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Führungsfehler

Diese Managementfehler sollten Chefs vermeiden

Foto: maarten van den heuvel / unsplash
Foto: maarten van den heuvel / unsplash

Wenn Mitarbeiter ein Unternehmen verlassen, dann wollen sie häufig nicht unbedingt den Job wechseln, wohl aber den Chef. Wer gute Leute im Unternehmen halten möchte, muss nicht nur spannende Aufgaben bieten. Natürlich kann auch eine unterdurchschnittliche Bezahlung, ein schlechtes Verhältnis zu den Kollegen oder dauerhafte Unterforderung dazu führen, dass Mitarbeiter kündigen. In vielen Fällen ist es jedoch der Chef, der die eigenen Leute aus dem Unternehmen treibt. Führungsfehler gilt es also zu vermeiden. In vielen Unternehmen kommt es heute zudem nicht nur darauf an, neue, gut ausgebildete Mitarbeiter zu finden, sondern vor allem Fachkräfte zu halten. Auch wenn früher viele Arbeitnehmer auf Sicherheit gesetzt haben und einem Arbeitgeber über viele Jahre treu geblieben sind, heute ist die Bereitschaft den Arbeitgeber zu wechseln höher. Sind die Bedingungen in einem anderen Unternehmen besser und passt die Beziehung zum Chef nicht, kann das die Wechselbereitschaft erhöhen. Führungsfehler zu vermeiden heißt daher auch, die Fluktuationsrate zu verringern. Wie ihr typische Managementfehler vermeiden könnt, verraten wir euch hier. 

Managementfehler vermeiden und Fluktuation senken

Für ein Unternehmen kann es ein großes Risiko sein, gut ausgebildete, fähige Mitarbeiter zu verlieren. In vielen Branchen herrscht akuter Fachkräftemangel. In einigen Bereichen wird es in naher Zukunft zu einem Fachkräftemangel kommen. Hat ein Mitarbeiter gekündigt und muss der Platz neu besetzt werden, so ist das teuer. Die Suche nach Fachkräften kostet Zeit und Geld genauso wie deren Einarbeitung. Führungsfehler können für ein Unternehmen daher sehr teuer sein. In eurem Unternehmen ist die Fluktuation hoch und ihr nehmt an, die Beziehung zum Chef könnte der Grund dafür sein? Oder seid ihr in einer Position, in der ihr Mitarbeiter führen müsst und ihr möchtet euren Job möglichst gut machen? Damit ihr euer Team möglichst lange zusammenhalten könnt, solltet ihr einige Führungsfehler unbedingt vermeiden. 

 

Führungsfehler – Diese Managementfehler sollten Chefs vermeiden / Foto: austin distel / unsplash

Führungsfehler – Diese Managementfehler sollten Chefs vermeiden / Foto: austin distel / unsplash

Mitarbeiter führen – was macht gute Mitarbeiterführung eigentlich aus?

Ihr fragt euch, was gute Mitarbeiterführung eigentlich ausmacht? Im Grunde ist es wie im privaten Leben auch, die Basis muss stimmen. Ein Chef sollte immer auch die Bedürfnisse seiner Mitarbeiter im Blick haben und entsprechend mitarbeiterorientiert handeln. Dazu gehört ein hohes Maß an Transparenz. Philosophie, Werte, Überzeugungen, Kultur und Ziele des Unternehmens sollten offen kommuniziert werden. Regeln und Werte müssen für jeden erkennbar und vom Praktikant ebenso wie vom Chef selbst gelebt werden. Eine gute Führungspersönlichkeit ist vertrauenswürdig. Mitarbeiter können sich auf ihren Chef verlassen. Der Chef handelt gerecht und ist berechenbar. Im Idealfall fördert er seine Mitarbeiter und unterstützt sie darin, ihre jeweiligen Ziele zu erreichen. Mittlerweile gelten qualifizierte Mitarbeiter und Fachkräfte als Mangelware. Für ein Unternehmen ist es daher von großer Bedeutung, diese Leistungsträger im Unternehmen zu halten. Gute Mitarbeiterführung kann man lernen, und wenn besonders gravierende Führungsfehler vermieden werden, ist bereits viel gewonnen.

 

Managementfehler vermeiden und Fluktuation senken / Foto: estee janssens zeqkumimxmi / unsplash

Managementfehler vermeiden und Fluktuation senken / Foto: estee janssens zeqkumimxmi / unsplash

Mitarbeiterführung – vermeidet diese Fehler unbedingt

Es gibt viele Führungsfehler, die dazu führen können, dass sich Mitarbeiter im Unternehmen nicht zu 100 Prozent angekommen fühlen. Auf folgende Führungsfehler solltet ihr achten, wenn die Mitarbeiterführung verbessert werden soll: 

Auf Feedback verzichten

Kein Feedback zu geben, ist ein gravierender Führungsfehler des Managements. Natürlich sind Führungskräfte immer schwer beschäftigt. Aber zu denken, dass Mitarbeiter nur dann ein Feedback brauchen, wenn sie etwas falsch machen, ist ein Fehler. Regelmäßiges Feedback ist ein Muss. Das Feedback sollte konstruktiv sein, und auch wenn es mal etwas gibt, das kritisiert werden muss, darf dies mit Wertschätzung kommuniziert werden. Zudem gibt es bei jedem Mitarbeiter nicht nur Kritikpunkte, sondern garantiert auch einige positive Aspekte.

Konflikten aus dem Weg gehen

Wenn die Mitarbeiter sich nicht verstehen und gegenseitig das Leben schwermachen, geht das doch den Chef nichts an. Falsch! Führungskräfte haben Verantwortung für ihre Mitarbeiter und sollten Probleme offen ansprechen, wenn sie diese erkennen. Zudem muss eine Führungskraft den Mitarbeitern signalisieren: Wenn es Probleme gibt, bin ich immer euer Ansprechpartner.

