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Karrierephasen

diese Phasen durchläuft jeder

Foto: candice picard / unsplash
Foto: candice picard / unsplash

Natürlich verläuft nicht jede Karriere gleich. Jeder Mensch trifft individuelle Entscheidungen und gelangt zu unterschiedlichen Zeiten in seinem Leben an einen bestimmten Punkt. Allerdings gibt es vier Karrierephasen, die im Grunde jeder während seines beruflichen Lebens durchläuft. In diesen Karrierephasen geht es nicht darum, dass alle das gleiche Ziel verfolgen. Aber jede Karrierephase wird durch bestimmte Gefühle, Fragen und Gedanken geprägt. Wir stellen euch die Karrierephasen vor und erklären, was auf euch zukommt.

Karrierephasen – diese Phasen durchläuft jeder / Foto: chichi onyekanne / unsplash

Karrierephasen – diese Phasen durchläuft jeder / Foto: chichi onyekanne / unsplash

Welche Faktoren beeinflussen die Karrierephasen?

Nicht alle Menschen schlagen den gleichen beruflichen Weg ein und nicht jeder erlebt genau das Gleiche im Job. Aber die Karrierephasen durchläuft im Grunde jeder Mensch während seines beruflichen Werdegangs. Allerdings erreicht nicht jeder Mensch die jeweilige Karrierephase zur gleichen Zeit. Das bedeutet, nicht jeder hat mit 30 Jahren eine bestimmte Phase in seiner Karriere erreicht. Während der eine sich gerade am Anfang der ersten Phase befindet, ist der andere bereits in der dritten Phase angelangt. Das ist auch weiter kein Problem und stellt auch keine Wertung dar. Es geht nicht darum, alle Karrierephasen möglichst schnell hinter sich zu bringen. Vielmehr geht es darum, sich beruflich und persönlich weiterzuentwickeln und Erkenntnisse zu gewinnen. Folgende Faktoren können einen Einfluss darauf haben, wann welche Karrierephase erreicht wird:

  • Das Alter ist ein Faktor, der einen Einfluss auf die Karrierephase hat. Das Alter kann zwar nicht als einziger Faktor dienen, es hat jedoch einen Einfluss darauf, wann Phasen erreicht und wie schnell diese abgeschlossen werden.
  • Die Persönlichkeit hat ebenfalls einen Einfluss darauf, wann wir eine Karrierephase erreichen und abschließen. Es kann beispielsweise eine Rolle spielen, ob ihr eher selbstbewusst und zielstrebig seid, oder ob ihr euch unsicher und ängstlich verhaltet. Manch einer setzt eher auf Sicherheit und Struktur, andere sind risikofreudig und suchen das Abenteuer. Es kommt auch darauf an, ob ihr schnell oder eher langsam Vertrauen aufbaut. Eure Persönlichkeit entscheidet mit, wie schnell ihr eine bestimmte Karrierephase erreicht.
  • Jobwechsel. Wenn ihr euren Job oder Arbeitgeber wechselt, wirkt sich das ebenfalls auf die Karrierephasen aus. Arbeitgeberwechsel können dazu führen, dass eine bestimmte Karrierephase verlangsamt oder komplett zurückgesetzt wird. Bleibt ihr dagegen lange in einem bestimmten Job, durchlauft ihr die einzelnen Phasen in der Regel schneller.

Welche Karrierephasen gibt es im Berufsleben?

Im Grunde kann der berufliche Werdegang in viele kleine Abschnitte eingeteilt werden. Allerdings sind solche kleinen Teilschritte nicht unbedingt sinnvoll. Man kann die berufliche Laufbahn jedoch in vier Karrierephasen unterteilen, die im Grunde jeder durchläuft. Die folgenden vier Karrierephasen durchlaufen in der Regel alle Berufstätigen:

Die Eintrittsphase oder auch Entreephase

Die Eintrittsphase ist in der Regel eine Phase der großen Unsicherheit. Hier tauchen Fragen auf wie "Wo gehöre ich hin?", "Was will ich eigentlich?" und "Wie komme ich dahin?". In der Eintrittsphase muss man seinen Weg erst einmal finden. Auch wenn manche jungen Menschen ihren beruflichen Weg scheinbar schon gefunden haben, können Erlebnisse und Begegnungen sie schnell von diesem Weg abbringen. Das ist im Grunde ganz normal. In der ersten Phase der vier Karrierephasen muss man suchen und finden. Es geht darum, die lebenslange Zugehörigkeit zu einer Gruppe zu finden. Den eigenen Platz in der Welt zu finden. Und wenn man sich hier für eine bestimmte berufliche Richtung entscheidet, entscheidet man sich gleichzeitig gegen viele andere.

Der Weg in die Eintrittsphase kann sich durch familiäre oder schichtenspezifische Erwartungen und Anpassungen ergeben. Manch einer will möglicherweise ein Medizinstudium in Angriff nehmen, weil viele Familienmitglieder ebenfalls diesen Weg eingeschlagen haben und dieser anerkannt und akzeptiert wird. Es kann auch das Gegenteil der Fall sein. Das heißt, ihr lehnt diesen beruflichen Weg vielleicht ab, weil ihr euch klar von eurer Familie abgrenzen und euren eigenen Weg einschlagen wollt. Die Eintrittsphase ist auf jeden Fall geprägt von Neugier und der Lust, neue Dinge auszuprobieren. Auch Zweifel und Unsicherheit können in dieser Zeit auftreten. Ganz typisch ist diese Phase für die Zeit, in der die Studien- und Berufswahl ansteht. Auch der Einstieg in den Beruf kann noch von dieser Phase geprägt sein.

