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KARRIEREKILLER

Sünden auf dem Weg nach oben

Foto: ivana cajina / unsplash
Foto: ivana cajina / unsplash

Aus Fehlern lernst du bekanntlich. In vielen Fällen stimmt das auch. Es gibt jedoch einige Fehler, die du nicht unbedingt selbst machen musst. Wir lernen nicht nur durch eigene Fehler, sondern auch durch die Fehler anderer. Wenn du ins Arbeitsleben einsteigst und Karriere machen möchtest, gibt es einige Karrierefehler, die dir besser nicht passieren sollten. Manche Karrierefehler sind so gravierend, dass diese sich auf deinen gesamten beruflichen Werdegang auswirken können. Welche Karrierefehler du besser im Vorfeld kennen und möglichst vermeiden solltest, erfährst du hier.

Karriere machen – das geht doch ganz leicht

Wer beruflich aufsteigen und Karriere machen möchte, muss seinen Job gut machen, dann kommt die Beförderung von ganz allein. In manchen Fällen kann das so laufen, die Regel ist es nicht. Wer die Karriereleiter hinaufklettern möchte, muss sich von der Masse abheben und sich den höheren Rang verdienen. Vor allem ehrgeizige, ambitionierte Menschen wünschen sich, irgendwann eine höhere Position einzunehmen und vielleicht sogar zum Geschäftsführer aufzusteigen. Sie bauen Luftschlösser, träumen von Ruhm und Anerkennung und sehen sich bereits mit einem dicken Gehaltsscheck. Allerdings ist es harte Arbeit, die uns die Karriereleiter hinauftreibt. Vom Träumen allein ist noch keiner reich geworden. Möchtest du Karriere machen, reicht es nicht aus, stur deine Arbeit zu machen. Du musst dir die Eigenschaften und Fähigkeiten aneignen, die es braucht, um beruflich erfolgreich zu werden. Dass dir die Beförderung einfach in den Schoß fällt, weil du da bist und deine Aufgaben erledigst, hat viel mit Anspruchsdenken zu tun. Anspruchsdenken ist ein Karrierefehler von vielen.

Karrierekiller – diese Fehler solltest du vermeiden / Foto: monstera / Pexels

Karrierekiller – diese Fehler solltest du vermeiden / Foto: monstera / Pexels

Was sind Karrierekiller?

Wer im Beruf weiterkommen möchte, muss nicht nur qualifiziert und fachlich kompetent sein. Es gibt auch einige Karrierefehler, die du tunlichst vermeiden solltest. Ein Karrierefehler ist, wenn uns eine Eigenschaft, eine Handlung oder eine Denkweise so im Weg steht, dass wir beruflich stillstehen. Wer im Beruf vorankommen möchte, darf nicht stillstehen und muss sich ständig weiterentwickeln. Du solltest die im Job geltenden Spielregeln und Verhaltensweisen kennen, wenn du Karrierefehler vermeiden möchtest.

Karriereleiter hochklettern – vermeide diese Karrierefehler

Es gibt neben dem Anspruchsdenken weitere Karrierefehler, die du unbedingt vermeiden solltest. Mache diese Karrierefehler nicht:

  • Keinen Plan. Wenn du dich über das Wochenende unterhältst und noch keinen Plan hast, mag das sympathisch sein und für Spontaneität sprechen. In Bezug auf deine Karriere sollest du jedoch einen Plan haben. Wo willst du hin? Was willst du erreichen?
  • Nur das Gehalt zählt. Ein gutes Gehalt ist schön, aber wenn du dich am Arbeitsplatz nicht wohlfühlst und deine Stärken nicht entfalten kannst, bleibst du unterhalb des Radars. Geld allein macht nicht glücklich.
  • Bloß nicht auffallen. Du darfst im Job unauffällig bleiben; möchtest du Karriere machen, ist das aber der falsche Weg. Gehe nicht in der Masse unter, sondern hebe dich von ihr ab.
  • Auf eine Stadt festlegen. Es ist wichtig, flexibel zu bleiben. Du hast ein tolles Jobangebot in einer anderen Stadt oder einem anderen Land? Greife zu, wenn du Karriere machen willst.
  • Sich auf dem Erreichten ausruhen. Wer im Beruf weiterkommen möchte, muss bereit sein, sich ständig weiterzubilden und weiterzuentwickeln. Das gilt heute mehr denn je.

