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Frauen in Führungspositionen

so steigt ihr auf

Foto: ann danilina / unsplash
Foto: ann danilina / unsplash

Warum sind Frauen in Führungspositionen nach wie vor nicht in so großer Zahl vertreten wie Männer? Vor einigen Jahrzehnten waren viele noch guter Dinge, dass sich dieses Ungleichgewicht innerhalb weniger Jahre beseitigen ließe und Frauen es auch in den DAX-Unternehmen ganz nach oben schaffen könnten. Viele Jahre später gibt es dieses Ungleichgewicht noch immer. Und obwohl es viele Frauen in DAX-Unternehmen schaffen, schaffen sie es nicht an die Spitze. Reinzukommen ist scheinbar nicht das Problem. Allerdings bedeutet das nicht, dass auch der Aufstieg gelingt. Der Aufstieg ist die wahre Hürde. Dabei sind Frauen heute nicht weniger qualifiziert als Männer. Potenzial und Qualifikation sind vorhanden und dennoch wird die Luft für Frauen mit jeder Stufe der Karriereleiter dünner. In Toppositionen schaffen es nur ganz wenige. Doch warum ist das so? Und wie gelingt es manchen Frauen doch bis an die Spitze zu stürmen?

Frauen in Führungspositionen – so steigt ihr auf / Foto: cowomen / unsplash

Frauen in Führungspositionen – so steigt ihr auf / Foto: cowomen / unsplash

Frauen in Führungspositionen – was macht es ihnen so schwer?

Eigentlich gibt es doch mittlerweile sehr viele gut ausgebildete Frauen, warum sind dann vergleichsweise wenig Frauen in Führungspositionen zu finden? Was macht ihnen den Aufstieg so schwer? Bis heute ist sehr viel zu diesem Thema geforscht und geschrieben worden und es scheint drei Hauptgründe zu geben, die Frauen den Aufstieg schwer machen können. Diese Hürden erschweren den Aufstieg von Frauen:

  • Noch immer sind die Macht- und Managementstrukturen männlich geprägt. Es gibt eine ganze Reihe inoffizieller Spielregeln und Beförderungsregeln, die im sogenannten inneren Kreis oder "inner circle" gelten. Frauen gehören selten zu diesem inneren Kreis, weshalb man gar nicht wirklich an Frauen denkt, wenn es um die nächste Beförderung geht. In vielen Fällen machen Männer das nicht bewusst. Sie wollen Frauen nicht ausgrenzen, es passiert einfach. Zudem haben wir alle eine ganz Reihe eingefahrener Denk- und Verhaltensweisen, die mitbestimmen, was wir von einer zukünftigen Führungsperson erwarten. Dass diese männlich sein muss, scheint selbstverständlich zu sein. Immer mehr Unternehmen wollen diese Voreingenommenheit aufbrechen und Frauen in Führungspositionen bringen. Allerdings wurden diese Strukturen jahrzehntelang und sogar jahrhundertelang geprägt, weshalb diese nicht über Nacht aus den Köpfen der Menschen radiert werden können. Damit mehr Frauen die Führung in Unternehmen übernehmen können, ist es wichtig, dass die Prozesse zur Rekrutierung und Beförderung angepasst werden.
  • Wenn Frauen im Beruf aufsteigen möchten, gibt es noch eine weitere große Hürde: Noch immer sollen Frauen Kind und Karriere gleichzeitig stemmen. Immer wieder ist von Vereinbarkeit von Familie und Beruf die Rede. In vielen Fällen heißt es jedoch: Entweder oder. Entscheidet man sich für beides, liegt diese Mehrfachbelastung nach wie vor meistens bei den Frauen. Eine echte Lösung ist noch nicht in Sicht. Frauen können sich allenfalls mit ihrem Partner so absprechen, dass beide die gleiche Last tragen oder der Mann sich um die Kinder kümmert, während sie sich auf ihre Karriere konzentriert. Hier gibt es noch Entwicklungspotenzial.
  • Frauen sind zudem nicht so gut darin, sich selbst zu vermarkten. Oftmals haben Frauen eine Blockade, wenn es darum geht, sich selbst zu vermarkten und sichtbar zu machen. Es ist jedoch wichtig, sich Netzwerke und ein gewisses Image aufzubauen. Frauen fühlen sich auf ihrem Fachgebiet zwar oftmals wohl und sind gut darin, aber das müssen sie auch zeigen und sie müssen dafür sorgen, dass es jeder weiß. Wer die Karriereleiter nach oben klettern möchte, braucht Unterstützer, Befürworter und Beziehungen.
     
