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Jobklischees und wie sie entstehen

„Was machst du nochmal?“

Foto: ketut subiyanto / Pexels
Foto: ketut subiyanto / Pexels

Vielleicht kennst du das von dir: Du bist mit Leuten zusammen, die du selten siehst und wirst gefragt: "Was machst du eigentlich nochmal?" Oder du bist derjenige, der sich den Job von anderen nicht merken kann und nachfragen musst. Eines ist sicher: Jeder hat von anderen Jobs ein bestimmtes Klischee im Kopf. Wir zeigen dir ein paar gängige Jobklischees und wie du am besten damit umgehst.

Was ist ein Jobklischee?

Ein Jobklischee ist eine bestimmte Vorstellung davon, wie der Beruf eines anderen aussieht bzw. wie die Person, die den Beruf ausübt, aussieht und welche Charakterzüge sie kennzeichnen.

Jobklischees – was machst du nochmal? Foto: jason leung / unsplash

Jobklischees – was machst du nochmal? Foto: jason leung / unsplash

Jobklischee: Beispiele

  • Wie stellst du dir eine Bibliothekarin vor? Eine Dame mit Strickjacke, Dutt und einer an einer Kette befestigten Lesebrille, über die sie genervt darüber schielt, wenn sie angesprochen wird? Die zwar steif hinter ihrem Tresen sitzt, aber ständig böse hervorlugt und "pssst" zischelt, wenn es in der Bibliothek zu laut ist?
  • Ein Programmierer ist ein Nerd, klar! Einer, der nicht so gut mit Menschen kann, ungewaschene Haare hat, zurückhaltend ist und lieber den ganzen Tag den Kopf hinter dem Computer versteckt.
  • Beamte sind faul, trinken nur Kaffee und verdienen Geld fürs Nichtstun. 
  • Mitarbeiter in der Krankenkasse lehnen mutwillig alle Leistungen ab, damit der Patient einen Nachteil erfährt. 
  • Lehrer haben ständig Ferien und arbeiten nicht einmal acht Stunden am Tag.
  • Bauern stehen den ganzen Tag im Stall und melken Kühe oder fahren nur auf ihren Feldern herum.

Und es gibt so viele mehr! Welche fallen dir spontan an?

Warum gibt es Jobklischees?

Wer den Job nicht selbst ausführt, hat wohl von keinem anderen Beruf so viel Ahnung wie von seinem eigenen. Außer vielleicht von dem Beruf der Eltern oder der eigenen Freundin bzw. des eigenen Freunds, wenn ihr viel darüber redet. Außerdem gibt es neben klassischen Berufen wie Krankenschwester, Bäcker, Tischler und Maurer mittlerweile viele Berufe, die es früher nicht gab. Und bei all den teils englischen Jobbezeichnungen ist es kein Wunder, dass wir uns unter den Berufen nicht viel vorstellen können. 

Das ist nicht schlimm, allerdings entstehen dadurch Vorurteile. Handwerkliche Berufe, Bauern, Kassierer und Friseure werden manchmal als wenig herausfordernd abgestempelt, Banker werden als gierig bezeichnet, Beamte als faul und, und, und. Warum? Weil einer eine solche Erfahrung gemacht hat, es weitererzählt und sich somit Gerüchte und Klischees verbreiten. Oder weil du einen falschen Eindruck von dem Job bekommen hast und es dann auf die gesamte Berufsgruppe projizierst.

Warum gibt es Jobklischees? Foto: thisisengineering raeng / unsplash

Warum gibt es Jobklischees? Foto: thisisengineering raeng / unsplash

Nicht jedes Klischee ist falsch

Klar ist: Klischees haben einen Ursprung, irgendwo müssen sie ja herkommen! Und nicht jedes ist falsch, viele haben einen wahren Kern. Das hängt damit zusammen, dass Menschen ihren Beruf nach ihren Fähigkeiten und Kenntnissen wählen und das machen, worin sie gut sind. 

Wer beispielsweise Spaß an Mathematik hat und gerne mit Daten und Zahlen zu tun hat, fühlt sich als Controller wohl. Künstler wiederum benötigen ein gewisses Maß an Exzentrik, um sich vermarkten zu können und für andere im Bereich Kunst oder Schauspiel interessant zu sein. 

Und wer schon lange in einem Beruf tätig ist, stellt fest, dass dieser auf einen abfärbt: Lehrern wird unterstellt, sie sähen alle wie Schüler an, denen sie Sachen erklären und wo sie Dinge richtig stellen müssen. 

Fazit

Es gibt mittlerweile so viele Berufe, dass wir nicht über jeden genau Bescheid wissen oder uns vorstellen können, was dieser Mensch den ganzen Tag lang tut. Über viele "alte" Berufe, aber auch über viele neuere gibt es so einige Klischees, die entstehen, weil wir uns versuchen, vorzustellen, wie die Personen so drauf sind, die dem Beruf nachgehen. 

Wichtig ist, dass jeder Mensch ein Individuum ist. Nur, weil der eine Banker gierig ist oder manche Top-Manager andere um Millionen betrügen, muss das nicht auf jeden Banker in der örtlichen Bank zutreffen. Nur weil die Bibliothekarin aus der Schulzeit ein strenges Fräulein Rottenmeier war, trifft das nicht auf jede zu, die diesem Beruf nachgeht. 

Auch du kannst dich hinterfragen, was du dafür tust, Jobklischees zu verstärken oder wo du mithilfst, diese zu brechen. 

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