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Deep Work: So nutzt du deine Arbeitszeit maximal aus

Was es ist & wie du es in den Alltag integrierst

Bild Foto: ivan samkov / Pexels
Foto: ivan samkov / Pexels

Viele Menschen sind ständig abgelenkt, während sie arbeiten – sie betreiben Multitasking, checken alle paar Minuten ihr Smartphone, ihre Nachrichten und ihre E-Mails. Die ständige Kommunikation und Erreichbarkeit haben es fast unmöglich gemacht, uns auf komplexe Aufgaben zu konzentrieren, die unsere Arbeit vorantreiben. Und das hat gravierende Folgen für unser Wohlbefinden und unsere Produktivität. Wir verraten dir, wie du Deep Work für dich nutzen kannst, um konzentrierter und fokussierter zu bleiben und deine Arbeit produktiv voranzubringen.

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Deep Work – so nutzt du deine Arbeitszeit maximal aus / Foto: geraldine lewa / unsplash

Das Problem modernen Arbeitens

Unsere Tage sind erfüllt von einer Menge seichter Arbeit, sogenannter Shallow Work: E-Mails, Slack-Nachrichten, irgendwelche Benachrichtigungen von Tools etc. Wir switchen zwischen den Aufgaben hin und her, wobei unsere Aufmerksamkeit mehr und mehr erschöpft und wir langsam, aber sicher überfordert, unerfüllt und unproduktiv werden. Es scheint, als arbeiteten wir auf Hochtouren, als herrschte rege Betriebsamkeit, am Ende des Tages haben wir jedoch nur wenig vorzuweisen. 

Ein Gegensatz dazu ist eine Arbeit, die sich durch Produktivität, sinnvolle Beschäftigung und Glück auszahlt: eine Arbeit mit Tiefgang bzw. Deep Work. Aber was ist das genau? 

Was ist Deep Work – und warum ist sie so wichtig?

Deep Work ist, wenn du dich über einen längeren Zeitraum intensiv auf eine schwierige Aufgabe konzentrieren kannst, ohne dich ablenken zu lassen. Dadurch, dass du eine Aufgabe so stark fokussierst, vergisst du alles um dich herum und leistest produktive und beste Arbeit.

Sei ehrlich, bist du auch einer derjenigen, die Angst vor ihrem Posteingang haben? Kannst du es auch keine 30 Minuten aushalten, ohne deine E-Mails zu checken? Viele von uns stürzen sich auf neue Benachrichtigungen von Slack, Teams oder anderen Kommunikationstools und auf neue E-Mails und lassen dafür alles stehen und liegen. Aber: Sind die Benachrichtigungen wirklich so wichtig und asap zu beantworten? Selten.

Die Folge davon ist, dass wir zunehmend passiv bei digitalen Interaktionen agieren, wir empfangen und konsumieren die Nachrichten und sind ständig betriebsam. Doch das ist anstrengend und schadet unserer Aufmerksamkeit, die wir an anderer Stelle nicht mehr für unsere Arbeit aufbringen können. Statt darüber nachzudenken, was wirklich wichtig ist und ob unsere Bemühungen nützlich sind, jagen wir den Nachrichten hinterher und lassen uns ständig ablenken.

Genau hier setzt Deep Work an. Mit Deep Work gewinnst du deinen produktiven Fokus zurück, damit du bei der Arbeit, auf die es ankommt, präsent sein und sinnvoll und wirksam arbeiten kannst.

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Was ist Deep Work – und warum ist sie so wichtig? Foto: nataliya vaitkevich / Pexels

Vorteile von Deep Work

Wer tiefgreifende Arbeit leisten kann, sichert sich einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen am Arbeitsplatz. Wer fokussiert arbeiten kann, wird die Arbeit seiner Kollegen mit Qualität und Quantität übertreffen und letztlich bessere Jobchancen haben. Außerdem profitierst du mit Deep Work von einer höheren Zufriedenheit und mehr Glück. Während oberflächliche Arbeit kräftezehrend, stressig und unbefriedigend ist, fordert dich eine intensive und tiefgründige Arbeit heraus, etwas Schwieriges und Lohnenswertes zu vollbringen. Wer sich auf eine anspruchsvolle Aufgabe konzentriert, wird danach vollkommen erfüllt sein. Wer sich außerdem in das vertieft, was er gerade macht, erreicht eine bessere Präsenz und fokussiert das Jetzt. Das ist übrigens nicht nur fürs Arbeiten, sondern auch fürs Leben wichtig.

Hier sind weitere Vorteile von Deep Work: 