Welche Karrierephasen gibt es im Berufsleben? Foto: shridhar gupta / unsplash

Welche Karrierephasen gibt es im Berufsleben? Foto: shridhar gupta / unsplash

Die Aufbauphase oder Karrierephase

Auf die Eintrittsphase folgt die Aufbauphase oder Karrierephase. Jetzt geht es darum, den einmal eingeschlagenen Berufsweg zu verfolgen. In dieser Phase baut ihr euch eine berufliche Existenz auf. Ihr erweitert euer Fachwissen, erwerbt Kompetenzen, baut Qualifikationen aus und macht Erfahrungen. Die Aufbauphase erstreckt sich in der Regel über mehrere Jahre. Dazu gehören die Berufsausbildung, das Studium sowie Fort- und Weiterbildungen. Auch einige Jahre Berufserfahrung gehören in die Karrierephase. Ziel ist es hier, sich einen gewissen Ruf zu erarbeiten und Erfolg zu haben. Dabei müssen sich Ziele und Erfolg nicht zwangsläufig auf Geld oder materielle Errungenschaften beziehen. Ihr definiert selbst, was Erfolg für euch bedeutet. Vielleicht möchtet ihr in einem bestimmten Unternehmen ankommen, eine bestimmte Position ausfüllen oder euch einfach eure erste eigene Wohnung leisten zu können. Wichtig ist, dass ihr eure selbst gesteckten Ziele erreicht. Verläuft die Aufbauphase erfolgreich, so wächst daraus oftmals ein großes Selbstbewusstsein. Wer hier erfolgreich ist und sich selbst gut einschätzen kann, kann auch seinen weiteren beruflichen Werdegang besser planen. In der Regel ist das Feedback von außen positiv, wenn man auch diese Karrierephase erfolgreich gemeistert hat. Allerdings kann diese Phase auch weniger erfolgreich verlaufen. Dann leidet das Selbstwertgefühl und es folgen möglicherweise Probleme im Job. Manche fallen auch in ein Loch, wenn sie in der Aufbauphase nicht erfolgreich sind.

Die Orientierungsphase

Irgendwann kommt man im Laufe seiner Karriere an den Punkt, an dem man sich fragen muss, wie man die eigenen Prioritäten festlegen möchte. Wohin geht die Reise im Leben? Möchte man sich ganz auf die Karriere konzentrieren? Möchte man mehr Zeit für die Familie, Freunde oder Hobbys haben? Jetzt muss man sich fragen: Was ist mir wirklich wichtig? Und dann muss man sich auch fragen: Was bin ich bereit, für meine Ziele zu opfern? In dieser Karrierephase müssen sehr häufig Kompromisse gefunden werden. Ihr müsst eine Balance zwischen Job und Privatleben finden. Ihr müsst herausfinden, welches Gewicht ihr den einzelnen Bereichen eures Lebens geben möchtet. Was macht euch glücklich? Wollt ihr Karriere machen und könnt ihr dafür auf Freizeit, Hobbys und Freunde verzichten? Oder macht es euch glücklich, im Beruf etwas langsamer voranzukommen, dafür aber viel Zeit mit der Familie zu haben? Die Orientierungsphase hilft euch, herauszufinden, wie ihr euer Leben gestalten möchtet. Es gibt kein Patentrezept, das für alle funktioniert. Ihr müsst selbst ausprobieren und euch kritisch fragen, was euch guttut.

Die Identitätsphase

In der Identitätsphase geht es darum, sich mit seinem beruflichen Weg und den eigenen Entscheidungen zu identifizieren. Ihr kommt so richtig an in eurem Leben und spürt, dass euch euer Weg glücklich macht. Ihr sucht jetzt nach Möglichkeiten, um diesen Zustand zu erhalten und eventuell auszubauen. Diese Phase ist nicht immer von Dauer. Es kann durch Veränderungen dazu kommen, dass ihr euch in der jeweiligen Situation nicht mehr wohlfühlt. Vielleicht habt ihr euch von eurem Partner getrennt oder euer Arbeitgeber ist bankrott. Ihr müsst in dieser Karrierephase auch darauf vorbereitet sein, dass dieser Zustand nicht von Dauer ist. Eventuell ist es gut, immer einen Plan B in der Tasche zu haben. Wichtig ist, dass ihr euch eurer Identität bewusst seid. Ist das der Fall, kann euch auch der Verlust des Jobs nicht so schnell ins Wanken bringen.

Fazit

Jede der vier Karrierephasen hat ihre eigene Ausrichtung. Ihr lernt in jeder Karrierephase etwas über euch und eure Identität kennen und am Ende steht im Idealfall eure gefestigte Identität. Und keine Sorge, auch wenn ihr in einer Phase einmal stecken bleibt oder umkehren und von vorne beginnen müsst, ist das nicht das Ende. Ihr könnt im Grunde auch immer wieder von vorne anfangen, um euren Platz zu finden.

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