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Gehaltswunsch im Job-Interview?

Das solltet ihr sagen

Foto: isabela kronemberger / unsplash
Foto: isabela kronemberger / unsplash

Ob ihr den Job wechselt oder gerade erst in den Beruf einsteigt, am Anfang müsst ihr oftmals euren Gehaltswunsch offenlegen. Viele Bewerber haben Probleme damit, ihre Gehaltsvorstellungen zu formulieren. Sie wissen nicht, was üblich ist und welchen Marktwert sie selbst haben. Dabei wird die Frage nach der Gehaltsvorstellung sehr oft gestellt und ihr müsst eine Antwort parat haben. Auch wenn euch ein Headhunter anspricht, braucht ihr eine Vorstellung davon, wie viel ihr verdienen wollt. Doch was gibt man gegenüber den Personalverantwortlichen oder einem Headhunter an? Und sollte man auch über das aktuelle Gehalt sprechen oder kann das die Chancen auf einen besseren Verdienst mindern? Wir wollen der Sache auf den Grund gehen und euch bei der Formulierung eurer Gehaltsvorstellung helfen.

Gehaltswunsch – so geht ihr damit bei Bewerbungen um / Foto: vitaly taranov / unsplash

Gehaltswunsch – so geht ihr damit bei Bewerbungen um / Foto: vitaly taranov / unsplash

Warum muss ich eigentlich einen Gehaltswunsch angeben?

Wenn ihr euch für eine Arbeitsstelle entscheidet, spielt das Gehalt sicher eine wichtige Rolle. Ihr möchtet schließlich nicht nur eure Arbeitsleistung erbringen, sondern auch angemessen dafür entlohnt werden. Euer zukünftiger Arbeitgeber möchte zudem wissen, ob ihr eure Gehaltsvorstellung formulieren könnt. Zum einen möchte er einschätzen können, ob ihr mit eurem Wunschgehalt zum Unternehmen passt und zum anderen zeugt eine realistische Gehaltsvorstellung von einer gewissen Kompetenz. Er wird auch erkennen, ob ihr in der Gehaltsverhandlung souverän und selbstbewusst bleibt, und ob ihr euren Marktwert kennt. Wichtig zu wissen: Euer Gehalt kann darüber bestimmen, wie viel ihr später im Laufe eurer Karriere verdienen könnt. Oftmals werden Gehaltserhöhungen prozentual errechnet. Das heißt, ihr legt durch das Formulieren einer Gehaltsvorstellung den Grundstein für den Verdienst im Laufe eures Berufslebens. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn ihr gerade am Anfang eures Berufslebens steht.

Für den potenziellen Arbeitgeber ist es wichtig, eure Gehaltsvorstellung zu kennen, um einschätzen zu können, ob er sich eure Dienste leisten kann, oder ob ihr zu teuer für das Unternehmen seid. Die zukünftigen Kosten, die durch eure Anstellung entstehen, müssen entsprechend einkalkuliert werden. Die Nachfrage nach dem Gehaltswunsch vereinfacht den Bewerbungsprozess. Bewerber, die ein unrealistisch hohes Gehalt erwarten, können vorab aussortiert werden. Das spart Zeit und Nerven, denn es werden nicht unnötig viele Bewerber eingeladen. Ist die Gehaltsvorstellung des Bewerbers bekannt, dann können auch die Kosten besser einkalkuliert werden. Wenn euer potenzieller Arbeitgeber von euch einen Gehaltswunsch erwartet, solltet ihr diesen auch angeben. Ihr verbaut euch ansonsten möglicherweise die Chance überhaupt zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Macht ihr keine Angabe, obwohl diese verlangt wird, denkt der Personalverantwortliche möglicherweise, dass ihr die Stellenanzeige nicht aufmerksam gelesen habt oder mit der Branche nicht vertraut seid. Es könnte auch der Eindruck entstehen, dass ihr euch nicht gerne an Vorgaben haltet. Das kommt bei einem eventuellen zukünftigen Arbeitgeber weniger gut an.