Alles unter Kontrolle haben wollen

Wenn Mitarbeiter das Gefühl haben, dass ihnen ihr Chef nichts zutraut, wirkt sich das schnell auf die Motivation aus. Ein Chef, der nicht delegieren kann oder ständig kontrolliert, ob auch alles so gemacht wird, wie er vorgibt, demotiviert seine Mitarbeiter. Man nennt diese kleinteilige Kontrolle auch Mikro-Management. Irgendwann ist jegliche Motivation erloschen und der Mitarbeiter sucht sich eine Arbeitsstelle, in der er sich in seinen Fähigkeiten bestätigt sieht.

Versprechen werden nicht eingehalten

Führungskräfte können es sich mit ihren Mitarbeitern ordentlich verderben, wenn sie Versprechen und Vereinbarungen nicht einhalten. Wer nur vorgibt zuzuhören und die Bedürfnisse seiner Mitarbeiter ernst zu nehmen, aber sich später an die jeweiligen Zugeständnisse nicht mehr erinnern und diese einhalten will, verliert das Vertrauen seiner Mitarbeiter. Umgekehrt werden auch diese nicht mehr so viel Loyalität aufbringen können.

Sich keine Zeit nehmen

Keine Zeit zu haben, ist wahrscheinlich ein Problem unserer Zeit. Wenn Führungskräfte zu sehr damit beschäftigt sind, Mikromanagement zu betreiben und alles zu kontrollieren, wird die Zeit natürlich knapp. Dann bleibt kein Zeitfenster, um sich auch noch um die Sorgen und Nöte der Mitarbeiter zu kümmern. Eine Führungskraft hat jedoch die Aufgabe, die Mitarbeiter zu führen. Das bedeutet, dass sie für die Mitarbeiter da sein und ein offenes Ohr haben muss. Im Idealfall führt ein Chef daher Zeiten ein, in denen er jederzeit ansprechbar ist. Diese Zeiten werden den Mitarbeitern beispielsweise durch eine geöffnete Tür zum Chefbüro oder Sprechzeiten signalisiert.

Der Mensch steht nicht im Vordergrund

Manchmal vergessen Führungskräfte, dass sie keine emotionslose Arbeitsmaschine, sondern einen Menschen vor sich haben. Die eigene Persönlichkeit wird nicht mit dem Betreten des Büros abgelegt. Emotionen, Wünsche, Schwächen und andere menschliche Eigenschaften spielen daher auch im Job eine große Rolle. Arbeitnehmer können nicht immer sachlich und professionell sein. Gute Führungskräfte zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie das Menschliche in ihrem Gegenüber erkennen. Sie erkennen die Ziele, Wünsche und Träume in anderen und bemühen sich darum, ihre Mitarbeiter auch in diesem Bereich optimal zu fördern. Sie wissen, dass der Wunsch nach Selbstverwirklichung nicht nur in die Freizeit gehört, sondern auch in den Beruf. Und sie bemühen sich daher, Weiterbildungen und Beförderungen möglich zu machen. Zudem besitzen gute Führungskräfte Empathie und haben Verständnis für private Krisen. Erlebt ein Mitarbeiter einen solchen Chef, wird er sich gut überlegen, ob er jemals zur Konkurrenz wechselt.

Ideen der Mitarbeiter werden unterdrückt

Motivierte, begeisterte Mitarbeiter möchten ihre eigenen Ideen einbringen. Kreative Ideen von Mitarbeitern sollten von Chefs nicht unterdrückt und gleich abgetan werden. In vielen Fällen lohnt es sich, über den kreativen Einwurf eines Mitarbeiters nachzudenken. 

Work-Life-Balance ist nicht nur ein Wort

Gute Chefs erwarten nicht, dass ein Mitarbeiter nur seinen Job und seine Aufgaben im Unternehmen sieht. Sie erwarten nicht, dass Mitarbeiter immer zu Überstunden bereit sind. Auch das Wochenende muss nicht geopfert werden. Um im Job langfristig leistungsfähig zu bleiben, brauchen Mitarbeiter einen Ausgleich. Natürlich sind loyale, grundsätzlich zufriedene Mitarbeiter bereit, in das Unternehmen zu investieren und auch mal Überstunden zu machen. Sie müssen jedoch auch Zeit haben, um sich um Hobby, Familie und Freunde zu kümmern. Chronischer Stress kann auf Dauer zu Erkrankungen wie Burnout führen. Letzten Endes hat auch das Unternehmen nichts davon, wenn Mitarbeiter krank werden oder in ein anderes Unternehmen flüchten. Wer den Krankenstand und die Fluktuation im eigenen Unternehmen niedrig halten möchte, vermeidet diesen Führungsfehler also. 

Fazit

Führungskräfte haben nach einigen Jahren im Management genau die Mitarbeiter, die sie verdienen. So heißt es. Besteht euer Team aus motivierten, engagierten Fachkräften, die an den meisten Tagen mit guter Laune zur Arbeit kommen? Oder herrscht bei euch täglich Katerstimmung und keiner kommt so recht in die Gänge? Kündigt vielleicht sogar ein Mitarbeiter nach dem anderen? Wenn die Fluktuation in eurem Unternehmen hoch ist, lohnt es sich über die Führungsqualitäten der Führungskräfte und etwaige Führungsfehler nachzudenken. Möglicherweise sind es die oben genannten typischen Führungsfehler, die zu einer hohen Fluktuation führen. Führungsqualitäten kann man jedoch trainieren und so zu einer Verbesserung der Gesamtsituation im Unternehmen beitragen.

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