3 Job Killer via soziale Medien

Bei deiner Jobsuche informierst du dich auch im Internet über interessante Stellen und potenzielle Arbeitgeber. Aber die Informationen auf Social Media sind keine Einbahnstraße. Personalverantwortliche informieren sich ihrerseits über potenzielle Kandidaten mittels Social Media. Es gehört schon fast zum Alltag, dass Personalberater und Personalchefs nicht nur Lebenslauf und Anschreiben studieren, sondern auch den öffentlichen Auftritt auf Social Media checken. Deshalb gilt vor der Jobsuche: Überprüfe unbedingt deine Profile auf privaten und öffentlichen Plattformen und räume hier einmal gründlich auf. Du hast noch Bilder vom letzten Junggesellenabschied online? Oder präsentierst du dich gerne lasziv in Bademode am Goldstrand? Privatsphäre ist "Einstellungssache". Soll heißen: Achte auf das, was du postest und wer Zugang zu den Bildern und Informationen hat. Folgende Karrierefehler solltest du auf Social Media vermeiden:

  • Politik und Job vertragen sich nicht so gut. Du kannst eine gewisse politische Meinung haben, aber wenn du auf Jobsuche bist, ist es besser, dich bei politischen und religiösen Ansichten bedeckt zu halten.
  • Du lästerst öffentlich über Kollegen? Du beteiligst dich an Mobbing? Du gibst betriebsinterne Informationen im Internet preis oder ziehst ordentlich über deinen Arbeitgeber her? So verlockend die Anonymität im Netz auch sein mag, hau dir lieber auf die Finger, bevor du online solche Spuren hinterlässt.
  • Du polierst deinen Lebenslauf auf und gibst beispielsweise bei Xing und LinkedIn an, dass du über bestimmte Qualifikationen verfügst, die du aber gar nicht hast. Wenn Personaler dich durchschauen, bist du ganz schnell unten durch. Bleib bei der Wahrheit, denn häufig lassen sich solche Angaben überprüfen.

Was du noch im Netz vermeiden solltest, sind eine unterirdische Grammatik und Rechtschreibung sowie willkürlich Freundschaftsanfragen an deinen potenziellen Chef zu verschicken. Beides macht keinen besonders guten Eindruck.

Ist Schüchternheit ein Karrierekiller?

Schüchternheit kann ein Jobkiller sein, muss es aber nicht. Für schüchterne Menschen gilt, dass sie sich selbst gut kennen müssen, um sich einschätzen zu können. Bin ich eine introvertierte Person und brauche einfach mehr Ruhe und Zeit allein, oder habe ich eine Form von sozialer Phobie? Wer unter einer sozialen Phobie leidet, kann sich Hilfe beim Psychotherapeuten holen. Wer introvertiert ist, sollte sich bewusst machen, dass es im Berufsleben beides braucht: Extrovertierte und Introvertierte – beide ergänzen sich. Mach dir deine Stärken bewusst und kenne deine Schwächen. Wenn du nicht gerne lange unter vielen Menschen bist, dann schaffe dir Rückzugsmöglichkeiten. Mach nicht den Karrierefehler, nur auf deine Schwächen zu schauen. Introvertierte können häufig gut zuhören und sind angenehme Gesprächspartner.

Heimarbeit: Kann Homeoffice ein Karrierekiller sein?

Die Arbeit im Homeoffice kann tatsächlich zum Karrierekiller werden. Das große Problem an der Sache: Im Homeoffice fehlt der Kontakt zu Vorgesetzten und Kollegen. Zwar bietet die Arbeit im Homeoffice viele Vorteile, und Studien weisen darauf hin, dass Arbeitnehmer zu Hause oft produktiver arbeiten und seltener krank sind. Allerdings werden Mitarbeiter, die hauptsächlich von zu Hause aus tätig sind, seltener befördert. Wen der Boss nicht zu Gesicht bekommt, der findet praktisch nicht statt. Ganz nach dem Motto "Aus den Augen, aus dem Sinn" werden die Mitarbeiter im Homeoffice einfach vergessen. Fehlender persönlicher Kontakt und fehlende Präsenz können der Karriere im Weg stehen.

Allerdings werden wir auch in Zukunft verstärkt von zu Hause aus arbeiten. Der Trend geht in Richtung hybrides Arbeiten. Das heißt, wir verbringen Zeit im Büro und arbeiten von zu Hause aus. Im Wechsel. Mach nicht den Karrierefehler, dich komplett zurückzuziehen und im Homeoffice zu verschanzen. Zeige Präsenz, indem du in Online-Meetings anwesend bist, bleib in Kontakt, bring dich ins Gespräch und suche immer wieder den persönlichen Kontakt.

Karriere machen – das geht doch ganz leicht / Foto: laura tancredi / pexels

Karriere machen – das geht doch ganz leicht / Foto: laura tancredi / pexels

Welche 5 Karrierekiller gefährden den Job?

