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Job-Sharing

Wir erklären euch das neue Arbeitsmodell

Foto: tyler nix / unsplash

Job-Sharing, auf deutsch Arbeitsplatzteilung, ist ein aus den USA stammendes Arbeitszeitmodell, welches auf Teilzeit basiert. Bei diesem Arbeitsmodell arbeiten zwei oder mehr Partner sehr eng im Team zusammen und teilen sich einen Arbeitsplatz. Ein wichtiger Unterschied zur klassischen Teilzeit ist, dass die Arbeitnehmer ihre Arbeitszeiten selbständig untereinander aufteilen.

Was Job-Sharing genau bedeutet, für wen diese Art der Team-Arbeit geeignet ist und welche Vor- und Nachteile es mit sich bringt, erfahrt ihr hier von uns.

 

Job-Sharing - Wir erklären euch das neue Arbeitsmodell / Foto: nicole wolf / unsplash

Job-Sharing - Wir erklären euch das neue Arbeitsmodell / Foto: nicole wolf / unsplash

Was ist unter Job-Sharing genau zu verstehen?

Der Begriff bezeichnet ein Teilzeitmodell, bei dem sich mehrere Arbeitnehmer einen Arbeitsplatz teilen. Die Partner teilen die Aufgaben, Verantwortungen und Arbeitszeiten individuell untereinander auf. Es muss also nicht unbedingt eine 50/50 Teilung sein, auch 60/40 oder 80/20 sind möglich. Dafür sollten alle Parteien über ein gewisses Planungs- beziehungsweise Organisationstalent verfügen. Des Weiteren ist es absolut essentiell, dass alle Partner gut miteinander auskommen. Wenn man sich von vornherein unsympathisch ist, ist eine enge Zusammenarbeit nicht möglich.

Denn wichtige Entscheidungen werden stets als Team getroffen. Beim Job-Sharing gibt es im Wesentlichen 3 verschiedene Formen: das Job-Splitting, das Job-Pairing und das Top-Sharing.

Job Splitting

Job Splitting ist die am häufigsten und am einfachsten vorkommende Form des Job-Sharings. Hierbei wird ein Arbeitsplatz in zwei voneinander unabhängige Teilzeitstellen aufgeteilt. Beide Partner bekommen einen eigenen Arbeitsvertrag mit einem identischen Aufgabenprofil. Zwischen den Partnern besteht kein Kooperationsbedarf, da der Arbeitgeber die jeweiligen Aufgaben zuteilt. Wenn ein Arbeitnehmer kündigt, muss der Arbeitgeber für eine neue Besetzung der Stelle sorgen oder der übrig gebliebene Partner übernimmt die Aufgaben und arbeitet in Vollzeit weiter.

Job Pairing

Job Pairing ist dem Job Splitting sehr ähnlich. Die Zusammenarbeit ist aber deutlich enger, da die Partner nicht mehr unabhängig voneinander arbeiten. Alle Projekte und Aufgaben werden selbstständig untereinander aufgeteilt und miteinander bearbeitet. Außerdem werden wichtige Entscheidungen zusammengetroffen.

Wenn ihr diese Form des Job-Sharings in Erwägung zieht, ist die Wahl eures Partners besonders wichtig. Die Verantwortung für alle Entscheidungen wird immer als Team getragen, auch wenn diese von nur einem Partner getroffen wurden.

Top Sharing

Auch für Menschen die Karriere machen und erfolgreich in ihrem Beruf sein wollen, ist Job-Sharing ein interessantes Arbeitsmodell. Top-Sharing bedeutet, dass eine Führungsposition durch mehrere Vorgesetzte besetzt wird.

Diese Form des Job-Sharings ist allerdings mit einem etwas größerem Aufwand verbunden, da vorher einige wichtige Fragen geklärt werden müssen. Zum Beispiel wer Ansprechpartner für bestimmte Bereiche im Unternehmen ist. Außerdem werden wichtige Entscheidungen wie Personalentscheide, strategische Beschlüsse oder große Investitionen stets als Team getroffen.

 

Was ist unter Job-Sharing genau zu verstehen? Foto: alternative / unsplash

Was ist unter Job-Sharing genau zu verstehen? Foto: alternative / unsplash

Für wen ist Job-Sharing geeignet?

