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Das musst du dir von deinen Kollegen nicht bieten lassen

Wehr dich!

Foto: niloy biswas / unsplash
Foto: niloy biswas / unsplash

In vielen Unternehmen gehört Diskriminierung am Arbeitsplatz zum Alltag. Betroffene wissen oft nicht, wie sie sich in diskriminierenden Situationen verhalten sollen. Aber: Was bedeutet diskriminiert? Im nachfolgenden Beitrag erfährst du anhand praktischer Beispiele, was unter Diskriminierung im Job zu verstehen ist und wie du dich dagegen wehrst. Außerdem erklären wir den Unterschied zwischen Diskriminierung und Benachteiligung.

Was ist Diskriminierung am Arbeitsplatz?

Das als Antidiskriminierungsgesetz bekannte Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) definiert den Begriff Diskriminierung wie folgt:

  • Menschen werden aufgrund ihrer Weltanschauung verhöhnt, ausgeschlossen oder benachteiligt.
  • Benachteiligungen aufgrund von Alter und Behinderungen sind diskriminierend.
  • Ebenso diskriminierend ist es, wenn Personen wegen ihrer Rasse oder ihres Geschlechts im Arbeitsleben benachteiligt werden. 

Typische Beispiele für Diskriminierung im Job gibt es mehr, als wir in diesem Artikel aufzählen können: Sehr häufig werden Arbeitnehmer aufgrund ihrer vom Mainstream abweichenden Weltanschauung von Kollegen ausgegrenzt oder verspottet. Ältere Mitarbeiter haben weniger Chancen, beruflich weiterzukommen, Männer haben gegenüber attraktiven Frauen bei Beförderungen das Nachsehen, Bewerber mit ausländischer Herkunft nicht berücksichtigt. Nicht jede Benachteiligung ist als Diskriminierung zu verstehen.

Arbeitgeber sind dazu aufgefordert, Diskriminierung am Arbeitsplatz mit geeigneten Maßnahmen zu unterbinden. Zudem sind Arbeitgeber durch § 1 AGG zur Gleichstellung bei den Arbeitsbedingungen, bei der Auswahl von Kandidaten für neu zu besetzende Stellen und bei der Stellenausschreibung angehalten.

Diskriminierung am Arbeitsplatz – So wehrst du dich / Foto: anna shvets / Pexels

Diskriminierung am Arbeitsplatz – So wehrst du dich / Foto: anna shvets / Pexels

Unterscheidung zwischen Benachteiligung am Arbeitsplatz und Diskriminierung am Arbeitsplatz

Sofern eine Benachteiligung am Arbeitsplatz sachlich begründet wird, ist sie nichtdiskriminierend. Eine benachteiligte Person muss die Entscheidung in dem Fall hinnehmen. Hierzu zwei Beispiele:

  • Wird eine Stelle von einer kirchlichen Institution ausgeschrieben, kann der Arbeitgeber von Bewerbern verlangen, dass sie der gleichen Konfession angehören. Für einen Muslim mag diese Anforderung diskriminierend erscheinen, sie ist jedoch lediglich eine Benachteiligung mit sachlich nachvollziehbarer Begründung.
  • Ein Unternehmer vergibt Jobs ausschließlich an männliche Bewerber, weil sie ein hohes Maß an körperlicher Kraft voraussetzen. Auch hierbei handelt es sich um eine sachlich begründete Benachteiligung eventueller weiblicher Bewerber und nicht um eine Diskriminierung, da Männer in der Regel kräftiger sind als Frauen.

Eine Diskriminierung liegt vor, wenn eine Benachteiligung nicht ausreichend begründet wird. Ein Arbeitgeber wird seine Wahl hinsichtlich einer Stellenvergabe immer sachgerecht begründen, damit sie unanfechtbar ist. Viel häufiger geschieht Diskriminierung am Arbeitsplatz durch Kollegen, sie ist oft emotional und so gut wie nie gerechtfertigt

Was bedeutet Diskriminierung am Arbeitsplatz?