Du musst auf dem Weg nach oben deine eigenen Erfahrungen machen. Wir würden dir jedoch raten, um folgende Karrierefehler einen großen Bogen zu machen:

  • Du bist ständig schlecht gelaunt und frustriert. Stänkerer und Miesepeter haben es schwer, die Karriereleiter zu erklimmen, denn jeder braucht hier Unterstützung. Zudem brauchen Unternehmen optimistische Mitarbeiter, die andere mitziehen.
  • Du bist der Größte und das lässt du jeden wissen. Vor allem Berufsanfänger glauben häufig, dass es gut sei, sich selbst ständig als Besserwisser zu präsentieren. Du startest in den Job und erklärst den alten Hasen jetzt endlich, wie es zu laufen hat. Und ganz nebenbei stellst du deinen Boss in den Schatten. Nicht unbedingt die beste Strategie, wenn dein Chef dich bald befördern soll.
  • Du bist beratungsresistent. Natürlich muss dir nicht jeder ungefragt einen Rat geben und seine eigene Meinung kundtun, aber zuhören lohnt sich zuweilen durchaus. Wenn dir ein erfahrener Kollege einen Rat gibt, kannst du dadurch etwas lernen. Andere um Hilfe zu bitten und einen Rat anzunehmen, zeugt nicht von Schwäche. Im Gegenteil, du lernst dadurch hinzu und wächst über dich hinaus.
  • Perfektionismus ist anstrengend und führt dazu, dass wir uns selbst im Weg stehen. Versuche nicht, keine Fehler zu machen, sondern lerne aus Fehlern.
  • Du bist schrecklich ungeduldig? Ungeduld kann ein Karrierefehler sein. Du willst sofort Karriere machen? Oftmals geht es mit dem Weg nach oben nicht so schnell. Besser du übst dich in Geduld und akzeptierst, dass du viele kleine Schritte auf dem Weg nach oben gehen musst. 

Karrierefehler vermeiden – das kannst du tun

Du bist dir sicher, dass du beruflich viel erreichen möchtest? Du willst die Karriereleiter erklimmen und dich darauf vorbereiten? So gehst du vor: 

  • Halte Ausschau nach geeigneten Stellen. Welche Position möchtest du gerne einnehmen? Schaue dir Stellenausschreibungen, die dich interessieren, an. Achte auf die Qualifikationen, die gefordert werden. Nutze diese Qualifikationen als Orientierung, um dich entsprechend weiterzubilden.
  • Pflege Kontakte und baue deine Netzwerke weiter aus. Auch hier können Vorbilder helfen. Hast du unter deinen Kontakten Personen, die beruflich ein ganzes Stück weiter sind? Dann frage sie um Rat und mache ähnliche Weiterbildungen.
  • Erkenne deine eigenen Stärken und Fähigkeiten. Was machst du gut, wo gibt es Luft nach oben? Eigne dir erforderliche Kompetenzen an, indem du neue Projekte übernimmst sowie Konferenzen und Fortbildungen besuchst.

Karrierefehler bei Frauen – was gilt es zu beachten?

Es ist kein Geheimnis, dass Frauen in der Geschäftswelt nach wie vor benachteiligt sind. Ja, es liegt an den Umständen, aber auch daran, dass Karrierefehler bei Frauen gravierende Auswirkungen haben. Vermeide Karrierefehler bei Frauen so:

  • Sei nicht immer lieb und nett. Viele Frauen werden derart sozialisiert, dass sie denken, sie müssten immer lieb, nett und zurückhaltend sein. Für deine Umgebung mag das angenehm sein, deiner Karriere schadet das aber. Trau dich, Nein zu sagen und dich durchzusetzen.
  • Deine Chefs werden sehen, wie fleißig du arbeitest und dich entsprechend entlohnen? Nein, warum? Für den Chef ist das super bequem. Deshalb: Fordere die Gehaltserhöhung aktiv ein und warte nicht darauf.
  • Setzt euch Ziele, Mädels! Genau wie deine männlichen Kollegen musst du dir berufliche Ziele setzen und diese kommunizieren. Weiß dein Chef nicht, dass du eine höhere Position anstrebst, hat er dich bei der nächsten Beförderung womöglich gar nicht auf dem Schirm.
  • Du brauchst Selbstbewusstsein! Stehe für dich ein. Bei der besten Freundin zu jammern und sonst nichts zu unternehmen, hilft dir nicht weiter. Kommuniziere deinen Wert offen und selbstbewusst.
  • Frauen sollen für die Karriere nicht vermännlichen. Aber mit anderen Dingen sollten sie sich zurückhalten, beispielsweise muss das Dekolleté nicht bis zum Bauchnabel reichen und der Kaffeeklatsch im Büro ist nicht immer angebracht.

Fazit

Viele Karrierefehler lassen sich bereits im Vorfeld vermeiden. Und durch eine gründliche Planung und erforderliche Weiterbildungen kannst du deinen Karriereweg ebnen. Welche Karrierefehler hast du gemacht? Welche möchtest du vermeiden, welche Karrierefehler bei Frauen kennst du noch und was sind für dich echte No-Gos?

 

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