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Das taugt die Vier-Tage-Woche

Cool down!

Foto: umur batur kocak / unsplash
Foto: umur batur kocak / unsplash

Die Vier-Tage-Woche könnte das Modell der Zukunft sein. Wir zeigen euch, was es damit auf sich hat und welche Vorteile die neue Arbeitseinteilung birgt.

Seit vielen Jahrzehnten gilt die Fünf-Tage-Woche mit etwa 40 Arbeitsstunden pro Woche in vielen Unternehmen als feste Konstante. Mittlerweile wird immer öfter von der Vier-Tage-Woche gesprochen. Dass dieses Modell zukunftsträchtig ist, zeigen auch Studien. Doch worum handelt es sich dabei konkret und welche Vorteile könnt ihr aus einer solchen Arbeitseinteilung schöpfen?

Das bedeutet die Vier-Tage-Woche

Der Begriff umfasst zunächst die Änderung herkömmlicher Arbeitszeiten. In den meisten Berufen ist es üblich, an fünf Tagen pro Woche zu arbeiten, während zwei Tage frei bleiben. Die Vier-Tage-Woche verfolgt den Ansatz, einen zusätzlichen freien Tag zu schaffen, an dem ihr euch als Mitarbeiter im Unternehmen erholen könnt. Zeitgleich bedeutet dies jedoch nicht, dass ihr unter dem Strich weniger arbeiten müsst. In den meisten Fällen wird das Modell so angewandt, dass die wöchentliche Arbeitszeit auf demselben Niveau bleibt und auf lediglich vier Tage verteilt wird. Unternehmen, die dieses Modell verfolgen, versprechen sich dadurch fittere Angestellte, die unterm Strich mehr Leistung bei gleicher Arbeitszeit liefern. Da zudem die Bezahlung gleichbleibt, profitiert sowohl ihr als auch euer Unternehmen von der Arbeitseinteilung.

Das taugt die Vier-Tage-Woche – Cool down! Foto: syh / unsplash

Das taugt die Vier-Tage-Woche – Cool down! Foto: syh / unsplash

Welche Vorteile bietet die Vier-Tage-Woche?

Der primäre Vorteil liegt auf der Hand. Wer nur vier Tage pro Woche arbeitet, gewinnt einen freien Tag hinzu. Dieser kann vielfältig genutzt werden. Sei es für die Familie, die Hobbys oder ein ehrenamtliches Engagement – der Unterschied zwischen zwei oder drei freien Tagen wöchentlich ist signifikant und erlaubt mehr Spielraum abseits des Arbeitsplatzes.

Auch aus psychologischer Sicht birgt das Arbeitszeitmodell positives Potenzial. So sorgt der zusätzliche freie Tag für längere Erholungsphasen. Im Umkehrschluss profitieren davon die Arbeitsmoral sowie die Konzentrationsfähigkeit. Diese Aspekte wirken sich nicht nur positiv für den Arbeitnehmer aus. Auch Unternehmen können davon profitieren, da die gesteigerte Erholung Studien zufolge zu weniger Krankmeldungen führt. Ob im Büro oder in körperlich anstrengenden Berufen – die Belastungen durch die Arbeit schlagen nicht selten auf die körperliche Fitness und führen zu Wehwehchen. Der durch die Vier-Tage-Woche gewonnene freie Tag kann daher auch dabei helfen, die allgemeine Gesundheit der Angestellten zu verbessern, indem ihnen mehr Zeit zur Regeneration geboten wird.

Welche Vorteile bietet die Vier-Tage-Woche? Foto: anastasiia rozumna / unsplash

Welche Vorteile bietet die Vier-Tage-Woche? Foto: anastasiia rozumna / unsplash

Essenzielle Aspekte für einen langfristigen Erfolg

Der Umstieg auf eine Vier-Tage-Woche bringt ohne jeden Zweifel eine Vielzahl an Vorteilen mit sich. Trotz aller Lobeshymnen müssen einige Aspekte des Modells einer kritischen Betrachtung standhalten. Unabhängig von der Arbeitszeit müssen gesetzliche Richtlinien zum Arbeitsschutz eingehalten werden. Dies führt unweigerlich dazu, dass sowohl ihr als Arbeitnehmer als auch eure Arbeitgeber Änderungen am Ablauf vornehmen müssen.

Freie Tage sind grundsätzlich auch als solche zu behandeln. Somit muss die Kommunikation optimiert werden, schließlich darf euch der Arbeitgeber während der freien Tage nicht behelligen, selbst wenn es nur um kurze Absprachen geht. Um die bisherigen Abläufe ohne negative Auswirkungen durch die Umstellungen gewährleisten zu können, müsst ihr zielgerichtet arbeiten. Sofern möglich, empfehlen sich wöchentliche Briefings, die zu Beginn einer Arbeitswoche abgehalten werden. Diese dienen dem Zweck, alle Aufgaben für die kommende Woche zu verteilen und mögliche Fragen zu klären. Dabei gilt es zu bedenken, dass Fristen beispielsweise auf den freien Tag fallen und somit vorher zu erledigen sind.

Abschließend muss ein weiterer Aspekt betrachtet werden. Nehmen sich alle Arbeitnehmer denselben Tag frei, so entstehen mitunter Lücken in den Abläufen. Diese sind nicht zwangsläufig problematisch und in ihren Auswirkungen auch primär vom jeweiligen Beruf abhängig. Dennoch sorgt die Vier-Tage-Woche dafür, dass oftmals eine oder mehrere Personen an freien Tagen als Notdienst erreichbar sind. Etwaige Planungen sollten langfristig und in Absprache mit euren Kollegen erfolgen. Nur so stellt ihr sicher, dass ihr euch an eurem freien Tag auch tatsächlich privaten Vergnügen oder der Erholung widmen könnt.

Fazit

Die Vier-Tage-Woche hat seine Vor- und Nachteile, ob diese bald in Unternehmen an der Tagesordnung steht, ist fraglich. Dennoch ist es eine Überlegung wert, besonders wenn in einem Unternehmen die Krankheitstage besonders hoch oder die Mitarbeiter besonders belastet sind. Ihr könntet das bei euch im Unternehmen auch einmal ansprechen, möglicherweise findet ihr ein passendes Konzept für euren Betrieb und könnt so bald nur noch 4 Tage arbeiten.

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