Ratgeber > Arbeitswelt

Kein Studienplatz bekommen – Was nun?

So schaffst du es mit Anwalt zum Wunschstudium!

Foto: armin rimoldi / Pexels
Foto: armin rimoldi / Pexels

Dein Notendurchschnitt ist nicht 1,0, aber dein Wunschstudienfach hat einen NC? Was machen, wenn mein Traumstudium überfüllt ist? Du musst deinen Berufswunsch nicht an den Nagel hängen und deine Zukunft anders planen. Mit einer Studienplatzklage hast du vielleicht doch noch eine Chance auf einen der begehrten Studienplätze.

Studienplatz einklagen – was heißt das?

Einen Studienplatz einzuklagen bedeutet, dass ein gerichtliches Eilverfahren eingeleitet wird. Das kann notwendig sein, wenn ein Bewerber eine Studienplatzabsage erhalten hat. In vielen Fällen ist der Grund für eine Studienplatzabsage die Tatsache, dass es bei beliebten Studienfächern eine Zulassungsbeschränkung gibt. Die Universitäten haben eine begrenzte Kapazität für die Vergabe von Studienplätzen. Um den Andrang bei beliebten Studienfächern zu regulieren, werden diese Fächer mit einem Numerus clausus (NC) belegt. Der NC beschreibt den Notendurchschnitt, der mindestens erreicht werden muss, wenn man Zugang zum jeweiligen Studiengang erhalten möchte. Bei einigen Fächern gibt es eine bundesweite Zulassungsbeschränkung. Das ist beispielsweise bei den Studienfächern Medizin, Pharmazie, Zahnmedizin und Tiermedizin der Fall. Wer sich für einen solchen Studiengang interessiert, benötigt mittlerweile Bestnoten. Erreichst du keinen Durchschnitt von 1,0, stehen die Chancen schlecht. Hier kann die Klage eine Möglichkeit sein. Wer sein Studium einklagen möchte, benötigt Unterstützung vom Anwalt.

Studienplatzklage – diese Möglichkeiten hast du / Foto: zen-chung / Pexels

Studienplatzklage – diese Möglichkeiten hast du / Foto: zen-chung / Pexels

Wie funktioniert die Studienplatzklage?

Wer einen Studienplatz einklagen möchte, kann sich das so vorstellen:

  • Schnelles Handeln ist gefragt. Wenn du davon ausgehen kannst, dass du aufgrund deiner Durchschnittsnote im Abitur keinen Studienplatz in deinem Wunschfach erhältst, warte nicht auf die Absage des Studienplatzes. Wende dich umgehend an einen auf Studienplatzklagen spezialisierten Anwalt und lass dich beraten. Werde so früh wie möglich aktiv, denn oftmals musst du bestimmte Fristen einhalten. Wende dich noch vor Ende der Bewerbungsfrist für das Sommer- beziehungsweise Wintersemester an einen Fachanwalt.
  • Frage nach den Kosten. Bevor du den Weg einer Studienplatzklage einschlägst, kläre ab, welche Kosten auf dich zukommen. Welche finanziellen Auswirkungen kann die Klage haben? Wenn du den Studienplatz einklagen möchtest, das Gericht jedoch feststellt, dass es keine freien Kapazitäten mehr gibt, hast du als Antragsteller die Kosten zu tragen.
  • Jetzt kommt dein Anwalt zum Zug. Die Finanzierungsfrage ist geklärt? Dann leitet dein Anwalt das gerichtliche Verfahren ein. Diesen Schritt überlässt du deinem Fachanwalt.
  • Anschließend gibt die Hochschule Auskunft und der Anwalt nimmt die Unterlagen zur Kapazitätsberechnung in Augenschein. Er analysiert und überprüft die Daten, sucht nach Berechnungsfehlern und klärt ab, ob Ansprüche bestehen. Du musst hierfür in der Regel nichts machen und an keinem Gerichtstermin teilnehmen.
  • Im letzten Schritt erfolgt die Entscheidung des Gerichts. Wurden freie Kapazitäten zur Vergabe von Studienplätzen festgestellt, müssen diese jetzt vergeben werden. In vielen Fällen kommt es zu einem Losverfahren. Die Verteilung der Studienplätze ist auch nach anderen Kriterien möglich. Oftmals wird ein Vergleich zwischen Antragsteller und Hochschule angestrebt. In diesem Fall erhält der Antragsteller einen Studienplatz. Bei nächster Gelegenheit kann der Kläger sein Studium antreten. Hier ist nicht gesichert, dass es sofort mit Start des nächsten Semesters losgehen kann. Oftmals musst du noch ein oder zwei Semester warten.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, wenn ich mich in ein Studium einklagen möchte?

