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Digital Detox

Warum du öfter offline sein solltest

Foto: dziana hasanbekava / unsplash
Foto: dziana hasanbekava / unsplash

Sei ehrlich: Wann hattest du das Smartphone zum letzten Mal in der Hand? Wann hast du geschaut, ob dir jemand etwas per E-Mail oder WhatsApp geschickt hat? Bist du gerade auf frischer Tat ertappt worden? In diesem Fall solltest du ruhig weiterlesen, denn das Thema Digital Detox spielt für dein Leben wahrscheinlich eine wichtige Rolle. Hier kannst du dir über den Einfluss von Smartphone und Co. im Lebensalltag vollends bewusstwerden und Digital Detox Tipps prüfen.

Immer öfter online, immer seltener offline: Zeit für digitale Entgiftung!

Wusstest du, dass der durchschnittliche Smartphone-Nutzer pro Tag mehr als 80 Mal auf das Display schaut, im Schnitt also alle 12 Minuten? Alleine diese Zahl verdeutlicht, wie sehr mobile Endgeräte und das omnipräsente Internet mittlerweile unseren Lebensalltag prägen. Es ist aber auch einfach zu verführerisch: Sobald wir etwas wissen, kaufen oder buchen möchten, fragen wir Google. Das Internet ist immer präsent, und das kann auf Dauer zum Problem werden. Digital Detox kann die Lösung sein.

24/7 online - Bist du reif für Digital Detox? Foto: pixabay / Pexels

24/7 online - Bist du reif für Digital Detox? Foto: pixabay / Pexels

Was ist unter 'Digital Detox' zu verstehen?

Welche Assoziationen hast du, wenn du den Begriff 'Detox' hörst? Wahrscheinlich denkst du eher an Beauty und Wellness. Auch beim digitalen Detox steht dein Wohlbefinden im Mittelpunkt – es geht aber um eine digitale Entgiftung, also die Reduzierung von multimedialen Reizen im Lebensalltag. Wer Digital Detox betreibt, reduziert ganz bewusst die Intensität von Smartphone- und Computernutzung. Es geht darum, die gesundheitsschädliche Reizüberflutung auf ein absolut notwendiges Minimum herunterzufahren. Und insofern ist der medizinisch angehauchte Begriff 'digitale Entgiftung' durchaus angebracht. Und ganz ehrlich: Digital Detox hört sich doch weitaus besser an als Smartphone-Diät oder Internet-Entzug.

Warum eine digitale Entgiftung gut tun kann...

Du kennst es aus deinem Lebensalltag nur zu gut: Ständige Erreichbarkeit führt zu Stress, keinesfalls zur persönlichen Erfüllung. Irgendwie fühlst du dich immer gezwungen, die eine E-Mail noch zu lesen und schnell eine Nachricht an einen Freund zu schreiben. Das hat zur Folge, dass die Mittagspause kürzer wird oder du auch nach Feierabend auf der heimischen Couch gar nicht mehr abschalten kannst. Manche sollen sogar das Smartphone noch im Bett vor dem Schlafen in der Hand haben. Studien zeigen, dass Digital Detox für viele Menschen notwendig ist. Ständige Erreichbarkeit erhöht den persönlichen Stresspegel. Als Folge sinkt die Laune, ebenso die Konzentrationsfähigkeit. Besonders Selbstständige laufen Gefahr, ohne bewusste digitale Entgiftung irgendwann ein Burn-Out zu riskieren.

Was ist unter 'Digital Detox' zu verstehen? Foto: jenny ueberberg / unsplash

Was ist unter 'Digital Detox' zu verstehen? Foto: jenny ueberberg / unsplash

FOMO: Der psychologische Effekt hinter einer exzessiven Smartphone-Nutzung

Warum können viele Menschen nur noch schwer die Finger vom Display welchen (mobilen) Endgerätes auch immer lassen? Was bringt Menschen dazu, sich ständig mehr oder unbewusst diesen schädlichen Stress anzutun? Psychologen nennen das 'Fear of Missing Out (FOMO)'. Es geht um die Angst, etwas verpassen zu können. Demnach handelt es sich um eine Art von Sucht, die unbehandelt ernsthafte gesundheitliche Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Daher wollen wir im letzten Teil mit Digital Detox Tipps konkret und handlungsorientiert werden. Dazu musst du allerdings die grundlegende Bereitschaft mitbringen, dein Smartphone tatsächlich auch auszuschalten oder es bewusst zuhause liegen zu lassen. Wer ernsthaft Digital Detox betreiben will, darf im Vergessen des Smartphones keinen ultimativen Katastrophenfall sehen!

Digital Detox: Diese Vorteile bietet die Entgiftung

  • Du hast weniger Stress im Alltag
  • Mehr Lebensqualität: Du erlebst viele Dinge in der realen (!) Welt wieder bewusster
  • Durch gezielte Auszeiten wirst du auf Dauer ausgeglichener sein
  • Konzentrationsfähigkeit und innere Ausgeglichenheit können sich verbessern

Digital Detox Tipps: Virtuelles 'Fasten' als Hinzugewinn an Lebensqualität entdecken

Zum Abschluss präsentieren wir dir ausgewählte Digital Detox Tipps, die bei dem einen oder anderen schon wahre Wunder bewirkt haben. Du wirst schnell sehen, dass sich viele Tipps für die digitale Entgiftung sehr einfach umsetzen lassen und eigentlich keinen Verlust im Alltag darstellen. Im Gegenteil: Du gewinnst durch Digital Detox neue Handlungs- und Gestaltungsspielräume.

