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Karriere trotz Corona

auch in Krisenzeiten kann man seinen beruflichen Aufstieg planen

Foto: anastasiia chepinska egjhhmc / unsplash
Foto: anastasiia chepinska egjhhmc / unsplash

In der Corona-Krise scheint es vielen Berufstätigen unmöglich, Karriere zu machen. Wer denkt schon an eine Beförderung oder eine Gehaltserhöhung in der Krise? Dabei benötigen viele Unternehmen gerade in der Krise Führungskräfte, die Zuversicht und Stärke beweisen. Ihr könnt die Karriereleiter auch dann hochklettern, wenn ihr nicht jeden Tag mit dem Chef einen Kaffee genießt oder euch zum Mittagessen trefft. Was ihr für eure Karriere während der Corona-Krise tun könnt, verraten wir euch hier.

Corona hat die Arbeitswelt verändert

Sicher ist, dass sich die Arbeitswelt seit Beginn der Corona-Pandemie deutlich verändert hat. Wir gehen nicht nur im gleichen Raum auf Abstand, schütteln uns bei Meetings und anderen geschäftlichen Treffen nicht mehr die Hände, wir befinden uns zumeist nicht mal mehr im gleichen Raum. Oberstes Gebot ist jetzt das Arbeiten im Home-Office. Von hier aus finden Meetings per Skype oder Zoom statt, den Kaffee brühen wir uns mit der heimischen Kaffeemaschine und ein Essen aus der Kantine gibt es schon lange nicht mehr. Es sind jetzt einige Monate vergangen, in denen wir unsere sozialen Kontakte, auch die beruflichen, auf ein Minimum beschränkt haben. Chef und Kollegen bekommen von uns nur noch das zu sehen, was wir ihnen digital präsentieren möchten. Ob wir dabei freundlich lächeln, gut angezogen sind, besonders geschickt vorgehen oder welche Extraarbeit wir dafür geleistet haben, geht dabei zumeist unter. Allerdings kommt es bei einer Beförderung nicht immer nur auf das Endergebnis an. Die persönlichen Fähigkeiten und auch der soziale Umgang spielen eine wichtige Rolle, wenn man Karriere machen möchte. Die momentane Wirtschaftslage und die ganzen Sparmaßnahmen machen jedoch wenig Hoffnung auf eine steile Karriere. Euer Arbeitsalltag hat sich verändert, doch gibt es wirklich keine Chance mehr auf eine Karriere?

Karriere trotz Corona – auch in Krisenzeiten kann man seinen beruflichen Aufstieg planen / Foto: mikey harris / unsplash

Karriere trotz Corona – auch in Krisenzeiten kann man seinen beruflichen Aufstieg planen / Foto: mikey harris / unsplash

Karriere machen kann man auch während der Krise

Laut Torsten Biemann, Professor für Personalmanagement und Führung an der Universität Mannheim, gibt es auch während der Krise Beförderungen. Allerdings werden es weniger Beförderungen sein. Personalentscheider sind vorsichtig und lassen sich mehr Zeit, wenn eine Position im Führungsbereich besetzt werden soll. Es besteht derzeit eine gewisse Planungsunsicherheit und langfristige Entscheidungen wollen gut überlegt sein. Strebt ihr also eine höhere Position an, solltet ihr geduldig sein und ihr könnt davon ausgehen, dass euer Unternehmen auch während der Krise und danach starke Führungskräfte braucht.

Macht euch sichtbar

Im Oktober wurde eine Studie des Softwareherstellers Nulab veröffentlicht. Aus dieser Studie geht hervor, dass es besonders wichtig ist, sich ins richtige Licht zu setzen, wenn man befördert werden möchte. 1000 Führungskräfte wurden für diese Untersuchung befragt. Sie sollten angeben, welchen Grund es für ihre Beförderung gab. 68 Prozent der Befragten sahen den Grund zur Beförderung in ihrer Einstellung. Nur 19 Prozent der Studienteilnehmer nahmen an, dass eine Weiterbildung ihr entscheidender Vorteil war.

Soziale Interaktion wie wir es im Berufsalltag gewohnt sind, ist derzeit aufgrund der Pandemie nicht möglich. Man kann sich nicht nett in der Teeküche oder in der Schlange am Buffet unterhalten. Networking scheint unmöglich zu sein. Doch wie macht man in Zeiten von Home-Office auf sich aufmerksam? Sagen wir mal so, es ist ganz und gar nicht unmöglich, in der digitalen Welt sichtbar zu sein. Denkt nur an die ganzen Influencer auf Youtube oder Instagram, die ihre gesamte Karriere so bestreiten. Ihr müsst eben digital auf euch aufmerksam machen. Seid sichtbar. Meldet euch in Gruppenchats zu Wort, organisiert Meetings, recherchiert Informationen und teilt diese mit eurem Team. Bemüht euch, den beruflichen Austausch trotz Corona aufrechtzuerhalten, denn das wird dem Chef auffallen und gefallen.