In Deutschland gilt das Recht auf freie Berufswahl. Dieses Recht ist auch im Grundgesetz verankert. Allerdings dürfen Hochschulen trotzdem bestimmte Bedingungen festlegen, nach denen sie die Studienplätze vergeben. Wer an einer Universität einen Studienplatz einklagen möchte, muss in jedem Fall die allgemeine Hochschulreife vorweisen können. Das ist eine Voraussetzung. Für das Studium an Fachhochschulen brauchst du die Fachhochschulreife. Bei vielen Studiengängen gibt es zudem eine Zulassungsbeschränkung in Form des NC (Numerus clausus). Das bedeutet, dass für bestimmte Studienfächer ein bestimmter Notendurchschnitt erreicht werden muss. Durch eine Studienplatzklage kannst du den NC eventuell umgehen. Du klagst zwar nicht gegen den NC, deine Klage zielt darauf ab, infrage zu stellen, dass die Hochschule tatsächlich alle erforderlichen Kapazitäten ausgeschöpft hat. Erreichst du durch deine Klage, dass entdeckt wird, dass Kapazitäten für weitere Studienplätze vorhanden sind, werden diese in der Regel nicht nach NC vergeben. In Deutschland besteht die Verpflichtung für Hochschulen, alle Kapazitäten für Studienplätze voll auszuschöpfen. Nicht alle Hochschulen gehen jedoch an ihre Kapazitätsgrenze, sodass eine Studienplatzklage durchaus Erfolg haben kann.
 

Wie funktioniert die Studienplatzklage? Foto: jeremy-bishop hnzunpzapmg / unsplash

Wie funktioniert die Studienplatzklage? Foto: jeremy-bishop hnzunpzapmg / unsplash

Wann ist eine Klage aussichtslos?

Nicht immer ist man erfolgreich, wenn du dein Studium einklagen möchtest. Es gibt Fälle, in denen eine Studienplatzklage keine Aussicht auf Erfolg hat. In folgenden Fällen stehen die Chancen schlecht:

  • Du kannst nicht nachweisen, dass du eine Hochschulzugangsberechtigung hat. Es fehlt beispielsweise die allgemeine Hochschulreife oder die Fachhochschulreife.
  • Es passieren Formfehler beim Antrag. Das kann der Fall sein, wenn Fristen nicht beachtet werden.
  • Die Absage wurde über Hochschulstart erteilt.
  • Der Studienwunschort wurde nicht erfüllt, es wurde ein Studienplatz an einer Hochschule an einem anderen Studienort zugewiesen.

Grundsätzlich gilt: Wenn du dich an einer Uni beworben und von dort die Absage erhalten hast, kann es sinnvoll sein, das zu überprüfen. Hat man dir einen Studienplatz an einer Hochschule zugewiesen und entspricht das nicht deinem Wunschstudienort, ist eine Studienplatzklage zumeist aussichtslos. Bestimmte Studienfächer sind bundesweit zulassungsbeschränkt und die Vergabe läuft über Hochschulstart. Hierbei kann der Wunschstudienort nicht immer berücksichtigt werden. Wer sich am Wunschort einklagen möchte, hat in der Regel schlechte Karten. Das Studium an einer anderen Hochschule an einem anderen Standort schränkt einen nicht unbedingt bei der Ausübung des Rechts auf freie Berufswahl ein. Wenn der Studienort nicht gefällt, könnte man versuchen, den Studienplatz mit jemand anderem zu tauschen.

Wie viel kostet eine Studienplatzklage?

Möchtest du dich in ein Bachelor Studium einklagen, solltest du einen Betrag von 1.000 bis 1.500 Euro einplanen. Mit höheren Kosten musst du rechnen, wenn du dich in einen Masterstudiengang einklagen möchtest. Hier müssen in der Regel mehrere Verfahren eingeleitet werden und es sind mit Kosten um die 1.700 Euro zu rechnen. Noch mehr Geld musst du einplanen, wenn du in einem Fach wie Medizin einen Studienplatz einklagen möchtest. Hier müssen zumeist mehrere Hochschulen verklagt werden und es entstehen Kosten in Höhe von mehreren Tausend Euro.

Fazit

Wenn du dein Studium einklagen möchtest, brauchst du etwas Geld und den richtigen Anwalt auf deiner Seite. Kläre die Finanzierung der Studienplatzklage in jedem Fall im Vorfeld und lass dich von einem darauf spezialisierten Anwalt beraten. Du musst deinen Berufswunsch auf keinen Fall gleich begraben, wenn du keinen 1,0 Schnitt im Abitur hast. 

Beitrag teilen