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Hire and Fire?

Wann ihr einen Coach einstellen oder feuern solltet

Foto: farida davletshina / unsplash
Foto: farida davletshina / unsplash

Wenn ihr im Berufs- oder Privatleben nicht weiter wisst, könnt ihr euch von einem Coach unterstützen lassen. Ihr wisst nicht, wie ihr Konflikte bewältigen könnt? Ihr müsst unbedingt etwas kommunikativer werden? Ihr habt in eine Führungsposition gewechselt und wollt den neuen Anforderungen gerecht werden? Wie auch immer eure persönlichen oder beruflichen Ziele aussehen mögen, ein Coach kann euch dabei unterstützen. Allerdings müsst ihr einen Coach an eurer Seite haben, der zu euch passt und eure Weiterentwicklung vorantreibt. Die Zusammenarbeit mit einem Coach kann jedoch auch ihre Tücken haben. Wie ihr den richtigen Coach findet und wann ihr den Coach besser feuern solltet, verraten wir euch hier.

Was sind die Aufgaben eines Personal Coachs?

Ihr denkt darüber nach, einen Personal Coach zu engagieren und wollt wissen, in welchen Bereichen diese tätig sind? Die bessere Frage wäre hier wahrscheinlich, in welchen Bereichen es keine Personal Coaches gibt. Da der Begriff nicht gesetzlich geschützt ist und es keine einheitliche Ausbildung gibt, kann ein Coach in nahezu allen Bereichen seine Unterstützung anbieten. Mögliche Bereiche für ein Coaching können sein:

  • Unterstützung bei der Bewerbung und Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch
  • Stressbewältigung
  • Krisenbewältigung
  • Unterstützung bei beruflichen oder privaten Konflikten
  • Prävention von Burnout
  • Schulung im Bereich Kommunikation
  • Unterstützung bei beruflichen Veränderungen
  • Wohlbefinden und Gesundheit strategisch verbessern

Wenn gemeinsam an einem Ziel gearbeitet werden soll, dann ist Vertrauen die Grundvoraussetzung. Ihr müsst euch mit eurem Coach wohlfühlen. Das Verhältnis sollte von Vertrauen und gegenseitigem Respekt getragen werden. Nur wer sich wohl und sicher fühlt, kann sich öffnen und an seinen Problemen, Zielen und Schwächen arbeiten. Ergibt sich keine vertrauensvolle Basis, ist das ein Grund, den Coach zu feuern. Es gibt noch einige weitere Gründe, die dafür sprechen einen Coach zu feuern.

Hire and Fire? – Wann ihr einen Coach einstellen oder feuern solltet / Foto: kobu agency / unsplash

Hire and Fire? – Wann ihr einen Coach einstellen oder feuern solltet / Foto: kobu agency / unsplash

Coach feuern – wann sollte ich darüber nachdenken?

Es gibt eine ganze Reihe von Coaches. Es gibt Coaches für den Vertrieb, die Bewerbung, die Karriere, für Sport und vieles mehr. Für nahezu alle Bereiche gibt es jemanden, der euch beraten und unterstützen kann. Die Versprechungen sind oftmals hoch. Nicht immer können diese Versprechungen auch eingehalten werden. Es gibt zahlreiche Gründe, die dafür sprechen euren Coach zu feuern. Bei folgenden Punkten solltet ihr die Zusammenarbeit noch einmal überdenken:

  • Das Coaching bringt euch nichts. Klar, ein Coaching bewirkt nicht gleich nach den ersten Sitzungen etwas. Wenn ihr aber auch nach einigen Terminen keine Fortschritte bemerkt, seid ihr möglicherweise nicht an der richtigen Adresse.
  • Euren Coach feuern solltet ihr auch dann, wenn er euch unsympathisch ist. Für Vertrauen und Offenheit ist Sympathie eine wichtige Voraussetzung.
  • Euer Coach findet euch attraktiv oder ihr ihn. Sexuelle Anziehung spricht gegen ein Coaching.
  • Mit Kritik kann euer Coach nicht umgehen. Konstruktive Kritik von eurer Seite sollte er durchaus akzeptieren können.
  • Euer Coach erzählt zu viel von sich und ihr werdet quasi zum Publikum und Zuhörer degradiert.
  • Euer Coach ist zwar ein guter Zuhörer und ihr fühlt euch ganz wohl, aber sonst passiert nicht viel. Ihr erwartet ja nicht nur, dass ihr irgendwo eure Probleme abladen könnt, ihr braucht Unterstützung und Tipps bei der Erreichung eurer Ziele.
  • Ihr solltet euren Coach feuern, wenn der Termin nur ein nerviger Pflichttermin für euch ist oder euch sogar runterzieht.
  • Zeigt euer Coach kein richtiges Interesse an euch, vergisst ständig wichtige Infos oder Fakten, verschiebt eure Sitzungen und muss bei jedem Termin neu instruiert werden, ist es wohl Zeit sich zu trennen.
  • Ihr habt das Gefühl, eurem Coach fachlich oder anderweitig überlegen zu sein? Auch das kann ein Grund sein, den Coach zu feuern.

Wann immer ihr das Gefühl habt, dass ihr mit eurem Coach nicht vorankommt, solltet ihr dies ansprechen oder für euch die entsprechenden Schlüsse ziehen. Ein Coaching ist einfach zu kostenintensiv, um die Zeit nicht optimal zu nutzen.

Den richtigen Coach finden – warum ist das so schwierig?