Warum muss ich eigentlich einen Gehaltswunsch angeben? Foto: vaea garrido / unsplash

Warum muss ich eigentlich einen Gehaltswunsch angeben? Foto: vaea garrido / unsplash

Sprecht nicht über das aktuelle Gehalt

Headhunter empfehlen Fach- und Führungskräften häufig nicht über das aktuelle Gehalt zu sprechen. Potenzielle neue Arbeitgeber dürfen zwar die Gehaltsvorstellung, nicht aber das aktuelle Einkommen erfahren. Ein Personalchef wird euch natürlich nicht nur aus Neugier fragen, wie hoch euer Gehalt ist. Jedes Unternehmen möchte Personalkosten einsparen und orientiert sich gerne am aktuellen Gehalt des Bewerbers. Ein bisschen mehr darf es dann vielleicht sein, aber doch nicht so viel mehr wie ihr euch vorstellt. Ihr müsst euer Gehalt dennoch nicht offenlegen. Wenn ihr euch weigert, euer aktuelles Gehalt zu nennen, dann wird im Jobinterview möglicherweise besonders hartnäckig danach gefragt. Euer Gegenüber kennt vermeintlich wichtige Gründe, warum er genau wissen muss, was ihr verdient. Er behauptet dann vielleicht, dass dies zu den Unternehmensrichtlinien oder allgemein zum Bewerbungsprozess gehöre. Lasst euch davon nicht einschüchtern, ihr dürft euch bedeckt halten. Es kann natürlich sein, dass ihr für das jeweilige Unternehmen dann nicht als Bewerber in Frage kommt. Ihr könnt auch mit einer Gegenfrage reagieren. Sagt beispielsweise, dass ihr euch ein Gehalt in Höhe von XY vorstellt und gerne wissen wollt, ob sich das Jahresgehalt für den ausgeschriebenen Job in diesem Bereich bewegt. Letzten Endes bleibt es euch überlassen, ob ihr über euer derzeitiges Gehalt sprechen möchtet oder nicht.

So könnt ihr eure Gehaltsvorstellung formulieren

Euren Gehaltswunsch könnt ihr im Laufe des Bewerbungsprozesses auf unterschiedliche Arten formulieren. Folgende Möglichkeiten stehen euch offen:

  • Ihr könnt bei der Formulierung eures Gehaltswunschs konkret werden. Dann schreibt ihr beispielsweise in eure Bewerbung, dass ihr euch ein Jahresgehalt in Höhe von 69.000 Euro vorstellt. Ihr sagt einfach ganz konkret, was ihr für angemessen haltet.
  • Ihr könnt eine Gehaltsspanne angeben. Dann schreibt ihr beispielsweise, dass sich eure Gehaltsvorstellungen in einem Bereich von 64.000 bis 69.000 Euro bewegen.
  • Ihr könnt dieser Frage in der Bewerbung auch ausweichen und beispielsweise sagen, dass ihr über eure Gehaltsvorstellungen gerne in einem persönlichen Gespräch sprechen möchtet.

Wie ihr eure Gehaltsvorstellung formuliert, bleibt euch überlassen. Entscheidet euch für die Version, die am besten zu euch, zum potenziellen Arbeitgeber und zur Situation passt. Auch wenn ihr als Fach- und Führungskraft von einem Headhunter angesprochen werdet, solltet ihr wissen, in welchem Bereich sich euer zukünftiges Gehalt bewegen soll.

Fazit

Die Frage nach eurem Gehaltswunsch wird euch im Laufe des Bewerbungsprozesses nahezu immer begegnen. Macht euch vorab Gedanken, wie ihr mit diesem Thema in Bewerbungsschreiben oder Jobinterviews umgehen wollt und bereitet euch entsprechend vor. Ihr solltet mit den branchenüblichen Gehältern vertraut sein und realistische Vorstellungen vom möglichen Verdienst haben.
 

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