Diskriminierung am Arbeitsplatz Beispiele:

  • Diskriminierung am Arbeitsplatz wegen Behinderung: Mitarbeiter machen sich über Kollegen lustig, die körperlich behindert sind (eine Steigerung davon ist die Diskriminierung Schwerbehinderter am Arbeitsplatz)
  • Diskriminierung am Arbeitsplatz wegen der Einstellung: Kollegen benachteiligen andere Beschäftigte aufgrund ihrer politischen oder sozialen Ansichten.
  • Diskriminierung von Frauen am Arbeitsplatz: Optisch attraktive Frauen werden von männlichen Arbeitnehmern verbal belästigt. 

Auch Diskriminierung am Arbeitsplatz gegen Ausländer, wegen Krankheit, Gewicht oder Alter sowie die Diskriminierung Homosexueller am Arbeitsplatz sind leider gängig.

Derartige Vorkommnisse sind für diskriminierte Personen unangenehme Erlebnisse, die geeignete Maßnahmen erfordern. In jedem Fall musst du den Arbeitgeber davon in Kenntnis setzen, denn der ist durch das AGG verpflichtet, für Gleichstellung zu sorgen.

Was tun bei Diskriminierung am Arbeitsplatz?

Bei Diskriminierung am Arbeitsplatz hast du Anspruch auf Schadensersatz.

Insbesondere kannst du auf Schadenersatz bestehen, wenn deine Bewerbung ohne sachliche Begründung abgelehnt wurde oder du bei einer betrieblichen Beförderung übergangen wurdest. Wichtig ist: Du musst eine Frist von zwei Monaten einhalten, beginnend ab der jeweiligen Ablehnung. Abweichend davon können in Tarifverträgen andere Fristen vorgegeben sein. 

Schadenersatzforderungen sind zudem möglich, wenn du von Kollegen diskriminiert wirst und der Arbeitgeber diese Vorfälle nicht abstellt.

Was ist Diskriminierung am Arbeitsplatz? Foto: jessica ticozzelli / Pexels

Was ist Diskriminierung am Arbeitsplatz? Foto: jessica ticozzelli / Pexels

Was kann man gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz tun?

So wehrst du dich gegen Diskriminierung im Job: Der erste Ansprechpartner in kleineren Betrieben ist der Arbeitgeber. Er muss für Abhilfe sorgen, indem er die diskriminierende Person abmahnt, versetzt oder im Wiederholungsfall kündigt. Größere Unternehmen haben eine interne Anlaufstelle, bei der du diskriminierende Vorfälle melden und dich beraten lassen kannst. 

Zudem steht dir frei, bei Diskriminierung am Arbeitsplatz eine Antidiskriminierungsstelle aufzusuchen. Die Mitarbeiter einer externen Beratungsstelle können oft aufgrund des gegebenen Abstands die Situation besser einschätzen als Angehörige im Betrieb. Du kannst dort dein Anliegen schildern und um eine Vermittlung zwischen beiden Parteien bitten. 

Unterbindet der Chef die Diskriminierung im Job trotz Aufforderung nicht, kannst du vom sogenannten Recht auf Leistungsverweigerung Gebrauch machen und der Arbeit fernbleiben. Dein Gehalt muss bis zur Implementierung geeigneter Maßnahmen weiterbezahlt werden. Schadenersatz ist oft nur durch eine Klage zu erreichen, indes muss dein Arbeitgeber vor Gericht beweisen, dass die entsprechende Benachteiligung nicht diskriminierend war.

Fazit

Diskriminierung am Arbeitsplatz ist weit verbreitet, muss aber nicht hingenommen werden. Du hast viele Möglichkeiten, dich gegen Diskriminierung im Job zu wehren, und kannst, wenn nötig, sogar Entschädigung einklagen.

 

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