Coaching bietet euch Chancen in Bezug auf eure persönliche und berufliche Weiterentwicklung, hat aber auch Grenzen. Bevor ihr euch für einen Coach entscheidet, solltet ihr eure Ziele kennen und wissen was ihr erwartet. Eine Schwierigkeit bei der Suche nach einem Personal Coach ist, dass die Begriffe Coach und Personal Coach nicht geschützt sind. Coaches nennen sich zuweilen auch psychologischer Berater, Trainer oder persönlicher Trainer. Allerdings muss sich keine spezielle Ausbildung oder gar ein Psychologiestudium hinter diesen Bezeichnungen verbergen. Folgende Hürden können die Suche nach einem Coach erschweren:

  • Es gibt keine einheitliche Ausbildung, die man absolvieren muss, um sich Coach oder Personal Coach nennen zu dürfen. Vielleicht hat man sich bestimmtes Wissen in Wochenendkursen oder per Fernstudium zugelegt. Es ist auf jeden Fall erst einmal nicht ersichtlich, wie viel Erfahrung und Knowhow ein Coach hat. Es gibt zwar einige Coaching-Verbände, die bestimmte Regeln für ihre Mitglieder festgelegt haben, dennoch können hier keine einheitlichen Qualitätsstandards garantiert werden. Ihr seid daher auf euch selbst angewiesen und müsst selbst entscheiden, wem ihr euer Vertrauen schenkt. Im Zweifelsfall könnt ihr den Coach feuern, aber das Lehrgeld habt ihr eben gezahlt.
  • Beim Coaching und bei Beratungen gibt es viele Überschneidungen. Auch Psychotherapeuten nutzen ähnliche Methoden und Werkzeuge bei der Arbeit. Auf den ersten Blick ist es nicht möglich zu unterscheiden, welche Art der Beratung zu einem selbst passt. Der markanteste Unterschied vom Coaching zu Psychotherapie ist, dass sich Coach und Coachee immer auf Augenhöhe befinden.

     

Coach feuern – wann sollte ich darüber nachdenken? Foto: kirill sharkovski / unsplash

3_-_coach_feuern_-_kirill-sharkovski-cgfsz01zctq-unsplash.jpg, by Coach feuern – wann sollte ich darüber nachdenken? Foto: kirill sharkovski / unsplash

Tipps für die Suche nach einem Coach

Die Zusammenarbeit mit einem Coach kostet Geld und Zeit. Ihr wollt euch vielleicht beruflich oder persönlich weiterentwickeln, euch vor einem Burnout schützen oder euer Kommunikationspotenzial voll entfalten. Damit das gelingt und ihr euren Coach nicht feuern müsst gleich nachdem ihr die Zusammenarbeit mit ihm begonnen habt, haben wir folgende Tipps für euch:

  • Falls euch ein persönliches Kennenlernen und persönliche Treffen wichtig sind, sucht regional nach einem Coach. Suchmaschinen wie Google sind hier eine wichtige Anlaufstelle. Hier könnt ihr beispielsweise eure Stadt plus den Begriff "Coach" eingeben. Noch besser funktioniert die Suche nach einem Coach in eurer Nähe, wenn ihr Datenbanken und Portale für Coaches durchforstet. Auch Coaching-Verbände können hier weiterhelfen.
  • Besonders hilfreich sind persönliche Empfehlungen. Haben Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen oder Vorgesetzte bereits Erfahrungen mit einem Coach gesammelt, könnt ihr euch Empfehlungen holen. Zu bedenken ist allerdings, dass jeder Coach seine Schwerpunkte individuell setzt. Auch wenn ein Coach persönlich und inhaltlich zu eurem besten Kumpel passt, muss das bei euch noch lange nicht der Fall sein.
  • Auch Social Media können euch helfen, den passenden Coach zu finden. Umsehen könnt ihr euch beispielsweise auf Plattformen wie LinkedIn und Xing. Hier findet ihr mehr Infos zu den Tätigkeitsfeldern und könnt checken, ob euch der jeweilige Coach sympathisch ist.
  • Überprüft auf jeden Fall die Ausbildung, bevor ihr euch für einen Coach entscheidet. Hat der Coach eine besondere Expertise auf dem Fachgebiet, für das ihr euch eine Beratung wünscht? Welche Qualifikationen kann er vorweisen? Gibt es Referenzen? Geht er mit seinen Qualifikationen und Referenzen offen und transparent um? Wenn ihr nicht überprüfen könnt, welche Qualifikationen vorliegen, und ob ein Coach zu euch passt, solltet ihr skeptisch werden. Misstrauisch werden solltet ihr auch dann, wenn ein Coach keine Schwerpunkte angibt, sondern euch angeblich auf allen Gebieten bestens beraten kann.
  • Achtet darauf, dass der Coach seriös ist. Ihr solltet die Möglichkeit zu einem persönlichen ersten Gespräch haben, und zwar kostenlos. Ihr müsst schließlich überprüfen, ob die Chemie zwischen euch stimmt, und ob ihr euch vorstellen könnt, längerfristig zusammenzuarbeiten. Zudem sollten alle Voraussetzungen und Bedingungen offen geklärt werden. Was wird euch inhaltlich erwarten? Mit welchen Kosten müsst ihr rechnen? Wann und in welchem Umfang finden die Sitzungen statt? Im Erstgespräch können die Rahmenbedingungen besprochen werden.

Fazit

Die Zusammenarbeit mit einem Coach ist sinnvoll, wenn ihr euch bei bestimmten Zielen Unterstützung wünscht. Den Coach feuern solltet ihr, wenn ihr auch nach mehreren Sitzungen nicht das Gefühl habt, Fortschritte zu machen oder ihr euch aus einem anderen Grund nicht wohl fühlt. Für ein gelungenes Coaching sind Vertrauen und Sympathie wichtige Voraussetzungen.

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