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Erholungsbeihilfe vom Chef

Mehr Geld für die Urlaubskasse

Foto: sole bicycles / unsplash
Foto: sole bicycles / unsplash

Für viele ist die Urlaubszeit die schönste Zeit des Jahres. Noch besser wird das Urlaubserlebnis, wenn der Arbeitgeber die Erholung mit einem ordentlichen Zuschuss unterstützt. Ein Zuschuss zum Urlaub vom Arbeitgeber zur Aufbesserung der Urlaubskasse ist immer gut. Die Erholungsbeihilfe ist eine gute Ergänzung oder Alternative zum Urlaubsgeld.

Erholungsbeihilfe – was ist das eigentlich?

Bei der Erholungsbeihilfe – auch Erholungsgeld genannt – handelt es sich um einen freiwilligen Zuschuss zum Urlaub. Diesen Zuschuss kann der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber gewähren. Das Erholungsgeld ist eine gute Möglichkeit, um seine Wertschätzung gegenüber einem Mitarbeiter auszudrücken beziehungsweise den Mitarbeiter bei seiner Erholung zu unterstützen. Folgende Zuschüsse können der Erholungsbeihilfe zugeordnet werden:

  • Reisen, Flüge, Bahnfahrten, Pauschalreisen und Kreuzfahrten
  • Aufenthalte im Hotel
  • Wellness, Massagen und Kuren
  • Fitnessstudios
  • Eintrittskarten für Schwimmbäder, Zoos, Freizeitparks, Therme, Sauna

Das Erholungsgeld erhält der Arbeitnehmer in der Regel als Einmalzahlung. In Anspruch genommen werden darf diese nur einmal jährlich. Es ist jedoch möglich, diese Einmalzahlung so aufzuteilen, dass damit beispielsweise Tätigkeiten, die der Erholung dienen, im Winter- und Sommerurlaub finanziert werden können.

Erholungsbeihilfe – die Urlaubskasse aufbesser / Foto: sebastian coman travel / unsplash

Erholungsbeihilfe – die Urlaubskasse aufbesser / Foto: sebastian coman travel / unsplash

Worin besteht der Unterschied zwischen Urlaubsgeld und Erholungsbeihilfe?

Ein großer Unterschied zwischen Urlaubsbeihilfe und Urlaubsgeld ist, dass du die Beihilfe zur Erholung nicht einfach nach Lust und Laune ausgeben darfst. Erholungsgeld ist zweckgebunden. Du darfst das Geld nur für Dinge einsetzen, die der Erholung dienen. Du darfst damit eine Bahnfahrt finanzieren oder dir eine Eintrittskarte für den Europapark kaufen. Wenn du das Erholungsgeld für diese Zwecke einsetzt, ist es sogar steuerfrei.

Im Gegensatz dazu darfst du nach Abzug der Steuern das Urlaubsgeld so verwenden, wie du möchtest. Du kannst dir neue Klamotten, einen neuen Fernseher oder neue Möbel kaufen. Die Beihilfe kann auch zusätzlich zum Urlaubsgeld bezahlt werden.

Folgende Vorteile bietet die Urlaubsbeihilfe:

  • Das Unternehmen hat den Vorteil, dass sich durch die Zahlung von Erholungsgeld Lohnnebenkosten senken lassen. Die Beihilfe muss nicht versteuert werden und auch von Arbeitgeberseite ist lediglich ein Pauschalsatz zu versteuern. So bringt die Erholungsbeihilfe steuerliche Vorteile für beide Seiten.
  • Die Beihilfe trägt zur Mitarbeiterbindung bei. Mitarbeiter profitieren von dieser Form des Mitarbeiterbonus und können diesen für Erholungszwecke nutzen, ohne dafür Steuern zahlen zu müssen.
  • Das Erholungsgeld stellt einen Anreiz dar, auch tatsächlich in die eigene Erholung zu investieren. Die Beihilfe ist zweckgebunden und Mitarbeiter müssen nachweisen, dass sie den Zuschuss zum Urlaub vom Arbeitgeber in ihre Erholung investiert haben. So können Arbeitgeber dazu beitragen, dass sich Mitarbeiter um ihre Regeneration kümmern.

Sowohl Urlaubsgeld als auch Erholungsbeihilfe sind freiwillige Leistungen des Arbeitgebers. Diese beiden Zuwendungen können gleichzeitig gewährt werden. Rechtlich und steuerlich werden die beiden Zuwendungen unterschiedlich behandelt. Der Arbeitgeber muss das Erholungsgeld pauschal versteuern, Sozialversicherungsbeiträge muss er dafür nicht zahlen. Der Arbeitnehmer muss das Erholungsgeld nicht versteuern. Das heißt, das Erholungsgeld gibt es brutto für netto. Aber du musst nachweisen, dass du das Geld für die dafür vorgesehenen Zwecke eingesetzt hast – du brauchst eine Rechnung oder Quittung. Vom Urlaubsgeld werden Sozialversicherungsbeiträge und die Lohnsteuer abgezogen, dafür darfst du dieses Geld einsetzen, wie du willst. Einen großen Vorteil stellt die Urlaubsbeihilfe für Minijobber dar. Sie profitieren von dieser Leistung in voller Höhe, beziehen ihr Gehalt aber dennoch sozialversicherungsfrei.