Tipp 1 für die digitale Entgiftung: Lasse andere von deinem Vorhaben wissen

Es wird vermutlich noch mehr Stress auslösen, wenn du dich von anderen isolierst und nicht mehr wie gewohnt erreichbar bist. Insofern solltest du deine Freunde, die Familie und Arbeitskollegen einweihen. Du musst dich dann nicht mehr unter Stress gesetzt fühlen, wenn du nicht sofort antwortest. Und vielleicht macht der eine oder andere mit, sodass die digitale Entgiftung von mehreren Seiten aktiv getragen werden kann.

Tipp 2: Keine Bildschirmzeit mehr im Schlafzimmer

Hierbei handelt es sich um einen der wichtigsten Digital Detox Tipps mit größtmöglicher Wirkung: Abends im Bett muss die Devise wirklich abschalten lauten! Es ist erwiesen, dass das Licht des Bildschirms den Melatoninspiegel negativ beeinflusst, was dich schlechter in den Schlaf finden lässt. Und dass du unausgeschlafen am nächsten Tag nicht zur Höchstform auflaufen kannst, bedarf keiner weiteren Erklärung. Schalte Smartphone und Co. für mehrere Stunden konsequent aus. Du kannst die Versuchung neuer Nachrichten dann nicht mehr sehen.

Tipp 3: Digital Detox verlangt auch tagsüber bewusste Auszeiten

Nicht nur vor dem Schlafengehen, sondern auch tagsüber solltest du bewusst für einen bestimmten Zeitraum kein mobiles Endgerät in den Händen halten. Falls es dir schwerfällt, den Medienkonsum zu reduzieren, kannst du spezielle Social-Media-Blocker oder auch Apps installieren, die dich aktiv mit Blick auf die digitale Entgiftung unterstützen. Das mag dir wie eine einschränkende Kontrolle vorkommen. Letztlich schaffst du so erst eine Bewusstheit über das Ausmaß deines Konsums von Smartphone und Co. Denn diesen hast du als völlig normal angesehen, bis du dich näher mit Digital Detox Tipps befasst hast.

Tipp 4: Eine Reise zurück in nicht digitale Zeiten...

Vor 20 Jahren haben sich die Leute getroffen und Smartphone und Co. spielten keine Rolle. Heute zücken immer mehr zwischendurch ihr Handy, um Nachrichten abzurufen oder zu telefonieren. Das ist manchmal nicht nur unhöflich, sondern es stört auch die eigentliche Intention des Treffens. Wie wäre es, alle Smartphones vorher einzusammeln oder sich auf das gemeinsame Abschalten zu einigen? Die gemeinsame Zeit lässt sich so wesentlich intensiver und ohne jede Ablenkung genießen. So steht das gesprochene Wort im Fokus, nicht der bunt aufleuchtende Bildschirm.

Tipp 5: Wann hast du zuletzt persönlich gratuliert?

Es ist aber auch zu einfach: Schnell ein nettes Bild rausgesucht, ein paar persönliche Worte darunter setzen und mit einem Wisch sind die Geburtstagsgrüße versendet. Dumm nur, dass du die Reaktion des Beglückwünschten gar nicht nachvollziehen kannst. Wie wäre es, das reale Miteinander wieder neu zu beleben? Wenn du ehrlich darüber nachdenkst, ist manche Freundschaft bestimmt etwas eingerostet oder wird nur noch virtuell aufrechterhalten? Nutze an Geburtstagen oder zu besonderen Lebensereignissen bewusst digitale Entgiftung, um die persönliche Begegnung wieder in den Fokus zu rücken. Du wirst sehen, wie gut dir das tut. Soziale Interaktion kann kein noch so hochauflösender Bildschirm dieser Welt ersetzen.

Tipp 6: Limit für die digitale Entgiftung als persönliches Ziel setzen

Welchen Sinn macht es eigentlich, E-Mails alle paar Minuten zu checken oder sich ständig vom Signalton einer neuen Benachrichtigung ablenken zu lassen? Dieser ständige Reizbeschuss kann nur schädlich sein. Insofern sollten Geräte wie Smartphone und Co. bewusst ausgeschaltet oder auch zuhause gelassen werden, wenn du beispielsweise spazieren oder einkaufen gehst. Auf diese Weise wirst du viele Alltagsdinge wieder neu erleben und beim Einkaufen nicht die Hälfte vergessen, weil du ständig auf dein Smartphone geschaut hast. Das gleiche gilt für den Klassiker E-Mail: Es reicht, wenn du mittags und im Notfall abends alles durchschaust. Deine Mails verschwinden ja nicht aus deinem Postfach, wenn du sie erst 3 Stunden später liest, oder?

Fazit: Mit Digital Detox Tipps kann der Alltag überraschend anders werden!

Dieser Beitrag hat dir gezeigt, dass es viele gute Gründe gibt, Digital Detox Tipps umzusetzen und ein neues Lebensgefühl zu entdecken. Du hast ALLES selber in der Hand und kannst frei bestimmen, welche Digital Detox Dosis für dich die Richtige ist. Du verpasst nichts, auch wenn dir das deine innere Stimme ständig sagen mag. Entschleunigung ist für deine Gesundheit eindeutig besser als permanente Reizüberflutung!

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