So klappt's / Foto: s-o-c-i-a-l-c-u-t-u / unsplash

So klappt's / Foto: s-o-c-i-a-l-c-u-t-u / unsplash

Zu wenig Unterstützung im Home-Office

Hat man sich am Anfang vielleicht noch über das Arbeiten im Schlafanzug und das Wegfallen des Anfahrtswegs gefreut, im Laufe der Monate lässt die Euphorie für das Home-Office nach. Das Arbeiten mit so großer Distanz zu Kollegen und Vorgesetzten hat Spuren hinterlassen. So soll laut WELT eine Umfrage der Initiative Chefsache zeigen, dass sich nur noch 25 Prozent aller berufstätigen Deutschen von ihrem Umfeld bestätigt und unterstützt fühlen. Insbesondere Frauen nehmen diese mangelnde Unterstützung wahr. Nur 23 Prozent geben an, sich sehr stark oder ehe stark unterstützt zu fühlen. Im Vergleich zu den Zahlen aus dem September 2019 bedeutet das einen Rückgang von etwa 7 Prozent. Es wird insgesamt immer schwieriger, soziale Kontakte zu Vorgesetzten und Kollegen zu pflegen. Einige Chefs zeigen sich besorgt, dass die Beziehungen zu den Mitarbeitern schwächer werden könnten und das Vertrauen nachlassen könnte. Folgendes könnt ihr tun, wenn ihr die Beziehungen zu euren Mitarbeitern, Kollegen oder Vorgesetzten in der Krise stärken wollt:

  • Sucht nach Gelegenheiten für informelle Kontakte. Vielleicht könnt ihr mit eurem Chef oder einem Teammitglied ein Treffen im Büro zu einem Kaffee vereinbaren. Mit Maske, Abstand und entsprechenden Hygieneregeln versteht sich.
  • Verabredet euch zum gemeinsamen Mittagessen via Zoom oder Skype.
  • Nutzt ein Meeting, um einen gemeinsamen Spaziergang zu machen und Aktuelles zu besprechen.

Achtet natürlich auf die aktuellen Regeln zum Umgang mit der Corona-Pandemie. Der Austausch mit euren Kollegen und Vorgesetzten ist wichtig, um auch während der Krise eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu schaffen.

Mehr Gehalt fordern - das geht auch in der Krise

Ihr wollt eure Karriere auch während der Krise nicht ruhen lassen und euch schwebt eine Gehaltserhöhung vor? Ihr könnt auch jetzt nach einer Gehaltserhöhung fragen, wenn ihr nicht bis zum Ende der Pandemie warten möchtet. Beim Thema Gehaltserhöhung ist Fingerspitzengefühl gefragt. Hat euer Chef gerade reihenweise Leute entlassen und kämpft das Unternehmen gerade ums Überleben, ist der Zeitpunkt nicht der richtige. Strauchelt euer Unternehmen etwas, sind Einschnitte zwar spürbar, aber ist davon auszugehen, dass sich das Unternehmen nach der Krise schnell wieder erholt, dann müsst ihr nicht warten. Gehaltsverhandlungen müssen jedoch - insbesondere in Krisenzeiten - gut vorbereitet werden. Ihr dürft selbstbewusst, aber nicht kampflustig auftreten. Kommuniziert eure Vorstellungen klar und begebt euch auf Augenhöhe mit eurem Boss. Stellt auch klar heraus, warum ihr diese Gehaltserhöhung bekommen solltet und welchen Nutzen ihr eurem Unternehmen bringt.

Euer Anliegen kann natürlich mit dem Hinweis auf die aktuelle Krisensituation abgelehnt werden. Gebt dann nicht gleich auf. Drückt euer Verständnis für die Lage aus und bittet darum, euer Anliegen in drei Monaten noch einmal vorbringen zu dürfen. Zudem muss es nicht immer eine Gehaltserhöhung sein, in manchen Fällen läuft die Verhandlung auf Extraleistungen hinaus. Vielleicht dürft ihr eure Arbeitszeit flexibler gestalten, bekommt Tankgutscheine oder euer Chef finanziert ein E-Bike für euch. Krisenzeiten sind auch ideal, um die eigene Position noch einmal zu prüfen. Seid ihr noch im richtigen Unternehmen? Passen Job und Position noch zu euch? Gefällt euch, wie euer Unternehmen mit der Krise umgeht? Wie ist eure Karriere bislang gelaufen? Jetzt ist Zeit für eine Bestandsanalyse.

Fazit

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Doch in Krisenzeiten warten an allen Ecken Veränderungen auf uns. Lasst euch davon nicht entmutigen. Der Mensch liebt seine Gewohnheiten zwar, aber er ist auch unglaublich flexibel und er passt sich an. Möchtet ihr trotz Corona Karriere machen, bleibt am Ball. Nutzt die digitalen Möglichkeiten, um mit Kollegen und Chefs in Kontakt zu treten. Macht euch sichtbar, seid Teil der digitalen Kommunikation und findet kreative Möglichkeiten für den sozialen Austausch. Seid ihr im richtigen Unternehmen, könnt ihr genau jetzt beweisen, dass man auf euch zählen kann. Und ist die Situation gerade alles andere als rosig: Auch die Corona-Krise wird nicht ewig anhalten und auch danach ist noch Zeit für die Karriere.

Weitere Infos findet ihr in den nachfolgenden Links:

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