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Gewappnet für Dienstreise, Auslandsaufenthalt & Co.

Wir bringen Licht ins Begriffs-Chaos

Foto: cottonbro / Pexels
Foto: cottonbro / Pexels

Bestimmt hat jeder schon einmal das Wort Dienstreise gehört. Das klingt cool und wichtig. Normalerweise gehen Geschäftsfrauen und -männer auf Dienstreise, wenn sie beispielsweise einen wichtigen Kunden im Ausland treffen müssen, wenn es darum geht, einen Vertrag unterzeichnen zu lassen oder sich Geschäftspartner zu einem wichtigen Thema austauschen müssen. Doch was ist mit den Begriffen Auslandsaufenthalt und Mitarbeiterentsendung gemeint? Wir zeigen dir, was der Unterschied zwischen den Begriffen ist und haben ein paar coole Fakten für dich parat. 

Definition Mitarbeiterentsendung

Eine Mitarbeiterentsendung ist, wenn ein Mitarbeiter, der in Deutschland wohnt und dort arbeitet, von seinem Arbeitgeber ins Ausland geschickt wird, um dort zu arbeiten. Wichtig ist, dass diese Zeit der Mitarbeiterentsendung ins Ausland bzw. die Auslandstätigkeit zeitlich begrenzt ist. 

Eine zweite Form der Mitarbeiterentsendung kann vorliegen, wenn ein Mitarbeiter bei einer Firma in Deutschland angestellt, aber ausschließlich für den Auslandseinsatz eingeplant ist. 

 

Mitarbeiterentsendung – Das wusstest du noch nicht / Foto:vlad deep / unsplash

Mitarbeiterentsendung – Das wusstest du noch nicht / Foto:vlad deep / unsplash

Warum werden Arbeitnehmer entsendet?

Eine Entsendung ins Ausland kann wirtschaftliche Gründe haben. Daneben kann die Entsendung von Mitarbeitern ins Ausland Fachkräftemängel entgegenwirken und helfen, den Bedarf an hoch qualifizierten Mitarbeitern zu decken. 

Die Unternehmen können es zudem sinnvoll finden, einen Kunden direkt vor Ort zu betreuen, die Beziehung zu wichtigen Lieferanten zu pflegen oder die Qualität vor Ort prüfen zu lassen. 

Für Mitarbeiter spielt die Auslandserfahrung vor allem hinsichtlich des Lebenslaufs, einer eventuellen Beförderung oder der Weiterentwicklung der eigenen Selbstständigkeit eine Rolle.

Warum werden Arbeitnehmer entsendet? Foto: andrea natali / unsplash

Warum werden Arbeitnehmer entsendet? Foto: andrea natali / unsplash

Mitarbeiterentsendung: Verschiedene Formen möglich

Der Begriff Mitarbeiterentsendung ist der Oberbegriff für den Umstand, dass ein Mitarbeiter, der in Deutschland wohnt und angestellt ist, ins Ausland geschickt wird, um dort für dieselbe Firma zu arbeiten.

Bei Mitarbeiterentsendungen können verschiedene Formen auftreten: 

  • Dienstreise: Eine Dienstreise ist bis zu drei Monate befristet. Das heißt, der Mitarbeiter geht nur auf eine Auslandsreise und kehrt nach maximal drei Monaten aus dem Ausland zurück. 
  • Abordnung: Der Mitarbeiter ist länger als eine Dienstreise unterwegs, aber kürzer als zwölf Monate. Damit ist er zwischen drei und zwölf Monate im Ausland. 
  • Delegation: Soll der Arbeitnehmer länger im Ausland bleiben, übersteigt der zeitliche Rahmen eine Abordnung und wird als Delegation bezeichnet. Hier ist der Arbeitnehmer zwischen zwölf Monaten und bis zu drei Jahre im Ausland tätig. 
  • Versetzung: Wird der Arbeitsplatz komplett ins Ausland verlegt, wird von einer Versetzung gesprochen. 

Wer entsendet wen wohin?

Die Website europarl.europa.eu gibt Aufschluss darüber, welches Land wie viele Mitarbeiter entsendet und wohin. Hier sind die spannendsten Fakten: 

  • Deutschland hat mit 440.065 die meisten im Inland aufgenommenen Arbeitnehmer. Auf Platz 2 landet Frankreich mit 203.019 im Inland aufgenommenen Arbeitnehmern.
  • Polen ist Spitzenreiter beim Versenden von Mitarbeitern in ein anderes EU-Land: 513.972. Mit einigem Abstand folgt Deutschland mit 260.068 entsendeten Mitarbeitern.
  • Deutschlands Anteil entsandter Arbeitnehmer an der erwerbstätigen Bevölkerung im Herkunftsland beträgt nach Schätzungen 0,6 %.
  • Die meisten Arbeitnehmer aus Deutschland werden nach Österreich (13 %), in die Niederlande (12,2 %), nach Frankreich (10,5 %) und nach Belgien (8,5 %) entsendet.
  • Der Anteil entsandter Arbeitnehmer an der erwerbstätigen Bevölkerung im Zielland beträgt Schätzungen zufolge in Deutschland 1 %. 
  • Nach Deutschland entsendete Arbeitnehmer kommen hauptsächlich aus Polen (29,7 %) und Slowenien (15,2 %). Dahinter folgen Arbeitnehmer aus der Slowakei (9,2 %), aus Ungarn (7,9 %), Österreich (7,4 %) und Kroatien (5,5 %). 

Dienstreisen: Der eine liebt's, der andere hasst es

Während so mancher einen Job bevorzugt, der ihm Routine und so wenig Stress wie möglich bietet, lieben es andere, zu reisen und Neues zu erleben: 

  • Arbeitnehmer Entsendung, kein Problem! Laut einer Studie von "Booking.com for Business" würden 30 % der Befragten ein geringeres Gehalt hinnehmen, wenn sie dafür in ihrem Job mehr reisen könnten.
  • Laut "TripActions" würden ein Drittel der Millennials und der Generation Z einen Job nicht akzeptieren, wenn sie in diesem keine Möglichkeit für Dienstreisen hätten.
  • Und erstaunliche 92 % aller Dienstreisenden sind mit ihrer Lebensqualität zufrieden – kein Anschein von Stress oder Trauer, dass sie nicht ständig im Kreis ihrer Liebsten und Freunde sein können.

Deutsche nutzen Smartphones ungern für Reisebuchungen

Reisen bequem per Smartphone buchen, Rezensionen via TripAdvisor vergleichen und alles via App bezahlen – was einfach klingt, wird weltweit gerne genutzt. Spitzenreiter mit 87 % ist Indien. So viele fühlen sich damit wohl, ihre ganze Reise nur mithilfe ihres Smartphones zu recherchieren, zu buchen und zu planen. Dahinter folgen Brasilien mit 67 %, Japan mit 59 % und Südkorea mit 53 %.

Im Mittelfeld befinden sich U.S. (48 %), Australien (45 %), UK (45 %) und Frankreich (44 %). Spannend ist, dass Deutschland auf dem letzten Platz ist. Nur 27 % der Befragten fühlen sich wohl, ihre Reise zu einem neuen Zielort ausschließlich via Smartphone zu planen und zu buchen. Erstaunt? Wir auch.

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