Im Grunde steht es jedem Arbeitnehmer frei, von einer Vollzeit- in eine Teilzeitstelle zu wechseln. Die Gründe hierfür können sehr unterschiedlich sein. Der eine wünscht sich mehr Zeit für seine Freunde und Familie, ein anderer benötigt vielleicht einfach mehr Freizeit für ein besonderes Hobby oder andere Projekte. Den Schritt in eine Job-Sharing-Partnerschaft solltet ihr euch vorher trotzdem gut überlegen. Wenn ihr mit eurem Partner nicht gut auskommt, werdet ihr nicht nur unglücklich in eurem Job, im schlimmsten Fall könntet ihr sogar euren Arbeitsplatz verlieren.

Zudem solltet ihr über einige wichtige Eigenschaften verfügen um erfolgreich mit einem Partner ein Karriereziel zu verfolgen:

Gute Kommunikationsfähigkeit

Wer beruflich zu zweit oder mit mehreren Partnern eng zusammenarbeiten möchte, muss seinem Partner alle nötigen Informationen zukommen lassen. In so einer Partnerschaft gibt es vieles was unbedingt abgesprochen werden muss, wie beispielsweise wer wann im Büro ist oder wer welche Aufgabe erledigt. Jeder im Team muss ständig auf dem neusten Stand sein, was das Projekt betrifft. Wer generell nicht gerne im Team arbeitet und lieber alleine die Verantwortung trägt, für den ist Job-Sharing nicht geeignet.

Organisation von Abläufen

Die Fähigkeit, Projekte zu planen und unterschiedliche Aufgaben im Team zu organisieren, ist mindestens genauso wichtig wie ein gutes Kommunikationstalent. Wenn sich die Unterlagen und Aufträge auf dem Schreibtisch stapeln und niemand so genau weiß, was bereits erledigt ist und was noch fertiggestellt werden muss, dann ist die Organisation in der Regel gescheitert.

Die Fähigkeit im Team zu arbeiten

Wer erfolgreich in einem Team funktionieren möchte, sollte selbstverständlich gut kommunizieren und organisieren können. Allerdings gibt es noch weitere essentielle Aspekte einer funktionierenden Zusammenarbeit.

Nicht alle Menschen können mit jedem in einer Job-Sharing-Partnerschaft zusammenarbeiten. Alle Partner müssen gut miteinander auskommen und ein gewisses Vertrauen zueinander aufbauen. Ihr solltet euch keine Sorgen machen, ob im Büro alles nach Plan läuft, wenn ihr gerade nicht anwesend seid.

Außerdem solltet ihr offen mit eurem Partner umgehen, um Missverständnisse vorzubeugen. Mögliche Probleme sollten rechtzeitig angesprochen und geklärt werden. Wichtig ist auch, dass ihr mit Kritik umgehen könnt. Ihr solltet auch keine Angst davor haben, Kritik gegenüber eurem Partner zu äußern.

Warum Job-Sharing eine attraktive Alternative ist

Für viele Menschen, die in einer normalen Vollzeitstelle arbeiten, ist es oft schwierig, alle Vorhaben unter einen Hut zu bekommen. Häufig kommen Familie oder Freunde im Arbeitsalltag zu kurz. Insbesondere Arbeitnehmer in Führungspositionen, die im Job eine hohe Verantwortung tragen und viel Arbeit zu erledigen haben, können es schaffen, als Jobsharer Familie und Karriere zu vereinbaren.

Auch wer vielleicht noch einmal studieren möchte, oder eine andere Art der Weiterbildung anstrebt, kann mithilfe von Job-Sharing die nötige Zeit freischaufeln. Außerdem muss dann während des Studiums nicht auf ein gutes Einkommen und Berufserfahrung verzichtet werden.

Viele Menschen wünschen sich neben ihrem Arbeitsalltag die Möglichkeit zum Reisen und die Welt zu entdecken. Ein paar wenige Wochen Urlaub im Jahr reichen dafür natürlich nicht aus. Als Jobsharer allerdings, ist es leicht sich die notwendigen Freiräume zu schaffen. So kann beispielsweise vereinbart werden, dass jeder einen Monat Vollzeit arbeitet und dann einen Monat frei hat. Sechs Monate im Jahr reisen und trotzdem erfolgreich Karriere machen. Klingt doch großartig, oder?

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