Erholungsbeihilfe – was ist das eigentlich? / Foto: karolina grabowska / Pexels

Erholungsbeihilfe – was ist das eigentlich? / Foto: karolina grabowska / Pexels

Wie hoch ist das Erholungsgeld?

Der Zuschuss für den Urlaub vom Arbeitgeber darf maximal 156 Euro im Jahr betragen. Zusätzlich können 104 Euro für den Lebenspartner sowie 52 Euro pro Kind bezahlt werden. Ist ein Arbeitnehmer verheiratet und hat zwei Kinder, so darf der Zuschuss für den Urlaub vom Arbeitgeber bei maximal 364 Euro jährlich liegen. Diese Urlaubsbeihilfe ist steuerfrei. Die Urlaubsbeihilfe muss allerdings immer zusätzlich zum Lohn gezahlt werden. Arbeitgeber dürfen nicht einfach das Urlaubsgeld in eine Urlaubsbeihilfe umwandeln.

Wichtig zu wissen: Damit die Erholungsbeihilfe steuerfrei bleibt, muss diese für den dafür vorgesehenen Zweck verwendet werden. Aus diesem Grund muss das Erholungsgeld in einem zeitlichen Zusammenhang zum Urlaub stehen. Die Zahlung des Erholungsgeldes sollte sich in einem zeitlichen Rahmen von drei Monaten vor und drei Monaten nach dem Urlaub bewegen. Der Mitarbeiter hat die Aufgabe, die zweckgebundene Ausgabe zu dokumentieren. Er kann seinem Arbeitgeber beispielsweise die Rechnung für den Eintritt im Freizeitpark zeigen oder Rechnungen für Flug und Hotel vorlegen.

Das musst du wissen:

  • Die Urlaubsbeihilfe ist eine zweckgebundene Zuwendung. Du musst diese so verwenden wie vorgesehen. Beispiel: Du hast für dich, deinen Partner und deine zwei Kinder 364 Euro bekommen. Du hast für die zwei Tage im Vergnügungspark allerdings nur 340 Euro gezahlt. Den Rest kannst du nicht aufheben und für später verwenden. Eine andere Möglichkeit wäre, erst den Ausflug zu machen und dem Arbeitgeber die Kosten später mitzuteilen. So kann der Betrag – sofern der Höchstbetrag nicht überschritten wird – genau ausgezahlt werden.
  • Das Erholungsgeld ist personenbezogen. Du hast einen Partner und zwei Kinder und willst das ganze Erholungsgeld für dich ausgeben? Das ist nicht möglich. Deinem Partner stehen 104 Euro zu, deinen Kindern je 52 Euro. Sofern deine Kinder aus Sicht des Finanzamts noch als Kinder gelten, steht ihnen das Erholungsgeld zu. In der Regel haben Kinder Anspruch darauf bis zum 18. beziehungsweise 25. Lebensjahr, wenn sie noch in Ausbildung sind.
  • Der Zuschuss für den Urlaub vom Arbeitgeber ist an einen bestimmten Zeitraum gebunden. Du kannst das Erholungsgeld nicht über mehrere Jahre sammeln und dann fett in den Urlaub gehen. Was du machen kannst, ist, das Geld für den Sommer- und den Winterurlaub aufzuteilen. Die Jahreshöchstbeträge dürfen zudem nicht überschritten werden. Das gezahlte Erholungsgeld darf allerdings unter den Jahreshöchstbeträgen liegen.
  • Das Erholungsgeld kann nicht auf andere übertragen werden. Du hast deine Urlaubsbeihilfe nicht komplett aufgebraucht und möchtest den Rest einem befreundeten Kollegen schenken? Oder du bist der Boss und möchtest einem Mitarbeiter deine besondere Wertschätzung zeigen, indem du ihm mehr Urlaubsbeihilfe zahlst? Solche Freiheiten kann man sich bei der Erholungsbeihilfe leider nicht herausnehmen.

Lohnnebenkosten senken – welche Möglichkeiten haben Arbeitnehmer noch?

Arbeitgeber können das Erholungsgeld nutzen, um Lohnnebenkosten zu senken. Daneben gibt es aber noch weitere Möglichkeiten:

  • Zuschuss für die Kinderbetreuung
  • Fahrtkosten
  • Zuschüsse für Essen
  • Betriebsrente
  • Direktversicherung
  • Warengutscheine
  • Dienstwagen
  • Diensthandy
  • Dienstcomputer
  • Reisekostenerstattung
  • Gesundheitsleistungen
  • Zuschüsse für das Internet

Fazit

Die Erholungsbeihilfe bringt Arbeitgebern und Arbeitnehmern Vorteile. Die Urlaubsbeihilfe ist steuerfrei für den Arbeitnehmer, wenn diese wie vorgesehen für die Erholung eingesetzt wird. Bekommst du bereits Erholungsbeihilfe oder musst du deinen Chef mal darauf ansprechen? Oder bist du Arbeitgeber und suchst nach weiteren Möglichkeiten, deine Mitarbeiter zu motivieren? Mehr Geld für die Erholung kann den Unterschied machen und deine Mitarbeiter identifizieren sich noch mehr mit ihrem Arbeitgeber.

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