    Frauen in Führungspositionen – was macht es ihnen so schwer? Foto: cowomen / unsplash

    Frauen in Führungspositionen – was macht es ihnen so schwer? Foto: cowomen / unsplash

Frauen in Führungspositionen – manche Frauen schaffen es doch

Frauen mangelt es in der Regel nicht an Fachkompetenz, auch nicht unbedingt an Führungskompetenz. Es fehlt jedoch an der Aufstiegskompetenz. Um in Führungspositionen zu gelangen, muss man nicht nur fachlich kompetent und qualifiziert sein, sondern sich auch einen Namen gemacht haben. Wer hoch hinaus will, muss eine Lobby haben. Er muss die Personen, die an einer Beförderungsentscheidung beteiligt sind, von sich überzeugen können. Frauen, die in Führungspositionen gelangen möchten, müssen sich ein Netzwerk aufbauen und an ihrer Selbstpräsentation sowie ihren Beziehungen arbeiten. Das sind die Erfolgsgeheimnisse von Frauen in Führungspositionen:

  • Sie sagen genau, was sie wollen. Wer hoch hinaus will, muss seine Karrierevorstellungen kommunizieren. Wenn ihr bestimmte Vorstellungen von eurer Karriere habt und beruflich vorankommen wollt, dann dürft ihr nicht darauf warten, dass das jemand erkennt. Es wird niemand kommen und euer Potenzial und euren Karrierewunsch einfach so erkennen. Insbesondere als Frau muss man deutlich sagen, wie man sich den nächsten Karriereschritt vorstellt. Männer gehen ansonsten davon aus, dass Frauen kein Interesse daran haben, Karriere zu machen. Das Management wird noch immer von Männern dominiert.
  • Wer Karriere machen möchte, muss lernen, Chancen zu erkennen und zu nutzen. Ihr müsst bereit sein, auch einmal ins kalte Wasser zu springen. Frauen in Führungspositionen waren und sind in der Lage, ihre Komfortzone zu verlassen und auch einmal Dinge zu tun, die sie noch nie getan haben. Es gibt immer ein erstes Mal und in der Regel wächst man mit seinen Aufgaben. Mutig zu sein und sich an besondere Aufgaben heranzuwagen, steigert euren Bekanntheitsgrad.
  • Selbstmarketing ist eine wichtige Voraussetzung, um es in Führungspositionen zu schaffen. Frauen neigen dazu, ihr Licht unter den sprichwörtlichen Scheffel zu stellen. Frauen haben zumeist mehr Selbstzweifel als Männer. Sie zweifeln an ihrer Kompetenz und sprechen ihre Defizite offen an. Männer hauen dagegen gerne auf den Putz. Frauen glauben häufig durch Qualifikation und Fleiß ihr Ziel zu erreichen. Wenn es Frauen in Führungspositionen schaffen, dann haben sie sich und ihre Fähigkeiten erfolgreich verkauft. Je höher ihr auf der Karriereleiter nach oben wollt, desto wichtiger wird die positive Selbstpräsentation. Investiert Zeit in das Selbstmarketing. Überlegt euch Strategien wie ihr eure Arbeit und eure Fähigkeiten sichtbar machen könnt. Je mehr positive Punkte ihr sammeln könnt, desto besser für eure Karriere.
  • Unterschätzt das Netzwerken nicht. Der Aufbau von Netzwerken sollte genauso Teil eurer Karriereplanung sein wie andere Aufgaben. Kontakte und Netzwerke fungieren wie Multiplikatoren eurer Arbeit. Entscheidungsträger erfahren eher von euren Fähigkeiten und Leistungen, wenn diese durch Kontakte und Netzwerke verbreitet werden. Ihr erhöht eure Reichweite. Beim Aufbau von Netzwerken geht es darum, sich gegenseitig zu unterstützen. Beide Seiten profitieren von Informationen, Vielfalt und positivem Austausch. Männer sind oftmals gut im Netzwerken. Sie lassen sich Informationen zukommen und spielen sich Jobs und Projekte zu. Frauen glauben oftmals, es reicht gut zu sein, wenn man aufsteigen möchte. Männer wissen, gut sein allein reicht eben nicht aus. Was nützt es, gut in seinem Job zu sein, wenn niemand davon weiß. Ihr müsst auch dafür sorgen, dass das bekannt wird.
  • Dranbleiben lohnt sich. Karriere macht man nicht über Nacht. Auch Männer machen in den seltensten Fällen über Nacht Karriere. Wenn Frauen in Führungspositionen gelangt sind, haben sie einen langen Atem bewiesen. Nach oben hin wird die Luft immer dünner. Hinzukommt, dass man auch mit Rückschlägen fertig werden muss. Klappt der eine Weg nicht, muss man sich einen anderen suchen und so lange am Ball bleiben bis man sein Ziel erreicht hat.

Fazit

Frauen in Führungspositionen sind nach wie vor unterrepräsentiert und es ist auch gar nicht so einfach, die Karriereleiter zu erklimmen. Wichtig ist, dass ihr Durchhaltevermögen beweist und Zeit in das Netzwerken und die Selbstpräsentation investiert. Es reicht nicht, gut zu sein, ihr müsst euch auch ins rechte Licht rücken können.

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