preston / unsplash

Corona-Impfstoff – wer wird wann geimpft / Foto: david preston / unsplash

Warum erhalten nicht alle gleichzeitig den Corona-Impfstoff?

Wenn der Corona-Impfstoff zur Verfügung steht, wird er sehr wahrscheinlich erst einmal sehr knapp sein. Aus diesem Grund ist eine Priorisierung sinnvoll. Ziel ist das bestmögliche Ergebnis für die gesamte Bevölkerung zu erreichen. Aus diesem Grund sollen jene Gruppen den Impfstoff zuerst erhalten, deren Immunisierung den größten Nutzen bringt. So sollen zuerst Personen geimpft werden, deren Risiko besonders groß ist durch das Virus schwer zu erkranken oder zu sterben. Vorrangig geimpft werden sollen auch die Personengruppen, die sich um die Risikogruppen kümmern. Zudem soll das öffentliche Leben erhalten werden. Entsprechend relevante Personengruppen sollen ebenfalls möglichst früh den Impfstoff erhalten.

Wie lange dauert es, bis alle geimpft sind?

Wenn 60 Prozent der Gesamtbevölkerung geimpft werden und eine Herdenimmunität erreicht werden soll, müsste man ein Jahr lang jeden Tag viele Tausend Menschen impfen. Eine Impfpause dürfte man dann auch am Wochenende nicht einlegen. Hinzukommt, dass bei einer Impfung auch ein Arzt anwesend beziehungsweise in der Nähe sein sollte. Ein solcher Impfmarathon könnte daher zu einer weiteren Überlastung des medizinischen Personals führen. Hier müssten erst Strategien gegen die Überlastung gefunden werden. Überlegt wird beispielsweise, Ärzte aus dem Ruhestand zurückzuholen.

Jens Spahn zufolge könnte es zum Sommer 2021 Massenimpfungen geben. Auch in Arztpraxen soll dann das flächendeckende Impfen mit dem Corona-Impfstoff möglich sein. Sofern viele das Impfangebot wahrnehmen, könnte dies eine deutliche Verbesserung der aktuellen Situation bedeuten. Das Biotechnologieunternehmen Biontech hält es für realistisch, dass bis zum Sommer 2021 70 Prozent der deutschen Bevölkerung geimpft werden könnten. Die Produktion des Corona-Impfstoffs läuft auf Hochtouren. Der Corona-Impfstoff muss stark gekühlt werden. Auch beim Transport müssen entsprechend niedrige Temperaturen gewährleistet werden. Die Deutsche Post sieht sich in der Lage, den Impfstoff unter Einhaltung der erforderlichen Bedingungen zu transportieren.

Warum erfolgt die Verteilung des Corona-Impfstoffs über Impfzentren?

Die Verteilung des Corona-Impfstoffs erfolgt zum einen über Impfzentren, die in jedem Bundesland aufgebaut werden sollen. Zum anderen sind mobile Impfteams geplant. Diese mobilen Teams können dann beispielsweise stationäre Pflegeeinrichtungen aufsuchen. Ebenfalls diskutiert wird, ob Betriebsärzte in Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen die Corona-Impfung übernehmen können. Doch warum wird der Corona-Impfstoff überhaupt über Impfzentren verteilt? Welche Gründe gibt es dafür? Die Impfzentren sollen aus folgenden Gründen eingerichtet werden:

  • Die Lagerung eines Impfstoffs ist oftmals nur unter bestimmten Bedingungen möglich. Manche Impfstoffe müssen bei sehr niedrigen Temperaturen gelagert werden. Eine sehr kühle Lagerung ist nicht in jeder Apotheke oder Hausarztpraxis möglich. Oftmals müssen die entsprechenden Bedingungen erst hergestellt werden. In einem Impfzentrum können die erforderlichen Bedingungen von vornherein geschaffen werden. Zudem können an ein Impfzentrum größere Mengen Impfstoff geliefert werden und diese können dort auch gelagert und verbraucht werden, ehe diese verfallen. Da der Corona-Impfstoff am Anfang eher knapp sein wird, ist dessen optimale Nutzung von großer Bedeutung.
  • Der Corona-Impfstoff soll nach bestimmten Bedingungen verteilt werden. Die Verteilung wird nach einer Priorisierung vorgenommen. Impfzentren erleichtern dieses Vorgehen. Wer den Impfstoff aus medizinisch-epidemiologischen oder ethischen Gründen zuerst erhalten soll, ist in einem Impfzentrum gut aufgehoben. Wenn später alle Probleme bezüglich der Lagerung und Verteilung gelöst sind, können auch Hausärzte die Impfung übernehmen.
  • Das Ziel ist, die Covid-19-Pandemie möglichst einzudämmen. Hierfür bieten sich Impfzentren an, da es als einfacher angesehen wird, eine Massenimpfung in Impfzentren zu organisieren, als diese in die Regelversorgung zu integrieren. Die Bundeländer richten Impfzentren ein, um möglichst viele Menschen innerhalb kürzester Zeit impfen zu können. Wenn sich alle beim Hausarzt für diese Impfung melden, würde dies wesentlich mehr Zeit in Anspruch nehmen und man könnte nicht so viele Menschen in kurzer Zeit impfen. Zudem ist es möglich, dass zwei Impfungen für einen guten Schutz notwendig sind. Die beiden Impfungen sollten im Abstand von wenigen Wochen vorgenommen werden. Je mehr Menschen bald gegen SARS-CoV-2 geimpft sind, umso schneller kann die Pandemie unter Kontrolle gebracht werden.

 

Gibt es eine Impfpflicht gegen das Coronavirus?

Eine Impfpflicht gegen das Coronavirus soll es laut der Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht geben. In Deutschland besteht keine Pflicht zur Impfung. Eine Ausnahme bildet de Masern-Impfung. Diese wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen und muss seit März 2020 vorgelegt werden, wenn ein Kind mindestens ein Jahr alt ist und den Kindergarten oder die Schule besuchen möchte.

Wie erfolgt die Verteilung des Impfstoffs? Foto: daniel schludi magznecmcug / unsplash

Wie erfolgt die Verteilung des Impfstoffs? Foto: daniel schludi magznecmcug / unsplash

Werden auch Kinder gegen Corona geimpft?

Der Corona-Impfstoff wird zunächst einmal nur für Erwachsene zur Verfügung stehen. Die Impfstoffe gegen Corona konnten bislang nicht ausreichend auf Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen untersucht werden. Der Schwerpunkt wird daher bei der Impfung von Erwachsenen liegen. Aus ethischen Gründen sollen keine Tests an Kindern durchgeführt werden. Erst wenn bei Erwachsenen keine schweren Nebenwirkungen aufgetreten sind, können Kinder in klinische Prüfungen einbezogen werden. Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter scheinen zudem am Infektionsgeschehen nicht in besonderer Weise beteiligt zu sein. Die Impfung soll vor allem Menschen schützen, die ein hohes Risiko haben, schwer zu erkranken oder zu sterben. Der Fokus liegt daher auf älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen.

Fazit

Wenn ihr zur Risikogruppe gehört und beispielsweise Vorerkrankungen habt, dann kann es sein, dass ihr gleich am Anfang, wenn der Corona-Impfstoff verfügbar ist, die Impfung erhalten könnt. Das gilt auch, wenn ihr zum medizinischen Personal gehört oder in einer Pflegeeinrichtung arbeitet. Wann genau ihr geimpft werden könnt, kann euch zum jetzigen Zeitpunkt jedoch niemand sagen. Genauere Informationen zur Impfung und zum möglichen Zeitpunkt bekommt ihr von den regionalen Impfzentren in eurem jeweiligen Bundesland und vom Bundesgesundheitsministerium.

Weitere Infos zum Thema:

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