  1. Klarer Fokus: Wie jede Fähigkeit, die du erlernen willst, erfordert Deep Work, dass du dich mehr und mehr damit beschäftigst, um besser darin zu werden. Je besser du wirst, desto eher wirst du deine Konzentration verbessern und dich auf bestimmte Aufgaben konzentrieren und diese dann über einen längeren Zeitraum ausführen können. Während du dich anfangs vielleicht nur 45 Minuten lang konzentrieren kannst, kannst du dich durch regelmäßiges Üben und Forcieren von Deep Work steigern. Außerdem wirst du über längere Zeiträume hinweg selbst an geistig fordernden Aufgaben arbeiten und zutiefst präsent sein können.
  2. Verbesserte Arbeitsfähigkeit: Mit Deep Work wirst du fähig sein, schnell neue Fähigkeiten zu entwickeln und komplexe Probleme zu lösen und damit Unternehmen voranzubringen. Leistest du außerdem Arbeit auf Spitzenniveau, also mehr und bessere Arbeit in kürzerer Zeit, profitierst du von klaren Wettbewerbsvorteilen. Wer das kann, sticht seine Kollegen aus und wird die besten Jobs erhalten. Das ist vor allem in unserer heutigen Zeit und einer Zukunft, die mehr und mehr automatisiert sein wird, wichtig für unsere Arbeitsplatzsicherheit.
  3. Höhere Arbeitszufriedenheit: Deep Work fordert Menschen dazu heraus, schwierige und sinnvolle Aufgaben zu erledigen. Deep Work bietet den Zugang zu produktiven Flow-Zuständen, in denen wir unsere beste Arbeit leisten. Erreichen wir etwas Wertvolles, sind wir glücklich und zufrieden und sehen einen Sinn in dem, was wir tun. Deep Work hat also auch einen tiefgreifenden emotionalen Nutzen.
  4. Besseres Selbstwertgefühl: Sind wir ständig abgelenkt (beispielsweise durch Multitasking), fällt es uns schwer, uns zu erinnern, was wichtig ist. Menschen suchen von Natur aus einen Sinn in ihrer Arbeit, aber eine ständige Arbeit, die nur oberflächlich ist, sowie Multitasking lassen nur wenig Raum dafür. Deep Work fordert dazu heraus, über den wahren Wert unserer Zeit nachzudenken und zu verstehen, welche Arbeit dir hilft, deine Ziele zu erreichen. Praktizierst du regelmäßig Deep Work, wirst du das Gefühl haben, dein volles menschliches Potenzial zu erreichen.

Das Prinzip von Deep Work klingt einfach, oder? Du brauchst dir nur Zeit zu nehmen und dich für längere Zeit auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Doch ganz so einfach ist es nicht, denn du musst diese Fähigkeit entwickeln und du darfst nicht erwarten, dass du sofort gut darin bist. Du wirst Routine und Willenskraft brauchen sowie eine Menge Disziplin, aber die Anstrengung wird sich lohnen.

Erste Schritte mit Deep Work

Deep Work ist anstrengend und erfordert einiges an Willenskraft, damit du in Gang kommst. Im Folgenden erfährst du ein paar Tipps, wie du mit Deep Work starten kannst. 

Bereits in der Vorbereitung kannst du einige Dinge unternehmen, um Deep Work bei dir zu etablieren. Zunächst kannst du dir deine zu erledigenden Aufgaben ansehen und überlegen, welche davon Deep Work erfordern und welche leichte Tätigkeiten sind. Trage dir für Deep Work feste Zeiten im Kalender ein und blocke dir diese Zeiten möglichst. Versuche also, währenddessen nicht für Meetings oder andere Termine verfügbar zu sein. Du kannst dir für einzelne Tätigkeiten auch exakte Zeiträume im Kalender blocken, musst aber wissen, ob du diese Zeiten wirklich einhalten kannst oder ob du ein wenig mehr Flexibilität benötigst. Dann gilt es, Routinen zu etablieren. Wie soll dein Arbeitstag starten und wie enden? Wie würdest du deinen Tag gestalten, wenn es nach deinen Wünschen ginge? Brauchst du Homeoffice-Tage, um dich auf ein paar Tasks tiefergehend konzentrieren zu können? Versuche auch, bereits bestehende Routinen zu überdenken, und überlege, aus welchen du ggf. ausbrechen kannst, damit du für deine Arbeit produktiver bist. 

Bei der Durchführung gilt: Ablenkungen weitestgehend reduzieren. Beispielsweise kannst du dein E-Mail-Programm schließen, dein Handy in den Flugmodus schalten etc. Lerne, nein zu sagen. Wer sich ständig von anderen ablenken lässt und immer Ja sagt, verpasst die Chance, sich auf seine eigenen Aufgaben zu konzentrieren. Und dann heißt es: Üben, üben, üben – auch im Alltag. Versuche, egal, wo du bist, nicht zum Handy zu greifen, sondern die Leere und ggf. die Langeweile auszuhalten. Versuche auch beim Essen, dich bewusst aufs Essen zu konzentrieren, statt nebenzu auf Insta oder TikTok zu scrollen. Hast du dich eine Weile mit Deep Work beschäftigt, heißt es, eine Pause zuzulassen – auch diese solltest du bewusst machen, nicht nur nebenbei. Der wichtigste Tipp ist: Lerne, loszulassen. Verwechsle Verfügbarkeit nicht mit Wichtigkeit und lass deine Kontrolle, Sicherheit und alte Gewohnheiten los.

Fazit

Deep Work ist eine Fähigkeit, bei der du dich über einen längeren Zeitraum intensiv auf eine schwierige Aufgabe konzentrieren kannst, ohne dich ablenken zu lassen. Deep Work hilft, den produktiven Fokus zurückzugewinnen und bei wichtigen Aufgaben präsent und sinnvoll zu arbeiten. Es bietet klareren Fokus, verbesserte Arbeitsfähigkeit, höhere Zufriedenheit und mehr Glück. Außerdem kann es dabei helfen, schnell neue Fähigkeiten zu entwickeln und komplexe Probleme zu lösen. Deep Work kannst du durch Übung verbessern und sie wird dir sowohl im Berufsleben als auch im Alltag weiterhelfen.

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